Beiträge mit dem Schlagwort: Dr. Carl Häberlin Museum

Ein Freitagsfoto. Und ein wenig Flaschenposthistorie.

Das Helmholz-Zentrum Geesthacht betreibt neben dem offiziellen Website noch ein Weblog, in dem mit Beiträgen für „ganz normale“ Leser die Arbeit des Institutes zur Küstenforschung allgemeinverständlich vorgestellt wird. Die Texte sind also nicht in einem Fachchinesisch geschrieben, sondern bietet sehr anschaulich und kurzweilig einen Einblick in den Alltag der Küstenforscher. Der Charme zeigt sich auch darin, dass Frau Frings, die das Blog betreut, die Leserschaft immer mit einem „Freitagsfoto“, verbunden mit einer kleinen Rätselfrage, ins Wochenende schickt. 🙂

Und heute hat sie dabei mit lieben Worten auf meinen Blog Flaschenposten hingewiesen!
Oh, da fühle ich mich jetzt richtig gebartpinselt! 😀

„… thematisch hängen Küstenforschung und Flaschenpost eng zusammen. Küste und Flaschenpost erzählen von Lebensgeschichten und Flaschenpost ohne Forschung (woher kommt sie, welchen Weg nahm sie, wie lange war sie unterwegs, wer ist der Absender?) ist undenkbar“, schreibt Frau Frings.

Flaschenpost 5148

Historische Flaschenpost im Friesenmusem in Wyk auf Föhr.

Ja, dass kann ich auch als Flaschenpostliebhaber nur bestätigen. Schließlich begann mein Faible für dieses altertümliche und doch immer noch faszinierende Kommunikationsmittel damit, dass ich in einem Museum eine von Meeresforschern ausgesetzte Flaschenpost entdeckte und zu gern gewusst hätte, wo sie ins Wasser geworfen wurde und welchen Weg sie bis zu ihre „Landung“ im Nordfriesischen Wattenmeer genommen hatte. Davon hatte ich ja mal ganz zu Anfang in meinem allerersten Blogpost erzählt.

Neben der Auswertung von Wetter-, Eis- und Seegangaufzeichnungen aus den Logbüchern der Seefahrer waren diese Flaschenposten eines der ersten Mittel, denen sich die frühe Ozeanographie im 19. Jahrhundert bediente. Weiterlesen

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Wie ich zur Flaschenpost kam

„Was hast du da?“ Das Sonnendeck der Uthlande verdiente seinen Namen nicht, es nieselte aus einem grauen Himmel vor sich hin. Aber ein paar Jungs trotzen dem Wetter. Nun drängten sie sich an der Reling um mich herum. Ich hatte eine kleine robuste Sektflasche aus dem Rucksack gekramt. „Eine Flaschenpost“, erklärte ich und ließ sie einen Blick auf das kleine Röllchen Papier werfen, das in der Buddel eingesperrt war. „Boah, ey! Cool!”

Ich staunte nicht schlecht. Dachte ich doch, für ein „Boah ey“ aus dem Munde der Kids müsste man ihnen schon mit einem Motorrad-Sprung über brennende Strohballen kommen. Oder wenigstens mit dem allerneuesten Computerspiel. Aber die Jungs waren fasziniert von diesem Stück Wohlstandsmüll, dass ich durch ein hineingestecktes Blatt Papier in ein anachronistisches Kommunikationsmittel verwandelt hatte.

Am liebsten hätten sie die Buddel aufgemacht und den Text gleich gelesen. Pech gehabt: Der Korken war mit Siegellack gesichert und darauf prangte der Abdruck eines Uniformknopfes, der mir als Petschaft herhalten musste. So bewahrte der vor dem Altglascontainer gerettete Piccolo sein Flaschenbriefgeheimnis. Nur zu lüften durch irgendeinen Empfänger, der auch für den Absender ein Geheimnis sein sollte. Irgendein Strandwanderer, ein Badegast, Küstenschutzarbeiter oder wer auch immer.

Also ließ ich mein Fläschchen in die auflaufende Flut wirbeln.

An fast der gleichen Stelle, in der Norderpiep zwischen Föhr und Langeneß, war vor vierzig Jahren meine erste Flaschenpost nach Außenbord gegangen. Dazu kam es so: Weiterlesen

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