Netzfunde

Flaschenpost im Internet.

DO IT! – Flaschenpost und Bucket Lists

„Wie lang lebte man denn? Dreißig, fünfzig, siebzig Jahre vielleicht. Musste in dieser Zeit den Dschungel gesehen haben, die Wüste, die Kette des Himalaja, von Darjeeling aus, und die Türme von Manhattan. Wozu war einem sonst die Welt gegeben?“
Alfred Andersch, Kirschen der Freiheit.

„To kick the bucket“ heißt im Englischen so viel wie „den Löffel abgeben“ oder „über den Jordan gehen“. Für jeden heißt es ja mal rien ne va plus und der Sensemann weist einen in die Kiste. Und auf einer bucket list stehen die Dinge, die man unbedingt erlebt haben möchte, bevor Gevatter Tod einem mit bedeutungsvoller Geste die Knochenhand auf die Schulter legt.

Es scheinen besonders junge Frauen zu sein, die da mal mehr, mal weniger ernst, ihre Ideen dazu aufschreiben und das dann in ihren Weblogs veröffentlichen. Es ist ganz reizvoll, da zu stöbern und zu gucken, was die Jugend von heute so im Leben vor hat. Da sind die großen Lebenspläne:

Das Medizinstudium absovieren,

den Doktortitel erhalten,

in einem weißen Kleid heiraten,

eine echte Familie haben, schreibt eine Studentin.

Reiseziele werden genannt, wie die von Alfred Andersch im Zitat oben. Aber auch einfach verrückte Sachen, die Spaß machen. Oder irgendwas, was man sich einfach nur noch nicht getraut hat: Weiterlesen

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Die High-Tech-Version der Flaschenpost

DrifterAls frühe Hydrographen mit der guten alten Flaschenpost Meeresströmungen erforschen wollten, ging es um zweierlei: Wohin führt die Oberflächenströmung? Und wie schnell ist sie?

Heute, angesichts entscheidender ökologischer Fragestellungen, sind die Drifter wesentlich komplizierter geworden. Aber darüber sollen die Ozeanographen besser selbst erzählen. Eine anschauliche Schilderung aus dem Forschungsalltag findet sich hier unter den Oceanblogs. Eine herzliche Leseempfehlung meinerseits!

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Sie haben Post

Ein kleiner Lobgesang auf Handgeschriebenes, Flaschenpost und den Zauber des Unerwarteten. Gefunden in Ellys Ecke.

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Angela Erdmann und die 101 Jahre alte Flaschenpost aus der Kieler Bucht.

Kieler Flaschenpost von 1913.

„Riedels“ Flaschenpost von 1913.

Ich hatte hier schon einmal über die Flaschenpost von 1913 aus der Kieler Bucht berichtet. Gerade habe ich entdeckt, dass Angela Erdmann, die Enkelin von Richard Platz, genannt „Riedel“,  ein eigenes Website über die alte Flaschenpost, über ihren Absender und die damit verbundene Historie gemacht hat. Eine umfassende Dokumentation!

Ich finde es faszinierend, was der Fund bei Frau Erdmann ausgelöst hat. Familiengeschichte als Selbstfindung, – ein mutiges und sehr menschliches Bekenntnis, das in den dort verknüpften Filmbeiträgen zum Ausdruck kommt.

Eine ganz herzliche Leseempfehlung! => http://www.riedels-flaschenpost.de/

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Flaskepost fra X.

Dänemark* hat eine Landfläche von 42’921 km². Überschaubar, könnte man meinen. Aber die Fläche verteilt sich neben Jütland auf und sage und schreibe 1419 Inseln. Heißt: Dänemark hat viel Wasser drumrum. Also viel Küste. Irreviel Küste. 7314 km! Das entspricht so etwa der Entfernung Kairo – Kapstadt. Der Landvermesser, der da mit dem Zollstock unterwegs war,  musste sich oft die Schuhe neu besohlen lassen.

Flaskepost fra X

Screenshot, Bildrechte Flaskepost fra X.

Klar, dass bei einer solchen Küstenlinie viel antreibt. Hoffentlich nur Gutes! Flaschenpost zum Beispiel.

Ann Følbæk, Nanna Jakobsgaard und Simone Terndrup, drei junge Redakteurinnen, haben sich nun dieses Themas angenommen. Aber sie beschränken sich längst nicht nur auf Dänemark. Sie sammeln Flaschenposten, bzw. Nachrichten und Fundmeldungen aus aller Welt, um sie auf ihrem Website Flaskepost fra X und ihrer gleichnamigen Facebook-Seite (der Titel in Anlehnung an den Roman und Film „Flaskepost fra P“ von Jussi Adler Olsen) vorzustellen.

Dort schreiben sie:

Often are the bottles we find on the beach something that should be in the trash. Sometimes though behind litter and seaweed you might find a message in a bottle from a complete stranger.
But what happens after the bottle message is found? How do finder and sender find each other? And what kind of bond can a message in a bottle lead to?
That we are going to investigate and to do that we need all the help we can get from you guys.
Our mission is to find a message in a bottle and find the person, who sent it – no matter where in the world that person might be. We hope you would like to come along – and maybe share your own message in a bottle-stories at this page.

Flaskepost fra X bietet bislang Kurzportaits von Flaschenpostsammlern, verschiedene Podcasts, eine Flaschenpostgalerie, Fundmeldungen und sicher bald noch viel mehr. Stöbern lohnt sich!

Den drei Redakteurinnen viel Spaß beim Aufstöbern von Briefbuddeln und ihren Absendern und beim Präsentieren der Ergebnisse!

Und vielleicht treibt ja auch mal was von mir an euren Küsten an. 😉 Vom Leutturm Bülk bis Langeland sind es ja keine 30 Seemeilen!

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* Grönland und die Faröer nicht mitgerechnet.

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Inspirationen

Einmal fragte mich eine Jounalistin, wer meine Flaschenposten finden solle. Nun, das kann man sich natürlich nicht aussuchen. Aber ich schilderte ihr als Wunschempfänger einen wachen, aufmerksamen Menschen, der sich nicht mit Mainstream-Konsum absättigen lässt. Jemanden, der ein Auge für die Natur und einen Sinn für das Unscheinbare hat. Jemanden, der offen ist für die Poesie des Zufalls.

So jemand ist Ina: eine sensible Beobachterin der Natur und ausgezeichnete Fotografin, die ihre Erlebnisse in ihrem Blog Heute schon gelebt auf sympathische Weise erzählt. Neuerdings sammelt sie bei Strandspaziergängen nicht nur schöne Muscheln und Steine, sondern auch Meerglas. Eine Flaschenpost hat sie allerdings bislang noch nicht gefunden. Aber dafür wird sie nun selbst welche auf die Reise schicken. Und sie wird darüber in einem neuen Blog bottled fortune berichten.

Also, herzlich willkommen im Club und ganz ganz viel fortune, liebe Ina! 🙂

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Neu in der Zunft: Feodora Federkiel.

Die kleine Gemeinde der Flaschenpostler hat Zuwachs bekommen. Der Neuling in der Zunft der Flaschenpostler trägt den Namen Feodora Federkiel und hat gestern auch ein Website online gestellt.

Feodora wohnt offensichtlich an einem (schiffbaren?) Fluss und schreibt ihre Botschaften in einer altertümlichen Handschrift: in Sütterlin. Diese Schrift ist vor 100 Jahren in deutschen Schulen eingeführt und 1941 wieder abgeschafft worden. Sie dürfte also kaum irgendjemandem geläufig sein. Für die Finder gibt es damit ein Rätselraten, Recherchieren und alte Leute Fragen. Welch eine reizvolle Idee!

Feodora fotografiert scheinbar gerne. Und ihre Flaschenposten sind, wie man auf den Fotos sieht, professionell gemacht. Sie verwendet robuste klare Glasflaschen, die Briefe sind ordentlich zusammengebunden, sogar die Schnappverschlüsse hat sie noch mit Wachs abgedichtet. Aber mehr wissen wir von der Dame mit dem klangvollen Namen und nostalgischem Federzug nicht.

Warten wir mal ab, wann und wo die Zeilen mit der urgroßmütterlichen Formgebung auftauchen. 🙂

Der Debütantin in der Zunft viel Freude beim Schreiben weiterer Flaschenbriefe, den Findern viel Spaß beim wohl nicht so ganz einfachen Lesen! 🙂

Ein kleines bischen mehr gibt es über Frau Federkiel hier zu lesen.

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