Beiträge mit dem Schlagwort: Nordsee

Noch einmal die rote Flaschenpost von Föhr: offene Datierungsfragen

In meinem letzten Beitrag hatte ich mich auf die Spur der womöglich ältesten oder zumindest zweitältesten ungeöffneten Flaschenpost begeben. Wir alt sie genau ist, wissen wir nicht, denn von außen sind weder der Absender – sicher irgendein meereskundliches Forschungsinstitut – noch ein Datum zu erkennen. Also musste ich mich auf archäologische Methoden verlegen.

Die Form der Flasche weist Merkmale der sogenannten Torpedoflasche auf, hat aber einen Standboden. Außerdem wurden im offensichtlich gleichen Forschungsprojekt auch noch die altertümlichen Torpedoflaschen benutzt. Die Kampagne mit diesen rot bemalten Buddeln fällt also in die Übergangszeit, in der beide Flaschentypen, – solche mit spitzem und mit flachem Boden -, verwendet wurden. So weit war ich also gekommen. Aber wann genau war das?

Was lag näher, als bei jener Firma anzufragen, die von Beginn der Produktion an (1783!) marktführend im Geschäft kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke ist: Schweppes. Und ich bekam prompt eine freundliche Antwort aus der Service-Abteilung: Weiterlesen

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Die rote Flaschenpost: Luschern durchs Fenster

So wie manche Paare sich erinnern können, wann genau es zwischen ihnen „gefunkt“ hat, so weiß ich noch die Situation, in der ich mich in die Nordseeküste verliebt habe.

Ich war ein Pöks von elf Jahren und verbrachte in den Sommerferien ein paar Wochen in einem Zeltlager bei Nieblum auf Föhr. Einmal kamen wir recht spät von einem Ausflug zurück. Die Badegäste hatten den Strand geräumt, die Ebbe hatte eingesetzt. Im milden Abendlicht sah ich irgendwelche Watvögel, deren Namen ich als Stadtkind nicht kannte, im Schlick des Watts herumstochern. Gern wäre ich noch dort geblieben, hätte die Vögel beobachet und einfach die Stimmung genossen. Nur ging das nicht, denn obwohl uns unsere Betreuer damals viele Freiräume ließen, allein durften wir nicht an den Strand. Trotzdem blieben die Eindrücke haften.

Sicher kamen damals noch andere Erlebnisse hinzu, die meine Kinderseele prägten. Einmal gab es Sturm und wir Bubies mussten unter ganzem Körpereinsatz die Zeltleinen nachspannen, damit nichts wegflog. Unsere Halligfahrt mit dem Dampfer war auch recht schaukelig, fast die ganze Truppe wurde seekrank. Ich weiß noch, wie ich einmal beim Baden unversehens von der Strömung um hundert Meter versetzt wurde und das erst richtig begriff, als mich ein Betreuer aus dem Wasser pfiff. Natürlich gab es auch eine Wattwanderung nach Amrum. Wir Großstadtkids erlebten zum ersten Mal die Natur, –  hautnah und intensiv.

Museumsbesuche sind in diesem Alter normalerweise nicht so der Kracher. Aber auch im Friesenmuseum in Wyk begriff ich etwas von der Urgewalt der Natur, die dort an der Küste am Werke ist. Da waren alte Karten – früher waren die Landkarten ja noch richtig schön! – die die Küstenlandschaft ganz anders darstellten, als sie heute ist. Was hatten die Sturmfluten nicht alles schon weggerissen!

Manchmal waren es kleine Dinge, die etwas von der Kraft der Natur zeigten. Damals (1971, zwischenzeitlich ist das Museum umgestaltet worden) entdeckte ich in einer Vitrine Seeglas: ein paar Scherben und eine kleine Flasche (eine Parfumflasche, wenn ich mich richtig erinnere), die durch den unablässig über den Strand fegenden Sand vollkommen matt geworden waren.

Eine simple Flaschenpost, die die Phantasie eines Jungen beflügelte.

Und dann war da diese Flaschenpost. In meinem allerersten Blogartikel hatte ich schon davon erzählt. Mit groben Pinselstrichen war sie rot angestrichen, so dass sie Weiterlesen

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Scottish Author of 46 Year Old Message in a Bottle Has Been Found!

Flaschenpost(sender)jäger Clint Buffington hat mal wieder zugeschlagen und den „Donkeyman“ aufgestöbert!

Hier seine Fortsetzung dieser Geschichte.

Message In A Bottle Hunter™

Well it was a long hard search, but we did it! We found „Donkeyman“ James Robertson who sent a message in a bottle 46 years ago!

The story about James Robertson’s message broke in early January when Bernd Igwerks found the half-century old bottled note washed ashore on the small German island of Norderney.

bernd-igwerks-james-robertson-message-in-a-bottle Bernd Igwerks, with the 46 Year Old Message in a Bottle He Found. Photo courtesy: Nomo Online / nomo-norderney.de

I knew right away that there had to be special story behind this bottle–and a special person. Turns out I was right!

So, are you ready to meet James? Actually, he goes by Jimmy. Drumroll please!

Here he is, rock ’n rolling at the Beatles Cafe!

jimmy-robertson-at-the-beatles-cafe

And guess what? Guess what! Somewhere along the way, he fell in loooooove… ❤ ❤ ❤

jean-dancing Jean Robertson, looking great striking a pose!

jean-birthday-copy Jimmy’s wife, Jean.

Jimmy told me the story behind his…

Ursprünglichen Post anzeigen 665 weitere Wörter

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46 Jahre alt: Was (wo?) trieb Donkeymans Flaschenpost in all den Jahren?

„Donkeyman“ James Robertsons Flaschenpost wurde nach 46 Jahren auf Norderney gefunden. Der Reiseweg vom schottischen Edinburgh zur ostfriesischen Insel ist plausibel: Die Strömungen in der Nordsee verlaufen haupsächlich gegen den Uhrzeigersinn. Ungewöhnlich ist dagegen die Zeitspanne bis zum Fund, denn sonst schaffen Flaschenposten die Strecke in ein paar Monaten.
Wie kommts? Ich tippe mal darauf, dass die Driftbuddel seinerzeit von den Wogen einer Sturmflut in die Dünen der Insel geschleudert und dann schnell von Flugsand begraben wurde. Die Sturmflut der letzten Woche hat sie womöglich wieder freigespült, so dass sie erst jetzt gefunden werden konnte.

Aufgetrieben hat die Meldung meine Bloggerkollegin Ina.

Post scriptum: Und Flaschenpostjäger Clint Buffington trieb nun auch den „Donkeyman“ höchstselbst auf. Hier die Fortsetzung der Geschichte!

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Flaskepost fra X.

Dänemark* hat eine Landfläche von 42’921 km². Überschaubar, könnte man meinen. Aber die Fläche verteilt sich neben Jütland auf und sage und schreibe 1419 Inseln. Heißt: Dänemark hat viel Wasser drumrum. Also viel Küste. Irreviel Küste. 7314 km! Das entspricht so etwa der Entfernung Kairo – Kapstadt. Der Landvermesser, der da mit dem Zollstock unterwegs war,  musste sich oft die Schuhe neu besohlen lassen.

Flaskepost fra X

Screenshot, Bildrechte Flaskepost fra X.

Klar, dass bei einer solchen Küstenlinie viel antreibt. Hoffentlich nur Gutes! Flaschenpost zum Beispiel.

Ann Følbæk, Nanna Jakobsgaard und Simone Terndrup, drei junge Redakteurinnen, haben sich nun dieses Themas angenommen. Aber sie beschränken sich längst nicht nur auf Dänemark. Sie sammeln Flaschenposten, bzw. Nachrichten und Fundmeldungen aus aller Welt, um sie auf ihrem Website Flaskepost fra X und ihrer gleichnamigen Facebook-Seite (der Titel in Anlehnung an den Roman und Film „Flaskepost fra P“ von Jussi Adler Olsen) vorzustellen.

Dort schreiben sie:

Often are the bottles we find on the beach something that should be in the trash. Sometimes though behind litter and seaweed you might find a message in a bottle from a complete stranger.
But what happens after the bottle message is found? How do finder and sender find each other? And what kind of bond can a message in a bottle lead to?
That we are going to investigate and to do that we need all the help we can get from you guys.
Our mission is to find a message in a bottle and find the person, who sent it – no matter where in the world that person might be. We hope you would like to come along – and maybe share your own message in a bottle-stories at this page.

Flaskepost fra X bietet bislang Kurzportaits von Flaschenpostsammlern, verschiedene Podcasts, eine Flaschenpostgalerie, Fundmeldungen und sicher bald noch viel mehr. Stöbern lohnt sich!

Den drei Redakteurinnen viel Spaß beim Aufstöbern von Briefbuddeln und ihren Absendern und beim Präsentieren der Ergebnisse!

Und vielleicht treibt ja auch mal was von mir an euren Küsten an. 😉 Vom Leutturm Bülk bis Langeland sind es ja keine 30 Seemeilen!

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* Grönland und die Faröer nicht mitgerechnet.

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„BREAK THIS BOTTLE“: Rekord-Flaschenpost vollendet nach 108 Jahren planmäßig ihre Reise.

„Älteste Flaschenpost der Welt gefunden!“

Meldungen wie diese überschlagen sich in letzter Zeit. Okay, sie sind nicht so häufig wie Rekorde in Sportnachrichten, aber gemessen an der eher gemächlichen Fortbewegungsweise von Driftflaschen sind es recht viele Berichte in einer relativ kurzem Spanne. Wobei „älteste Flaschenpost“ nicht das absolute Alter des Dokumentes in der Buddel meint, sondern den größten zeitlichen Abstand zwischen Aussetzen und Finden. Aber schauen wir uns mal die Liste an: Weiterlesen

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Turbo-Tief Thompson und 12 + 1 Flaschenposten auf einen Streich!

9. Juli 2015.

Manchmal ist die gute alte Flaschenpost doch schneller als ein Blogger mit dem Internet! 13 Flaschenposten, über die ich später erzählen wollte, sind gefunden worden, bevor ich die erste Zeile über ein ereignisreiches (verlängertes) Wochenende auf den Bildschirm bringen konnte. Meine Erlebnisse wollte ich nach und nach in mehreren Artikeln berichten. Okay, das werde ich auch tun. 🙂

Aber nun, sozusagen mit dem Dessert das Dinner beginnend, die aktuelle Meldung mit ein paar einleitenden Stichworten: Ina Frings, Mitarbeiterin des Helmholtz-Zentrums Geesthacht – Zentrum für Material und Küstenforschung, hatte mich eingeladen, ein Stück mit dem Küstenforschungsschiff Ludwig Prandtl die Elbe hinunterzufahren (Impressionen davon auf dem Blog des Helmholtz Zentrums hier und hier).

Ziel der Fahrt war die Aktion „Forschung vor Anker“, bei der die Angehörigen des Institutes mit Vorträgen, Aktionen und Open Ship Tagen ihre Arbeit vorstellen. Dieses Jahr gehörte dazu auch eine Flaschenpostaktion für die jungen Besucher des Schiffes. Weiterlesen

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