Netzfunde

Flaschenpost im Internet.

Sie haben Post

Ein kleiner Lobgesang auf Handgeschriebenes, Flaschenpost und den Zauber des Unerwarteten. Gefunden in Ellys Ecke.

Ellys Ecke

Bei meinen ersten Schritten im Internet Ende der 90er Jahre waren es diese drei Worte, die eine wohlige Aufregung in mir aufkommen ließen. Ob mir wohl jemand geschrieben hat? Eine Email zu bekommen war damals noch etwas ganz Besonderes. Generell Post zu bekommen war schon immer ein spezieller Moment für mich und ist es bis heute. Damit meine ich nicht die vielen Spam-Mails oder Werbeflyer, die man ständig in seinem virtuellen oder auch physischen Briefkasten hat. Ich meine richtige Post. Wann habt Ihr das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief bekommen? Oder auch selbst geschrieben?

Mit einem Artikel in einer Zeitschrift über den handgeschriebenen Brief fing bei mir alles an. Aus diesem Artikel ist die Idee zu diesem Blog hier entstanden (Zurück zum Ich).

Aber auch eine elektronische Post kann diesen Moment der Freude und Vorfreude auslösen, wenn es sich um einen richtigen Brief handelt. Wie schnell sind heutzutage…

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Angela Erdmann und die 101 Jahre alte Flaschenpost aus der Kieler Bucht.

Kieler Flaschenpost von 1913.

„Riedels“ Flaschenpost von 1913.

Ich hatte hier schon einmal über die Flaschenpost von 1913 aus der Kieler Bucht berichtet. Gerade habe ich entdeckt, dass Angela Erdmann, die Enkelin von Richard Platz, genannt „Riedel“,  ein eigenes Website über die alte Flaschenpost, über ihren Absender und die damit verbundene Historie gemacht hat. Eine umfassende Dokumentation!

Ich finde es faszinierend, was der Fund bei Frau Erdmann ausgelöst hat. Familiengeschichte als Selbstfindung, – ein mutiges und sehr menschliches Bekenntnis, das in den dort verknüpften Filmbeiträgen zum Ausdruck kommt.

Eine ganz herzliche Leseempfehlung! => http://www.riedels-flaschenpost.de/

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Flaskepost fra X.

Dänemark* hat eine Landfläche von 42’921 km². Überschaubar, könnte man meinen. Aber die Fläche verteilt sich neben Jütland auf und sage und schreibe 1419 Inseln. Heißt: Dänemark hat viel Wasser drumrum. Also viel Küste. Irreviel Küste. 7314 km! Das entspricht so etwa der Entfernung Kairo – Kapstadt. Der Landvermesser, der da mit dem Zollstock unterwegs war,  musste sich oft die Schuhe neu besohlen lassen.

Flaskepost fra X

Screenshot, Bildrechte Flaskepost fra X.

Klar, dass bei einer solchen Küstenlinie viel antreibt. Hoffentlich nur Gutes! Flaschenpost zum Beispiel.

Ann Følbæk, Nanna Jakobsgaard und Simone Terndrup, drei junge Redakteurinnen, haben sich nun dieses Themas angenommen. Aber sie beschränken sich längst nicht nur auf Dänemark. Sie sammeln Flaschenposten, bzw. Nachrichten und Fundmeldungen aus aller Welt, um sie auf ihrem Website Flaskepost fra X und ihrer gleichnamigen Facebook-Seite (der Titel in Anlehnung an den Roman und Film „Flaskepost fra P“ von Jussi Adler Olsen) vorzustellen.

Dort schreiben sie:

Often are the bottles we find on the beach something that should be in the trash. Sometimes though behind litter and seaweed you might find a message in a bottle from a complete stranger.
But what happens after the bottle message is found? How do finder and sender find each other? And what kind of bond can a message in a bottle lead to?
That we are going to investigate and to do that we need all the help we can get from you guys.
Our mission is to find a message in a bottle and find the person, who sent it – no matter where in the world that person might be. We hope you would like to come along – and maybe share your own message in a bottle-stories at this page.

Flaskepost fra X bietet bislang Kurzportaits von Flaschenpostsammlern, verschiedene Podcasts, eine Flaschenpostgalerie, Fundmeldungen und sicher bald noch viel mehr. Stöbern lohnt sich!

Den drei Redakteurinnen viel Spaß beim Aufstöbern von Briefbuddeln und ihren Absendern und beim Präsentieren der Ergebnisse!

Und vielleicht treibt ja auch mal was von mir an euren Küsten an. 😉 Vom Leutturm Bülk bis Langeland sind es ja keine 30 Seemeilen!

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* Grönland und die Faröer nicht mitgerechnet.

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Inspirationen

Einmal fragte mich eine Jounalistin, wer meine Flaschenposten finden solle. Nun, das kann man sich natürlich nicht aussuchen. Aber ich schilderte ihr als Wunschempfänger einen wachen, aufmerksamen Menschen, der sich nicht mit Mainstream-Konsum absättigen lässt. Jemanden, der ein Auge für die Natur und einen Sinn für das Unscheinbare hat. Jemanden, der offen ist für die Poesie des Zufalls.

So jemand ist Ina: eine sensible Beobachterin der Natur und ausgezeichnete Fotografin, die ihre Erlebnisse in ihrem Blog Heute schon gelebt auf sympathische Weise erzählt. Neuerdings sammelt sie bei Strandspaziergängen nicht nur schöne Muscheln und Steine, sondern auch Meerglas. Eine Flaschenpost hat sie allerdings bislang noch nicht gefunden. Aber dafür wird sie nun selbst welche auf die Reise schicken. Und sie wird darüber in einem neuen Blog bottled fortune berichten.

Also, herzlich willkommen im Club und ganz ganz viel fortune, liebe Ina! 🙂

Bottled Fortune

Es gibt so viele wundervolle Menschen rund um die Themen „Flaschenpost“ und „Meerglas“, die mich inspiriert haben. Mein Dank gilt Peter von den Flaschenposten, Ann-Christin mit ihrem Buch und ihrer Website Meerglas und nicht zuletzt Hilke mit ihren wundervollen Kunstobjekten zum Flaschenpost Projekt.

November 2015 an der dänischen Nordseeküste: Ich sammle fleißig Meerglas, das Glück ist mir hold. So gerne würde ich mal eine Flaschenpost am Strand finden, das wünsche ich mir seit Jahrzehnten. Da ist mir das Glück überhaupt nicht hold. Der Gedanke an Hilke, die sagt, dass es nicht darauf ankommt, wie weit ihre Flaschenpost kommt. Hauptsache, sie hat damit dem Finder Glück und Freude gebracht.

Genau. Darum geht es doch: Dem Finder Freude bereiten. Und vielleicht noch einen kleinen Glücksbringer dazu packen? Ja, das mache ich! Eine Idee ist geboren und will umgesetzt werden.

Der Name des Projekts: Bottled Fortune. Ja, ist in Englisch…

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Neu in der Zunft: Feodora Federkiel.

Die kleine Gemeinde der Flaschenpostler hat Zuwachs bekommen. Der Neuling in der Zunft der Flaschenpostler trägt den Namen Feodora Federkiel und hat gestern auch ein Website online gestellt.

Feodora wohnt offensichtlich an einem (schiffbaren?) Fluss und schreibt ihre Botschaften in einer altertümlichen Handschrift: in Sütterlin. Diese Schrift ist vor 100 Jahren in deutschen Schulen eingeführt und 1941 wieder abgeschafft worden. Sie dürfte also kaum irgendjemandem geläufig sein. Für die Finder gibt es damit ein Rätselraten, Recherchieren und alte Leute Fragen. Welch eine reizvolle Idee!

Feodora fotografiert scheinbar gerne. Und ihre Flaschenposten sind, wie man auf den Fotos sieht, professionell gemacht. Sie verwendet robuste klare Glasflaschen, die Briefe sind ordentlich zusammengebunden, sogar die Schnappverschlüsse hat sie noch mit Wachs abgedichtet. Aber mehr wissen wir von der Dame mit dem klangvollen Namen und nostalgischem Federzug nicht.

Warten wir mal ab, wann und wo die Zeilen mit der urgroßmütterlichen Formgebung auftauchen. 🙂

Der Debütantin in der Zunft viel Freude beim Schreiben weiterer Flaschenbriefe, den Findern viel Spaß beim wohl nicht so ganz einfachen Lesen! 🙂

Ein kleines bischen mehr gibt es über Frau Federkiel hier zu lesen.

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Post auf einsamer Insel.

Wer auf einer einsamen Insel wohnt, freut sich immer über Post. So die Ornithologin Julia Baer, die den Sommer allein mit gefiederten Mitbewohnern auf der Vogelinsel Trischen verbringt. Die Post kommt natürlich, wie bei Inseln üblich, über das Meer. Jeden Samstag mit dem  mit dem von Axel Rohwedder gesteuerten Boot Luise. Aber es gibt auch Post, die ohne Boot angeschwommen kommt. 😉

Ein paar originelle Beispiele von Flaschenpost hat Julia hier zusammengestellt.

Ach, ihr lieben Flaschenpostschreiberkollegen, wenn ihr dem Mädel nächstes Jahr wieder Briefe and den Spülsaum schickt und sie euch auch zurückschreibt, dann meldet euch doch gerne noch einmal bei ihr! Das geht auch mit Briefpost im Umschlag, nicht nur in der Flasche! 😉 Einsame Inselabende können nämlich verdammt lang sein. Wenn nicht anderes raus kommt als nur ein Zettel, können nämlich auch Flaschenposten mal langweilig werden!

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„Inside a Whale“ – Das mexikanische Kunstprojekt geht weiter!

Die Stadt Zacatecas liegt fast 2500 m über dem Meeresspiegel. Trocken ist es dort, die jährliche Regenmenge liegt bei 328 mm, die durchschittliche Luftfeuchtigkeit bei 51 %. Eine karge Landschaft im Gebirge Mexikos. Bis zum Meer sind es 320 km (Pazifik) bzw. 485 km (Atlantik). Immerhin, Zacatecas war eine einsmals blühende und historisch bedeutsame Stadt, die durch Silberbergbau reich wurde und deren gut erhaltene malerische  Architektur heute zum Weltkulturerbe zählt.

Ausgerechnet dort, weit ab vom Meer, haben einige Leute ihren Faible für Flaschenposten entdeckt! Es gibt eine reiche künstlerische und literarische Tradition in dem Ort. Und einige aus dieser Szene haben 2011 Flaschenposten gestaltet, eine ganze Kiste voll. Und die haben sie dann zur Pazifikküste gekarrt und von einem Boot aus über Bord gehen lassen. Eine davon wurde im Juni diesen Jahres 6500 km entfernt auf dem Palmyra-Atoll angetrieben.

Das Projekt nennt sich „Inside a Whale“ und soll mit dem Wagnis der Ungewissheit von Weg und Ziel der treibenden Botschaften eine Antwort auf die elektronisch globalisierte Welt sein.

Dieses Jahr geht es weiter. Wieder werden Künstler eingeladen, eine Flaschenpost beizusteuern. Dieses Mal soll die Reise von Brasilien aus losgehen.

Von meiner Seite: Frohes Treiben-Lassen!

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