Beiträge mit dem Schlagwort: Plastik im Meer

Die Ruhe nach dem Sturm. Ein Herbsttag am Strand.

Wenn die Liebste für ein paar Tage auf Reisen ist, dann darf man sich doch auch einen freien Tag nehmen, oder? Das Wetter lädt jedenfalls dazu ein. Sonnenschein, ein fast klarer Himmel, und das im November! Gestern sah es noch ganz anders aus. Schneegestöber, es war nasskalt und es pustete ordentlich. Es kam nicht nur ein Schwall Kaltluft aus polaren Regionen, der Wind hatte auch tüchtig Wasser in die Förden an der Kieler Bucht gedrückt. Im Radio gab es eine Sturmflutwarnung für die Ostseeküste. Das passiert nicht oft.

Ich wollte wissen, was das Wetter mit dem Strand von Schwedeneck angestellt hatte. Mich interessiert die Dynamik der Natur. Eine Küste ist für mich viel mehr als nur eine Linie zwischen Land und Meer. Sie ist für mich das „ganz große Theater“, so hatte ich es mal in einem Fernsehinterview gesagt. Kurz und gut: Ich sah beim Frühstück aus dem Fenster und mein Plan stand.

Aber so ganz wollte ich mich um die Hausarbeit doch nicht drücken. Keller aufräumen stand ja noch auf dem Zettel. Wenigstens sollte ich mich um das Altglas kümmern, dass da herumlag. Nach einer Stunde trällerte ich grinsend so eine Liedzeile: „I did it my way…“ Von wem war das noch? Fred Astaire? Nee, Frank Sinatra, oder?

Wer mich kennt, der weiß sicher, für welche Art des Upcyclings ich mich für die drei Wein- und die eine Bitter-Lemon-Flasche entschieden hatte. Jede war nun mit einer anderen Ausgabe der Baltic Sea Scrolls und zusätzlich einem Begleitbrief gefüllt, gut verschlossen und, zumindest die Weinflaschen, auch versiegelt.

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Kreativität, seetüchtig.

Eine fünfte Flasche wartete schon seit ein paar Wochen seeklar auf ihren Einsatz. Mit der hat es etwas Besonderes auf sich. Weiterlesen

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Die Flaschenposten der Deutschen Seewarte: Ein Besuch beim BSH.

Zugegeben: Besonders „zeitnah“ kommt dieser Artikel nicht. Aber wer wird schon ausgerechnet von einem Liebhaber von meistens nicht so eiligen Flaschenposten life blogging erwarten? 😉  Hier also der zweite Teil der Exkursion zum Hamburger Hafen, die ich am 4. Juli zusammen mit der Bloggerin Andrea  und dem Flaschenpostsammler Clint Buffington unternommen habe. Ich hatte die beiden und auch den Anlass unseres Ausflugs hier im ersten Teil der Serie schon kurz vorgestellt.

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Es ist kurz vor elf und schon heiß und und für Hamburger Verhältnisse außerordentlich stickig, als wir die breite Treppe oberhalb der Landungsbrücken hoch steigen. Vor dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) flattern viele Fahnen. Das Haus hat heute Tag der offenen Tür. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Behörde, die nach der Wiedervereinigung durch Zusammenlegung ost- und westdeutscher Institutionen neugegründet wurde.

Im Foyer treffen wir meine beiden Mädels – Frau und Tocher -, die sich uns für die nächsten Etappen unserer Exkursion anschließen. Mein Sprößling Henny macht eine Ausbildung beim BSH, aber was nun kommt, nämlich die Flaschenpostsammlung des BSH, kennt sie auch noch nicht. Also fragen wir uns zur Bibliothek durch. Breites Grinsen bei uns allen, als wir in einem der Flure auf eine Aktivität für die ganz jungen Besucher stoßen. Die Kiddies basteln – na klar, was auch sonst! – Flaschenposten! Wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Weiterlesen

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Flaschenpost aussetzen, – darf man das?

Gelegentlich taucht die Frage auf, ob es überhaupt erlaubt sei, Flaschenposten auszusetzen. Okay, beginnen wir also zunächst mal mit einem Disclaimer:

In allen zivilisierten Ländern ist es verboten, Müll in Binnen- oder Küstengewässer zu werfen. Und als Müll gilt im Zweifelsfalle alles, was kein Wasserfahrzeug, kein Seezeichen, kein Messgerät und kein Teil einer Infrastruktur (Seekabel usw.) ist. In der Bundesrepublik Deutschland ist § 324 StGB maßgeblich. Wenn jemand eine Flaschenpost aussetzt, dann handelt er auf eigene Verantwortung.

Allerdings muss jemand schon sehr kleinkariert sein, um eine geleerte Flasche, die den Weg nicht in in Richtung Recyclingcontainer oder Pfandstation einschlägt, sondern mit einer persönlichen Botschaft zu unbekannten Ufern unterwegs ist, als Müll zu bezeichnen. Ich habe noch nie davon gehört, dass jemandem daraus ein Strick gedreht wurde. Weiterlesen

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Raketen, Papua und wirklich ganz viele Grüße an Curt.

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Countdown im Pazifik: die Raketenabschussplattform „Odyssey“. Im Hintergrund die „Sea Launch Commander“. Foto mit freundlicher Erlaubnis von Larry Trotter.

Ehrlich gesagt, ich hatte bislang gar nicht gewusst, dass es sowas gibt: eine schwimmende Abschussbasis für Raketen! Ich habe mich gleich mal schlau gemacht. Das System des kommerziellen Unternehmes Sea Launch besteht aus zwei Einheiten. Die Abschussplattform Odyssey ist eine frei schwimmende umgebaute Ölbohrinsel, die für jeden Start vom Heimathafen Long Beach in Kalifornien in die Weiten des Pazifiks navigiert wird. Die Zielposition ist dabei 154° W auf dem Äquator. Nachdem die Stabilisierungstanks der Plattform geflutet und die Rakete aufgerichtet und startklar gemacht ist, wechselt die Mannschaft auf das Begleitschiff Sea Launch Commander. Von dort wird der Start gesteuert. Neben Telekommunikations- und Fernsehsatelliten werden von den Spezialschiffen auch noch andere Kommunikationsmittel ausgesetzt. Und das ist wirklich rocket science vom Feinsten: Weiterlesen

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Erik Pedersens Spülsaum-Spam.

Vor einem Jahr stieß ich beim Surfen im Internet auf dieses Foto. Ein signalgelbes Flaschenpostformular von Erik Pedersen aus Nissum in Dänemark. Es war das Exemplar Nr. 5670, abgesendet am 1.3.2009 von Bovbjerg an der Nordwestküste Jütlands.

5670 Flaschenposten, – fleißig fleißig! Und das schon vor fünf Jahren. 2011 waren es schon 7819. Wieviele mögen es jetzt sein?  Mit dem auffälligen Papier, gelegentlich ist es auch rot, arbeitet Pedersen richtig professionell! Trotzdem hält sich meine Begeisterung in engen Grenzen. Weiterlesen

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Der Flaschenpostjäger.

Klare Sache: Weite saubere Strände laden wohl jeden zu ausgedehnten Spaziergängen, zum Baden oder auch einfach nur zum auf’s Meer schauen ein. Und kaum jemand, der das genießen kann, wird sich freiwillig dorthin begeben, wo angetriebener Müll in Massen herumliegt. Aber ein paar Hartgesottene zieht es trotzdem zu jenen Buchten hin, wo das Treibgut der Zivilisationsgesellschaft ein so übles Zeugnis ausstellt.

Clint Buffington ist einer von ihnen. Ein „beachcomber“ (Strandgutsucher) wie er im Buche steht! Immer, wenn der junge Dozent für kreatives Schreiben aus Kentucky, der jetzt in Salt Lake City lebt, Urlaub in der Karibik oder sonstwo am Meer macht, stattet er solchen Plätzen einen Besuch ab. Besonders ergibig sind dabei die Turks and Caicos Inseln nördlich von Haiti.

Flaschenpostjäger Clint Buffington.

Flaschenpostjäger Clint Buffington.

Dabei hat Clint keineswegs einen Faible für über Bord gegangene Fischkisten, abgerissene Netzbojen oder sonstiges Plastikgerümpel. Im Gegenteil: was er dort findet, lässt ihn wach für den Zustand unserer Umwelt werden und auch über das eigene Konsumverhalten nachdenken. Aber worauf er bei seinem Spülsaumcheck aus ist, sind Flaschenposten. Seit seinem ersten Fund im Jahr 2007 hat ihn eine regelrechte Leidenschaft für die Buddeln mit Zettel gepackt. Kein Wunder, denn die Entdeckung, die er damals machte, war ein ausgesprochenes Schmuckstück! Weiterlesen

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Schüler auf Guam zelebrieren die Öffnung einer Flaschenpost.

Aktionstag für die Oberschüler: den Strand aufräumen! Der Pazifik ist nicht nur Sinnbild für Südseeträume, sondern auch für Meeresmüll. Wenn dann zerfledderte Fischernetze, Schwimmer, Plastikverpackungen und alte Autoreifen an die Küste treiben, dann kann man sie wenigstens aufsammeln. Und dazu schwärmten am letzten Dienstag junge Leute aus Talofofo an der Ostküste der kleinen, zu den USA gehörenden Insel Guam aus.

Der vierzenjährige Javier Sanchez fand dabei eine Weinflasche, in der zwei etwas angegümmelte Bögen eines Collegeblocks zu erkennen waren: eine Flaschenpost!

Nach getaner Drecksarbeit wurde es dann richtig feierlich. Die Lehrerin versamelte ihre Putzkolonne auf dem Schulhof, Javier trat in die Mitte und zertrümmerte unter dem Beifall seiner Schulkameraden die in ein blaues Handtuch gewickelte Flasche. Die Botschaft wurde dann von der Lehrerin öffentlich verlesen, als wäre es ein politisches Manifest. Das war es aber nicht. Und zum Glück auch nicht irgendeine Obszönität, was man ja auch nicht hätte ausschließen können.

Die Flaschenpost stammte von Brittanie Lee Penrose und ihrem Aaron Lanari aus dem US-Bundesstaat Utah.  Bei einem Strandurlaub 2010 in Kalifornien hatte Aaron seine an Hirntumor leidende Freundin dazu angestiftet, irgendetwas aufzuschreiben und in einer Flasche dem Meer zu übergeben. Sie schrieb von ihrem Kampf gegen den Krebs und lud den Finder ein, sie über Facebook oder E-Mail zu kontaktieren. Aaron fügte  einen selbstgedichteten Liedvers bei:

„When intelligence is ignorant and empathy is absent,

death and hate are present when joy and love are abstract.“

Wir dürfen uns nun mitfreuen! Nicht nur mit den Pennälern von Talofofo, denen der pazifische Nordäquatorialstrom diese kleine Abwechslung vom Schulalltag beschert hatte, sondern auch mit Brittanie. Die hübsche junge Frau ist vom Krebs geheilt!

Quelle: http://news.yahoo.com/message-in-a-bottle-guam-150327571.html

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