Die Kunst, eine Flaschenpost zu gestalten.

Die Allermeisten, die von Suchmaschinen aus auf diesem Blog landen, suchen nach Tips zum Basteln einer Flaschenpost. Für die klebe ich diesen Artikel auf die Startseite, damit es ohne viel Sucherei gleich losgehen kann. Und zwar nicht mit nicht mit einem Hochzeitsglückwunsch oder einer Einladung zu einem Kindergeburtstag. Sicher werden auch diejenigen, die  so etwas mit maritimem Flair gestalten oder ein Geldgeschenk stilvoll verpacken möchten, die eine oder andere Anregung  finden. Aber eigentlich geht es hier darum, wie man eine echte und seetüchtige Flaschenpost herstellt! 🙂
(Eine Kurzfassung für Kinder  gibt es hier.) 

Ich lade aber auch herzlich dazu ein, mal in den „neuesten Beiträgen“ oder in den „Artikeln nach Themen“ in der rechten Spalte zu stöbern! (Dazu evtl. ein bischen nach unten scrollen. Bei Handys ganz nach unten!) Oder auch mal einen Suchbegriff in das Textfeld darüber einzugeben und zu gucken, was dann kommt. Alle unterstrichenen oder blauen Begriffe, auch in den Texten, sind Verknüpfungen („links“) zum weitersurfen. Viel Freude dabei!

Aber nun gehts los:

Flasche her, Zettel rein, Deckel drauf, – und tschüß!

Maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Flaschenpost: maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Das ist simpel, dafür braucht man keine Anleitung. Die allermeisten Flaschenposten entstehen so. Manch einer  stopft einfach eine Visitenkarte in die Buddel*. Okay, so kanns gehen. Gegen solche Spontanflaschenposten ist auch gar nichts einzuwenden, oft sind gerade sie für besondere Überraschungen gut. Aber wenn man etwas Zeit hat, darf eine Flaschenpost schon etwas mehr Mühe wert sein, finde ich. Immerhin geht es darum, ein Stück maritime Romantik in das technische Zeitalter zu retten, einem Menschen eine Freude zu machen oder auch zum Nachdenken anzuregen. Deswegen hier ein paar Impulse zum Schreiben und Basteln von Flaschenposten.

Weiterlesen

Kategorien: Wie und warum? | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , | 35 Kommentare

Die Flaschenposten des Otto Maaßen. Gedanken zu Briefbuddeln eines Romans

Warten, dass der Wind sich dreht.

Komische Wetterlage. „High over low“ nennen es die Meteorologen: Hochdruck über Nordskandinavien, Tiefs über Mitteleuropa, jetzt gerade eines über der Biskaya. Bei uns stetiger Ostwind, die ganze Woche schon. Also muss meine neueste Flaschenpost weiter auf dem Bücherregal warten, bis der Wind mal wieder auf die offene See hinaus weht. Da ich in letzter Zeit auch keinen Buddelbrief gefunden habe, über den ich erzählen könnte, wollen wir uns zwischendrin mal literarische Flaschenposten anschauen. Aus rein flaschenpostalischer Sicht natürlich, ausschließlich nach Gesichtspunkten der Materialität.

In ihrem jüngst erscheinenen Debütroman „Die letzte Flaschenpost“¹ schildert Annika Kemmeter die Erlebnisse des Kunstgeschichtsstudenten Janis Schütz und seiner Freundin Angelina. Janis hat bei Studien für seine Masterarbeit den Dichter Otto Maaßen kennengelernt und sich mit ihm über Fragen der Kunst ausgetauscht. Maaßen bewundert die Haltung des britischen Streetartkünstlers Banksy zur Vergänglichkeit der Kunst. Das Thema wird für Janis brisant, als Angelina, Enkelin Maaßens, ihm erzählt, dass der Dichter todkrank ist und seinen letzten Gedichtzyklus eben jener Vergänglichkeit preisgeben will. Er plant, die originalen Manuskripte in Flaschenposten dem Rhein zu übergeben, bevor Janis oder sonst irgendjemand sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Der entsetzte Student greift zu unkonventionellen Recherchemethoden: Weiterlesen

Kategorien: Kunst - Projekte, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , | Ein Kommentar

Noch einmal die rote Flaschenpost von Föhr: offene Datierungsfragen

In meinem letzten Beitrag hatte ich mich auf die Spur der womöglich ältesten oder zumindest zweitältesten ungeöffneten Flaschenpost begeben. Wir alt sie genau ist, wissen wir nicht, denn von außen sind weder der Absender – sicher irgendein meereskundliches Forschungsinstitut – noch ein Datum zu erkennen. Also musste ich mich auf archäologische Methoden verlegen.

Die Form der Flasche weist Merkmale der sogenannten Torpedoflasche auf, hat aber einen Standboden. Außerdem wurden im offensichtlich gleichen Forschungsprojekt auch noch die altertümlichen Torpedoflaschen benutzt. Die Kampagne mit diesen rot bemalten Buddeln fällt also in die Übergangszeit, in der beide Flaschentypen, – solche mit spitzem und mit flachem Boden -, verwendet wurden. So weit war ich also gekommen. Aber wann genau war das?

Was lag näher, als bei jener Firma anzufragen, die von Beginn der Produktion an (1783!) marktführend im Geschäft kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke ist: Schweppes. Und ich bekam prompt eine freundliche Antwort aus der Service-Abteilung: Weiterlesen

Kategorien: Historisches | Schlagwörter: , , , , , | Ein Kommentar

Die rote Flaschenpost: Luschern durchs Fenster

So wie manche Paare sich erinnern können, wann genau es zwischen ihnen „gefunkt“ hat, so weiß ich noch die Situation, in der ich mich in die Nordseeküste verliebt habe.

Ich war ein Pöks von elf Jahren und verbrachte in den Sommerferien ein paar Wochen in einem Zeltlager bei Nieblum auf Föhr. Einmal kamen wir recht spät von einem Ausflug zurück. Die Badegäste hatten den Strand geräumt, die Ebbe hatte eingesetzt. Im milden Abendlicht sah ich irgendwelche Watvögel, deren Namen ich als Stadtkind nicht kannte, im Schlick des Watts herumstochern. Gern wäre ich noch dort geblieben, hätte die Vögel beobachet und einfach die Stimmung genossen. Nur ging das nicht, denn obwohl uns unsere Betreuer damals viele Freiräume ließen, allein durften wir nicht an den Strand. Trotzdem blieben die Eindrücke haften.

Sicher kamen damals noch andere Erlebnisse hinzu, die meine Kinderseele prägten. Einmal gab es Sturm und wir Bubies mussten unter ganzem Körpereinsatz die Zeltleinen nachspannen, damit nichts wegflog. Unsere Halligfahrt mit dem Dampfer war auch recht schaukelig, fast die ganze Truppe wurde seekrank. Ich weiß noch, wie ich einmal beim Baden unversehens von der Strömung um hundert Meter versetzt wurde und das erst richtig begriff, als mich ein Betreuer aus dem Wasser pfiff. Natürlich gab es auch eine Wattwanderung nach Amrum. Wir Großstadtkids erlebten zum ersten Mal die Natur, –  hautnah und intensiv.

Museumsbesuche sind in diesem Alter normalerweise nicht so der Kracher. Aber auch im Friesenmuseum in Wyk begriff ich etwas von der Urgewalt der Natur, die dort an der Küste am Werke ist. Da waren alte Karten – früher waren die Landkarten ja noch richtig schön! – die die Küstenlandschaft ganz anders darstellten, als sie heute ist. Was hatten die Sturmfluten nicht alles schon weggerissen!

Manchmal waren es kleine Dinge, die etwas von der Kraft der Natur zeigten. Damals (1971, zwischenzeitlich ist das Museum umgestaltet worden) entdeckte ich in einer Vitrine Seeglas: ein paar Scherben und eine kleine Flasche (eine Parfumflasche, wenn ich mich richtig erinnere), die durch den unablässig über den Strand fegenden Sand vollkommen matt geworden waren.

Eine simple Flaschenpost, die die Phantasie eines Jungen beflügelte.

Und dann war da diese Flaschenpost. In meinem allerersten Blogartikel hatte ich schon davon erzählt. Mit groben Pinselstrichen war sie rot angestrichen, so dass sie Weiterlesen

Kategorien: Historisches, Netzfunde, Sammelsorium, XY ungelöst: Das Flaschenpostdetektivbüro. | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Flaschenpost trieb 90 Jahre im Frischen Haff. Angehörige des Verfassers könnten in Deutschland leben.

Im Frischen Haff frische Fische fischender Fischer findet famose Flaschenpost!

Über das Kontaktformular dieses Blogs sandte mir eine mir nicht weiter bekannte Frau A. einen knappen Hinweis auf einen Artikel in der Online-Ausgabe der Dziennik Bałtycki. – „Maybe it will be useful for you :)“

Ha, und ob dieser Artikel nützlich für mich ist, liebe A. Er ist superspannend!

Aber zunächst mal hakte das Übersetzungsprogramm, und ohne Polnischkenntnisse war ich aufgeschmissen. Nach gutem Zureden zu dem PC und der Online-Hilfe von Freunden bekam ich dann Folgendes heraus:

Flaschenpost aus den Frischen Haff. Foto mit freundlicher Erlaubnis Tomasz Chudzyński

Ein in Krynica Morska auf der Frischen Nehrung ansässiger Fischer hatte im letzten Jahr als „Beifang“ eine Flaschenpost aus dem Netz gezogen. Eine offensichtlich alte Limonadenflasche¹ mit Schnappverschluss und der profilierten Aufschrift „Gebr. Herkenrath Elbing“. Elbing, heute Elbląg, war der Sitz des Getränkeherstellers. Durch das klare Glas war zu erkennen, dass sich ein Röllchen Papier darin befand. Die Buddel blieb aber erst einmal ungeöffnet. Offensichtlich scheute sich der Finder, dem arg korrodierten Bügelverschluss Gewalt anzutun. So ein nostalgisches Stück macht sich ja auch so ganz schön im Regal.

Aber die ungelesene Nachricht in der Brausebuddel lies Edyta Rożek, der Schwester des Finders, keine Ruhe. Sie war einfach zu neugierig Weiterlesen

Kategorien: Flaschenpostmeldungen und Flaschenpostreisen, Historisches, XY ungelöst: Das Flaschenpostdetektivbüro. | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Etikettenschwindel: Nicht jede Nachricht ist eine Flaschenpost!

In früheren Jahrhunderten waren Flaschenposten oft adressiert. Finder wurden gebeten, die Flaschenbriefe an eine bestimmte Anschrift weiterzuleiten. Vielleicht an die Admiralität, die eine Expedition ausgesandt hatte, an ein hydrographisches Institut, das Daten zu Meeresströmungen sammelt, an die Reederei des Schiffes oder einfach an die Seemannsbraut daheim. Notfalls waren Konsulate dabei behilflich. Trotzdem war ungewiss, wann, wo und ob überhaupt so eine Botschaft gefunden wurde.

Bitte an die Admiralität weiterleiten. Letzte Nachrichten von Franklins tragisch gescheiterter Expedition.

Man kann eine Flaschenpost mit einer konkreten Absicht absenden, z. B. um über den Verlauf oder auch das Scheitern einer Seereise zu informieren oder um damit Meeresströmungen zu erforschen. Aber man kann sie, – anders, als wenn man den Briefkasten an der Haustür öffnet -, nicht mit einer konkreten Absicht finden. Ob eine Kommunikation zwischen Sender und Empfänger zustande kommt, ist offen.

Das gilt freilich auch für andere Kommunikationsprozesse. Theodor W. Adorno empfand es so angesichts der neuen Musik. Selbst Musiker und Komponist, faszinierte ihn die  atonale Musik Arnold Schönbergs. Allerdings war er mit seinem Interesse ziemlich allein. Die Zwölftontechnik wurde von der Öffentlichkeit seinerzeit nicht wahrgenommen oder nicht verstanden. „Keiner will mit ihr etwas zu tun haben, sie verhallt ungehört, ohne Echo“ Es blieb ungewiss, ob sich Weiterlesen

Kategorien: Der Geist in der Flasche, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

German Summer Dispatches Part I: The Ferry and Telgte (reblogged)

Auch hier noch einmal vielen lieben Dank an Hilke Kurzke für das Mitnehmen und Aussetzen meiner Flaschenpost mit der zugegebenermaßen recht obskuren Beschriftung des Briefes. Und natürlich für die nachfolgend rebloggte anschauliche Schilderung der Reise und die stimmungsvollen Bilder!

In den darauffolgenden Tagen gab es West- und Südwestwind auf der Nordsee, oder? Vielleicht ganz gut, wenn meine Buddel irgenwo hintreibt, wo mein holperiges Schulenglisch nicht ganz so derb auffällt (vielleicht zur Wrangel-Insel oder so). 😀 Aber der Finder hat ja selbst Schuld, wenn er meine Anweisungen missachtet und das Papierröllchen öffnet. 😉

Was Hilkes Fläschchen angeht, so sehe ich im Geiste die Fensterbank eines idyllischen Schleusenwärterhäuschens (mit Sprossenfenster und so), auf der sich inzwischen eine kleine Galerie deiner Werke versammelt…
Na, hoffen wir mal, dass es dort doch ein paar mehr Menschen mit Paddelboot, Kescher und offenen Augen gibt!

Das Flaschenpost Projekt

Like every year, we did a trip to see family in Germany at the end of August. This year, like so many before, I took a selection of bottles with me:

August 19th North Sea

My bottle number 107 and Peter’s „Do not Open!“ looking out of our cabin’s window to watch the English coast go by

On Monday August 19th we boarded the „Pride of Rotterdam“, the ferry that goes between Kingston upon Hull in England to Rotterdam in the Netherlands. In my luggage I brought 9 of my own little bottles, and one of Peter’s.

Our schedule on the ferry is pretty much the same every time we go: We arrive at between 5 and 6 on the ship and „move in“ to our cabin. The kids are given a chance to explore the ship (every time delighted that it hasn’t changed from last time). Then we eat…

Ursprünglichen Post anzeigen 940 weitere Wörter

Kategorien: Flaschenpostmeldungen und Flaschenpostreisen | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

West Coast / Irish Sea Dispatches Part 3 – North Wales, Llandudno and Rhos-On-Sea (reblogged)

Nach Abschluss ihres ersten Bottled-Art Workshops in Nottingham schrieb mir Hilke Kurzke, sie sei wohl diesen Sommer mit dem Austragen von Post beschäftigt. Obwohl ich nicht selbst dabei war, habe ich mit dafür gesorgt, dass Hilke nun bei Familienausflügen an die See ordentlich zu schleppen hat (mich hat da ziemlich der Hafer gestochen). So waren zwei Flaschenposten von mir auch bei der letzten Tour an die Küste von Wales, die sie im unten rebloggten Artikel beschreibt, mit im Gepäck.

Schroffe Klippen rechts und links, mondäne victorianische Architektur dazwischen, eine eindrucksvolle Seebrücke und ein Abwurf nach allen Regeln des Flaschenpost-Bingo, besser kann ein Flaschenpost-Start doch kaum gehen!

Ich hätte ihr und den Kindern natürlich besseres Wetter für den Ausflug gegönnt, aber die düsteren Wolken geben der Seereise unserer Buddeln einen Hauch von Abenteuer.
Auch hier noch einmal ganz herzlichen Dank für das Einwerfen der Post!

Hier der Artikel, mit einer herzlichen Einladung, weiter auf Hilkes Blog zu stöbern:

Das Flaschenpost Projekt

Llandudno Pier

After having dispatched bottles in Chester on Thursday and Liverpool on Friday, it was time for North Wales on Saturday. At the Breakfast table we had still not quite decided where to go. But it was clear that we’d take the A55, and we’d decide on the spot whether to stop in Colwyn Bay or drive on to Llandudno. And since both kids were still patient when we came close to the first, we made it to the latter.

As you can see in the photo above, the beach close to the pier is of sand. Much of the beaches in North Wales are pebbles, and I suppose that there is some sand there, is what makes Llandudno attrative as a seaside resort. This is what a town looks like, when the Victorians think it makes a good Holiday destination:

Llandudno beach as seen from pier

As…

Ursprünglichen Post anzeigen 555 weitere Wörter

Kategorien: Flaschenpostmeldungen und Flaschenpostreisen, Kunst - Projekte | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.