Beiträge mit dem Schlagwort: Ostsee

Post aus Skummeslövsstrand

Eine Fundmeldung

Beim Ausnehmen des Briefkastens…

…ja, „Ausnehmen“, das ist das richtige Wort. Ich kann mich dabei ja nicht selbst sehen, aber bestimmt mache ich dabei so ein verkniffenes Igitt-Gesicht wie beim Säubern von Fisch. Nur dass mir dabei kein glibberiges Gedärm entgegenkommt, sondern haufenweise Weihnachtswerbung, Gutscheine hiesiger Kaufhäuser (einzulösen vorgestern bei gleichzeitigem Einkauf in Höhe von drei Monatsgehältern) und Therapieangebote der Bank für mein anorektisches Sparschwein. Bäh, nee…

Aber gestern purzelte mir doch eine Postkarte entgegen! – Aber aus der Verwandtschaft ist doch gar keiner in Urlaub?

Skummeslövstrand steht unter den Strandfotos auf der Bildseite. Auf schwedischen Briefmarken lustige Piepmätze. Skummes… was?

„Hello Peter! I found your bottle post in Skummeslövsstrand, Prov Halland in Sweden…“ begann ich zu lesen. Weiterlesen

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Tauchflaschenpost: Wie man Geheimdienste austrickst. ;-)

Eigentlich wissen wir es ja alle. Un-eigentlich verdrängen wir es gern. Wer ins Internet geht, Suchmaschinen benutzt oder in sozialen Netzwerken aktiv ist, wird ausgespäht. Tante Google speichert Suchbegriffe und aufgerufene Websites. Facebook analysiert jedes „like“, greift Daten aus dem Smartphone ab, erstellt Bewegungsprofile. Man braucht nicht einmal viele Angaben über sich selbst zu machen, – allein die App auf dem Handy lässt Big Brother aus Orwells Roman 1984 vor Neid erblassen. Auch wer nach jeder Internetsitzung brav alle Cookies aus dem Browser löscht, behält ein mulmiges Gefühl. Youtube merkt sich auch so, was wir da zuletzt angeguckt haben. Und spätestens seit der Enthüllungen eines Edward Snowden wissen wir, dass die Geheimdienste sowieso alles scannen, was an Bits und Bytes über die großen Server läuft. Sogar Adressen von analoger Post wird für die NSA abfotografiert.

Und doch gibt es eine Nachrichtenform, die den Schlapphüten durch die elektronischen Lappen geht. Weil sie nicht elektronisch ist. Klar, ich meine die Flaschenpost!

Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. So treibt eine kleine Buddel mit einem netten Brief von China womöglich direkt nach Nordkorea und schert sich nicht um Grenzpolizei, Staatsicherheitsdienst, Sperrzonen und was es dort sonst noch so gibt. Einfachheit schlägt Überwachungstechnik!

Ob die Grenzschützer auf ihren Patroullienbooten wohl auf so was achten?

Hm, – vielleicht könnte eine kleine zusätzliche Tarnung nicht schaden?

Bei einer Plauderei mit dem Journalisten Oliver Lück hatte ich eine kleine technische Finesse entworfen: Weiterlesen

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Angela Erdmann und die 101 Jahre alte Flaschenpost aus der Kieler Bucht.

Kieler Flaschenpost von 1913.

„Riedels“ Flaschenpost von 1913.

Ich hatte hier schon einmal über die Flaschenpost von 1913 aus der Kieler Bucht berichtet. Gerade habe ich entdeckt, dass Angela Erdmann, die Enkelin von Richard Platz, genannt „Riedel“,  ein eigenes Website über die alte Flaschenpost, über ihren Absender und die damit verbundene Historie gemacht hat. Eine umfassende Dokumentation!

Ich finde es faszinierend, was der Fund bei Frau Erdmann ausgelöst hat. Familiengeschichte als Selbstfindung, – ein mutiges und sehr menschliches Bekenntnis, das in den dort verknüpften Filmbeiträgen zum Ausdruck kommt.

Eine ganz herzliche Leseempfehlung! => http://www.riedels-flaschenpost.de/

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Flaschenpostfindetage.

Eigentlich ist es überfällig, diese Geschichte weiter zu schreiben. Aber es gab in den letzten Tagen viel zu tun. Unter anderem war einiges an Post zu erledigen. Flaschenpost. Flaschenpost von jungen Damen. Und das duldet natürlich keinen Aufschub. 😉

Am 19. September fand ich drei Flaschen mit ganz tollen Bildern, die Mädchen im Alter von viereinhalb, fünf und sieben Jahren während einer Hochzeitsfeier gemalt hatten. Und am 4. Oktober gab es wieder Flaschenpost. Wieder von drei Mädels, dieses mal etwas älter (den Handschriften nach vielleicht zwischen 12 und 14). Die drei hatten zusammen eine Buddel auf die Reise geschickt.

Natürlich bekamen alle einen ausführlichen Fundbericht als Antwort. Den ersten drei, die ja noch sehr jung sind, schrieb ich ein bischen im Ohrenbär-Stil¹: Weiterlesen

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Eine verschollene Bombe und ein geschlossenes Postamt.

9. Januar 2005. Punkt 12 Uhr wurden die Leinen losgeworfen und die Platessa von Esbjerg tuckerte in die Eckernförder Bucht hinaus. Es hatte kurz zuvor noch ordentlich gepustet und geregnet. Aber nicht nur deswegen blieben die beiden Gaffelsegel des Haikutters an den Bäumen festgebändselt. Mannschaft und Gäste des Traditionsseglers hatten nämlich unter Deck Wichtiges zu beschicken.

Zunächst mal stärkte man sich mit heißen Getränken und Suppe für die bevorstehenden Taten. Dann, als die Tafel abgeräumt war, wurde es feierlich. Zwei gleichlautende Urkunden wurden auf dem Kajütentisch ausgebreitet und alle der Anwesenden setzten ihre Unterschrift unter die Dokumente. Susanne Jeske-Paasch, die Bürgermeisterin von Eckernförde, die „Künstler und Kaoten“, die sich immer Donnerstags in der Wikingerkneipe Utgard trafen und die diese Aktion ausgeheckt hatten. Und natürlich ihr Kopf, Postadmiral Ewald Huß, – mit Rauschebart und breiter Statur ein Kapitän wie aus dem Bilderbuch!

Postadmiral? Ja, darum ging es. Um Post, genauer: Weiterlesen

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Flaschenpostgeschichten. Ein Abend mit „Käpt’n Kork“.

Das Buch ist ist nun da! Seit Ostern ist es auf dem Markt. Heute hat es der Autor mit einer Lesung in Kiel-Friedrichsort vorgestellt. Ich meine dieses:

Oliver Lück, Flaschenpostgeschichten: Von Menschen, ihren Briefen und der Ostsee. (Hamburg 2016: Rowohlt). TB 240 S.

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Blogartikel geschrieben, wie der reiselustige Journalist mit dem Spitzbart mich in sein Buchprojekt involvierte. Deswegen würde es für mich nicht so richtig passen, eine Rezension zu schreiben. Aber ein bischen über den heutigen Abend plaudern, das will ich mir nicht nehmen lassen.

Die Buchhandlung Almut Schmidt ist einer jener Läden, die sich mit Engagement, Mut und dem Charme des Individuellen gegen die mehrstöckigen Buchkaufhäuser der Innenstädte stemmen. Hoffentlich mit Erfolg! Hier, ganz nah an der Ostsee, sollte Oliver Lücks Lesereise beginnen. Weiterlesen

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Flaskepost fra X.

Dänemark* hat eine Landfläche von 42’921 km². Überschaubar, könnte man meinen. Aber die Fläche verteilt sich neben Jütland auf und sage und schreibe 1419 Inseln. Heißt: Dänemark hat viel Wasser drumrum. Also viel Küste. Irreviel Küste. 7314 km! Das entspricht so etwa der Entfernung Kairo – Kapstadt. Der Landvermesser, der da mit dem Zollstock unterwegs war,  musste sich oft die Schuhe neu besohlen lassen.

Flaskepost fra X

Screenshot, Bildrechte Flaskepost fra X.

Klar, dass bei einer solchen Küstenlinie viel antreibt. Hoffentlich nur Gutes! Flaschenpost zum Beispiel.

Ann Følbæk, Nanna Jakobsgaard und Simone Terndrup, drei junge Redakteurinnen, haben sich nun dieses Themas angenommen. Aber sie beschränken sich längst nicht nur auf Dänemark. Sie sammeln Flaschenposten, bzw. Nachrichten und Fundmeldungen aus aller Welt, um sie auf ihrem Website Flaskepost fra X und ihrer gleichnamigen Facebook-Seite (der Titel in Anlehnung an den Roman und Film „Flaskepost fra P“ von Jussi Adler Olsen) vorzustellen.

Dort schreiben sie:

Often are the bottles we find on the beach something that should be in the trash. Sometimes though behind litter and seaweed you might find a message in a bottle from a complete stranger.
But what happens after the bottle message is found? How do finder and sender find each other? And what kind of bond can a message in a bottle lead to?
That we are going to investigate and to do that we need all the help we can get from you guys.
Our mission is to find a message in a bottle and find the person, who sent it – no matter where in the world that person might be. We hope you would like to come along – and maybe share your own message in a bottle-stories at this page.

Flaskepost fra X bietet bislang Kurzportaits von Flaschenpostsammlern, verschiedene Podcasts, eine Flaschenpostgalerie, Fundmeldungen und sicher bald noch viel mehr. Stöbern lohnt sich!

Den drei Redakteurinnen viel Spaß beim Aufstöbern von Briefbuddeln und ihren Absendern und beim Präsentieren der Ergebnisse!

Und vielleicht treibt ja auch mal was von mir an euren Küsten an. 😉 Vom Leutturm Bülk bis Langeland sind es ja keine 30 Seemeilen!

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* Grönland und die Faröer nicht mitgerechnet.

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