Lexikalisches

Nicht immer sachliche Sachinformationen.

„BREAK THIS BOTTLE“: Rekord-Flaschenpost vollendet nach 108 Jahren planmäßig ihre Reise.

„Älteste Flaschenpost der Welt gefunden!“

Meldungen wie diese überschlagen sich in letzter Zeit. Okay, sie sind nicht so häufig wie Rekorde in Sportnachrichten, aber gemessen an der eher gemächlichen Fortbewegungsweise von Driftflaschen sind es recht viele Berichte in einer relativ kurzem Spanne. Wobei „älteste Flaschenpost“ nicht das absolute Alter des Dokumentes in der Buddel meint, sondern den größten zeitlichen Abstand zwischen Aussetzen und Finden. Aber schauen wir uns mal die Liste an: Weiterlesen

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Die Flaschenposten der Deutschen Seewarte: Ein Besuch beim BSH.

Zugegeben: Besonders „zeitnah“ kommt dieser Artikel nicht. Aber wer wird schon ausgerechnet von einem Liebhaber von meistens nicht so eiligen Flaschenposten life blogging erwarten? 😉  Hier also der zweite Teil der Exkursion zum Hamburger Hafen, die ich am 4. Juli zusammen mit der Bloggerin Andrea  und dem Flaschenpostsammler Clint Buffington unternommen habe. Ich hatte die beiden und auch den Anlass unseres Ausflugs hier im ersten Teil der Serie schon kurz vorgestellt.

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Es ist kurz vor elf und schon heiß und und für Hamburger Verhältnisse außerordentlich stickig, als wir die breite Treppe oberhalb der Landungsbrücken hoch steigen. Vor dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) flattern viele Fahnen. Das Haus hat heute Tag der offenen Tür. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Behörde, die nach der Wiedervereinigung durch Zusammenlegung ost- und westdeutscher Institutionen neugegründet wurde.

Im Foyer treffen wir meine beiden Mädels – Frau und Tocher -, die sich uns für die nächsten Etappen unserer Exkursion anschließen. Mein Sprößling Henny macht eine Ausbildung beim BSH, aber was nun kommt, nämlich die Flaschenpostsammlung des BSH, kennt sie auch noch nicht. Also fragen wir uns zur Bibliothek durch. Breites Grinsen bei uns allen, als wir in einem der Flure auf eine Aktivität für die ganz jungen Besucher stoßen. Die Kiddies basteln – na klar, was auch sonst! – Flaschenposten! Wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Weiterlesen

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Flaschenpost aussetzen, – darf man das?

Gelegentlich taucht die Frage auf, ob es überhaupt erlaubt sei, Flaschenposten auszusetzen. Okay, beginnen wir also zunächst mal mit einem Disclaimer:

In allen zivilisierten Ländern ist es verboten, Müll in Binnen- oder Küstengewässer zu werfen. Und als Müll gilt im Zweifelsfalle alles, was kein Wasserfahrzeug, kein Seezeichen, kein Messgerät und kein Teil einer Infrastruktur (Seekabel usw.) ist. In der Bundesrepublik Deutschland ist § 324 StGB maßgeblich. Wenn jemand eine Flaschenpost aussetzt, dann handelt er auf eigene Verantwortung.

Allerdings muss jemand schon sehr kleinkariert sein, um eine geleerte Flasche, die den Weg nicht in in Richtung Recyclingcontainer oder Pfandstation einschlägt, sondern mit einer persönlichen Botschaft zu unbekannten Ufern unterwegs ist, als Müll zu bezeichnen. Ich habe noch nie davon gehört, dass jemandem daraus ein Strick gedreht wurde. Weiterlesen

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Ein Freitagsfoto. Und ein wenig Flaschenposthistorie.

Das Helmholz-Zentrum Geesthacht betreibt neben dem offiziellen Website noch ein Weblog, in dem mit Beiträgen für „ganz normale“ Leser die Arbeit des Institutes zur Küstenforschung allgemeinverständlich vorgestellt wird. Die Texte sind also nicht in einem Fachchinesisch geschrieben, sondern bietet sehr anschaulich und kurzweilig einen Einblick in den Alltag der Küstenforscher. Der Charme zeigt sich auch darin, dass Frau Frings, die das Blog betreut, die Leserschaft immer mit einem „Freitagsfoto“, verbunden mit einer kleinen Rätselfrage, ins Wochenende schickt. 🙂

Und heute hat sie dabei mit lieben Worten auf meinen Blog Flaschenposten hingewiesen!
Oh, da fühle ich mich jetzt richtig gebartpinselt! 😀

„… thematisch hängen Küstenforschung und Flaschenpost eng zusammen. Küste und Flaschenpost erzählen von Lebensgeschichten und Flaschenpost ohne Forschung (woher kommt sie, welchen Weg nahm sie, wie lange war sie unterwegs, wer ist der Absender?) ist undenkbar“, schreibt Frau Frings.

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Historische Flaschenpost im Friesenmusem in Wyk auf Föhr.

Ja, dass kann ich auch als Flaschenpostliebhaber nur bestätigen. Schließlich begann mein Faible für dieses altertümliche und doch immer noch faszinierende Kommunikationsmittel damit, dass ich in einem Museum eine von Meeresforschern ausgesetzte Flaschenpost entdeckte und zu gern gewusst hätte, wo sie ins Wasser geworfen wurde und welchen Weg sie bis zu ihre „Landung“ im Nordfriesischen Wattenmeer genommen hatte. Davon hatte ich ja mal ganz zu Anfang in meinem allerersten Blogpost erzählt.

Neben der Auswertung von Wetter-, Eis- und Seegangaufzeichnungen aus den Logbüchern der Seefahrer waren diese Flaschenposten eines der ersten Mittel, denen sich die frühe Ozeanographie im 19. Jahrhundert bediente. Weiterlesen

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Strömungs-Simulation!

Wo könnte eine Flaschenpost ankommen? Oder wie verteilen sich Plastikpartikel im Meer?

Auf diesem Website kann man es berechnen lassen!

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Flaschenpost als Kunstgattung

Immer wieder bedienen sich Künstler der Flaschenpost als Medium. Oder sie laden andere dazu ein, bei so einem Projekt mitzumachen.

Manchmal ganz klassisch, in dem sie eigene  in Glasbehälter verpacken, sie dem nassen Element anvertrauen oder an Land für zufällige Finder deponieren.

Manchmal wird auch das „Phänomen Flaschenpost“ selbst zum kreativen Thema, so wie bei Frank Popp und seinen „Nachrichten und Botschaften aus dem Leben“ oder der mit musealem Augenzwinkern gestaltete Setzkasten „Post-Art-Museum“ von Rolf Sturm (dort unbedingt auf das das Bild rechts klicken und angucken!).

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No. 77 und 84 von Hilke Kurzke. Die linke Flaschenpost enthält vielleicht eine Schriftrolle, die rechte in der Schublade ein richtiges kleines Buch!

Gerade hat Hilke Kurzke eine Reihe ganz zauberhafter Flaschenposten gestaltet und in diesem Zusammenhang gefragt, ob es sich bei Flaschenposten um „Bücher“  handelt.

Nun, Bücher haben für mich immer mehrere Seiten und sind gebunden oder geheftet. Jedenfalls sind sie mehr als nur ein Zettel.  Da Hilke eine ausgewiesene Expertin für den kreativen Umgang mit Papier ist, wette ich, dass sie auch so was spielend hinbekommt: ein hübsches Heftchen oder ein Leporello, dass in eine Flasche passt – und auch wieder herauszubekommen ist ;-). Wobei, da hast du Recht, liebe Hilke, natürlich auch eine Schriftrolle als Buch gelten darf. Und auch eine beschriftete oder bebilderte Origami-Schlange, falls so etwas zufällig mal aus einer deiner Buddeln krabbeln sollte. 😀

Wenn der Flaschenbrief Geschriebenes enthält, – ich meine jetzt mehr als nur eine Kontaktadresse und „bitte schreib zurück“ – , dann ist es irgendwie Lesestoff. Und damit Literatur!

Und alles von Menschenhand Geschaffene ist, wie mich mein Sprössling belehrte, Kunst. Selbst der liebevoll gekritzelte Name und die Adresse eines Kindes, das ich in einer Mineralwasserflasche fand, zeigte Kreativität, – das kleine Mädchen hatte dazu eine mehrfarbigen Buntstift gewählt. 🙂

Halten wir also fest: Jede Flaschenpost, die einen Gestaltungswillen zeigt, ist Kunst. Und weil sie an eine bestimmte Form gebunden ist, stellt die Flaschenpost eine eigene Kunstgattung dar.

Wie sollen wir sie benennen?

Für die Flaschenposten, bei denen das Textliche im Vordergrund steht, hatte ich „Driftline Readings“ vorgeschlagen. Englisch ist so schön griffig! 😉 Diejenigen Werke, die keine oder weniger  Lesekenntnisse verlangen, können wir analog „Driftline Art“ nennen. Oder, da ja nicht alle dieser Werke eine Driftfahrt zu absovieren haben,  „Bottled Art“ als übergreifenden Begriff.

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Wie hoch ist die Chance, auf eine Flaschenpost Antwort zu bekommen?

Jemand fragte heute danach. Antwort auf diese Frage bekommt man am Besten von denen, die viele Flaschenposten ausgesetzt und darüber auch Buch geführt haben.

Da wäre zunächst die Deutsche Seewarte zu nennen, die mit Flaschenposten die Erforschung von Meeresströmungen vorantrieb und auch die Archivierung der zurückgesendeten Flaschenbriefe mit preußischer Korrektheit sicherstellte. Die Sammlung, die sich heute im Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie in Hamburg befindet, enthält 662 dieser Dokumente. Das sind ca. 12 % der im Auftrag der Seewarte zwischen 1864 und 1933 weltweit ausgesetzten Flaschenposten.

Zwar ist die von den damaligen Ozeanographen benutzte Methode längst nicht mehr auf dem aktellen Stand der wissenschaftlichen Möglichkeiten, aber sie findet immer wieder Nachahmer. Einige Lehrer versuchen ihren Schülern ein Verständnis für die Bedeutung der Meeresströmungen zu vermitteln, in dem sie sie wie Anno dazumals Flaschenposten verschicken lassen. Einer von ihnen ist der Japaner Toshio Enjo. Seine  Schüler aus Tottori an der Westküste von Honshu setzten in den 70er Jahren rund 5500 Seeflaschen aus und erhielten 760 Antworten. Weiterlesen

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