Beiträge mit dem Schlagwort: Ozeanographie

Die High-Tech-Version der Flaschenpost

DrifterAls frühe Hydrographen mit der guten alten Flaschenpost Meeresströmungen erforschen wollten, ging es um zweierlei: Wohin führt die Oberflächenströmung? Und wie schnell ist sie?

Heute, angesichts entscheidender ökologischer Fragestellungen, sind die Drifter wesentlich komplizierter geworden. Aber darüber sollen die Ozeanographen besser selbst erzählen. Eine anschauliche Schilderung aus dem Forschungsalltag findet sich hier unter den Oceanblogs. Eine herzliche Leseempfehlung meinerseits!

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Iceland 1 und Iceland 2: treue Gefährten.

Am 10. Januar diesen Jahres startete das isländische Fernsehen ein spannendes Experiment. Es wurden südlich von Reykjanes per Hubschrauber gleichzeitig zwei mit GPS-Sendern ausgestattete Flaschenposten ausgesetzt. Der Startpunkt lag ca 40 km vor der Küste.

Den Reiseweg der Drifter kann man im Internet auf dieser Karte verfolgen (evtl. etwas nach unten scrollen). Sie namen zunächst westwärts Kurs auf Grönland, um dann mit dem Ostgrönlandstrom Richtung Süden abzubiegen. Gemeinsam drehten sie eine große Ehrenrunde zwischen den Beiden Inseln, schipperten dann an Kap Farwell vorbei und in einem Kringelkurs durch die Labradorsee. Der Labradorstrom brachte sie dann zum Nordatlantischen Strom, mit dem sie nun den Ozean in Richtung Europa überqueren.

islandische-flaschenposten

Screenshot. Credit http://www.krakkarúv.is

Iceland 1 (auf der Karte rot markiert) hat bis heute 12802.7 km zurückgelegt, Bei Iceland 2 (grün) sind es 12399.8 km. Für mich faszinierend: Auf der ganzen Strecke sind sie einander treu geblieben. Auch nach nun fast einem Jahr sind sie vielleicht gerade mal 400 km voneinander getrennt.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht!

Wer mal vergleichen möchte: Hier ein ähnliches Experiment, das Arved Fuchs von Ostgrönland aus durchführte. Und hier ein weiteres, das nördlich von Spitzbergen begann und an der südgrönlandischen Küste endete, – übrigens streckenweise mit einem ganz ähnlichen Kursverlauf wie bei unseren beiden Isländern!

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Großartiges Werkzeug

Auch wenn die Oberflächenströmung nicht nur vom Wind, sondern auch von der Tide, von globalen Strömungssystemen und lokalen Gegebenheiten, Gegen- und Ringströmen usw. abhängig ist, so lohnt sich doch immer ein Blick auf die Prognosen.

Für deutsche Küstengewässer gibt es hier detailierte Strömungs-Prognosekarten.

 

Bottled Fortune

Da hüpft das Flaschenpostler-Herz vor Freude! Von einem Kollegen habe ich den Tipp für die Website windyty.com bekommen. Nach seinen Erfahrungen sind die Prognosen ziemlich genau. Mit diesem Tool hat man alle erforderlichen Daten für einen geplanten Abwurf auf einen Blick: Windrichtung und -stärke, Seegang mit Wellenhöhe und -periode. Das Beste: für fast alle Orte weltweit!

So kann ich auch schauen, was sich in Yantai so tut 🙂

190616 Screenshot windyty.com

Ursprünglichen Post anzeigen

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„BREAK THIS BOTTLE“: Rekord-Flaschenpost vollendet nach 108 Jahren planmäßig ihre Reise.

„Älteste Flaschenpost der Welt gefunden!“

Meldungen wie diese überschlagen sich in letzter Zeit. Okay, sie sind nicht so häufig wie Rekorde in Sportnachrichten, aber gemessen an der eher gemächlichen Fortbewegungsweise von Driftflaschen sind es recht viele Berichte in einer relativ kurzem Spanne. Wobei „älteste Flaschenpost“ nicht das absolute Alter des Dokumentes in der Buddel meint, sondern den größten zeitlichen Abstand zwischen Aussetzen und Finden. Aber schauen wir uns mal die Liste an: Weiterlesen

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Die Flaschenposten der Deutschen Seewarte: Ein Besuch beim BSH.

Zugegeben: Besonders „zeitnah“ kommt dieser Artikel nicht. Aber wer wird schon ausgerechnet von einem Liebhaber von meistens nicht so eiligen Flaschenposten life blogging erwarten? 😉  Hier also der zweite Teil der Exkursion zum Hamburger Hafen, die ich am 4. Juli zusammen mit der Bloggerin Andrea  und dem Flaschenpostsammler Clint Buffington unternommen habe. Ich hatte die beiden und auch den Anlass unseres Ausflugs hier im ersten Teil der Serie schon kurz vorgestellt.

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Es ist kurz vor elf und schon heiß und und für Hamburger Verhältnisse außerordentlich stickig, als wir die breite Treppe oberhalb der Landungsbrücken hoch steigen. Vor dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) flattern viele Fahnen. Das Haus hat heute Tag der offenen Tür. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Behörde, die nach der Wiedervereinigung durch Zusammenlegung ost- und westdeutscher Institutionen neugegründet wurde.

Im Foyer treffen wir meine beiden Mädels – Frau und Tocher -, die sich uns für die nächsten Etappen unserer Exkursion anschließen. Mein Sprößling Henny macht eine Ausbildung beim BSH, aber was nun kommt, nämlich die Flaschenpostsammlung des BSH, kennt sie auch noch nicht. Also fragen wir uns zur Bibliothek durch. Breites Grinsen bei uns allen, als wir in einem der Flure auf eine Aktivität für die ganz jungen Besucher stoßen. Die Kiddies basteln – na klar, was auch sonst! – Flaschenposten! Wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Weiterlesen

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Ein Freitagsfoto. Und ein wenig Flaschenposthistorie.

Das Helmholz-Zentrum Geesthacht betreibt neben dem offiziellen Website noch ein Weblog, in dem mit Beiträgen für „ganz normale“ Leser die Arbeit des Institutes zur Küstenforschung allgemeinverständlich vorgestellt wird. Die Texte sind also nicht in einem Fachchinesisch geschrieben, sondern bietet sehr anschaulich und kurzweilig einen Einblick in den Alltag der Küstenforscher. Der Charme zeigt sich auch darin, dass Frau Frings, die das Blog betreut, die Leserschaft immer mit einem „Freitagsfoto“, verbunden mit einer kleinen Rätselfrage, ins Wochenende schickt. 🙂

Und heute hat sie dabei mit lieben Worten auf meinen Blog Flaschenposten hingewiesen!
Oh, da fühle ich mich jetzt richtig gebartpinselt! 😀

„… thematisch hängen Küstenforschung und Flaschenpost eng zusammen. Küste und Flaschenpost erzählen von Lebensgeschichten und Flaschenpost ohne Forschung (woher kommt sie, welchen Weg nahm sie, wie lange war sie unterwegs, wer ist der Absender?) ist undenkbar“, schreibt Frau Frings.

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Historische Flaschenpost im Friesenmusem in Wyk auf Föhr.

Ja, dass kann ich auch als Flaschenpostliebhaber nur bestätigen. Schließlich begann mein Faible für dieses altertümliche und doch immer noch faszinierende Kommunikationsmittel damit, dass ich in einem Museum eine von Meeresforschern ausgesetzte Flaschenpost entdeckte und zu gern gewusst hätte, wo sie ins Wasser geworfen wurde und welchen Weg sie bis zu ihre „Landung“ im Nordfriesischen Wattenmeer genommen hatte. Davon hatte ich ja mal ganz zu Anfang in meinem allerersten Blogpost erzählt.

Neben der Auswertung von Wetter-, Eis- und Seegangaufzeichnungen aus den Logbüchern der Seefahrer waren diese Flaschenposten eines der ersten Mittel, denen sich die frühe Ozeanographie im 19. Jahrhundert bediente. Weiterlesen

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Raketen, Papua und wirklich ganz viele Grüße an Curt.

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Countdown im Pazifik: die Raketenabschussplattform „Odyssey“. Im Hintergrund die „Sea Launch Commander“. Foto mit freundlicher Erlaubnis von Larry Trotter.

Ehrlich gesagt, ich hatte bislang gar nicht gewusst, dass es sowas gibt: eine schwimmende Abschussbasis für Raketen! Ich habe mich gleich mal schlau gemacht. Das System des kommerziellen Unternehmes Sea Launch besteht aus zwei Einheiten. Die Abschussplattform Odyssey ist eine frei schwimmende umgebaute Ölbohrinsel, die für jeden Start vom Heimathafen Long Beach in Kalifornien in die Weiten des Pazifiks navigiert wird. Die Zielposition ist dabei 154° W auf dem Äquator. Nachdem die Stabilisierungstanks der Plattform geflutet und die Rakete aufgerichtet und startklar gemacht ist, wechselt die Mannschaft auf das Begleitschiff Sea Launch Commander. Von dort wird der Start gesteuert. Neben Telekommunikations- und Fernsehsatelliten werden von den Spezialschiffen auch noch andere Kommunikationsmittel ausgesetzt. Und das ist wirklich rocket science vom Feinsten: Weiterlesen

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