Die Kunst, eine Flaschenpost zu gestalten.

Die Allermeisten, die von Suchmaschinen aus auf diesem Blog landen, suchen nach Basteltips für ihre Flaschenpost. Für die klebe ich diesen Artikel auf die Startseite, damit es ohne viel Sucherei gleich losgehen kann. Und zwar nicht mit einem Hochzeitsglückwunsch oder einer Einladung zu einem Kindergeburtstag, sondern mit einer echten seetüchtigen Flaschenpost! :-) 

Ich lade aber auch herzlich dazu ein, mal in den „aktuellen Beiträgen“ oder in den „Artikeln nach Themen“ in der rechten Spalte zu stöbern! (Dazu evtl. ein bischen nach unten scrollen.) Oder auch mal einen Suchbegriff in das Textfeld darüber einzugeben und zu gucken, was dann kommt. Alle unterstrichenen Begriffe, auch in den Texten, sind Verknüpfungen („links“) zum weitersurfen. Viel Freude dabei!

Aber nun gehts los:

Flasche her, Zettel rein, Deckel drauf, – und tschüß!

Maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Flaschenpost: maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Das ist simpel, dafür braucht man keine Anleitung! Die allermeisten Flaschenposten entstehen so. Manch einer  stopft einfach eine Visitenkarte in die Buddel*. Okay, so kann’s gehen. Gegen solche Spontanflaschenposten ist auch gar nichts einzuwenden, oft sind gerade sie für besondere Überraschungen gut. Aber wenn man etwas Zeit hat, darf eine Flaschenpost schon etwas mehr Mühe wert sein, finde ich. Immerhin geht es darum, ein Stück maritme Romantik in das technische Zeitalter zu retten, einem Menschen eine Freude zu machen oder auch zum Nachdenken anzuregen. Deswegen hier ein paar Impulse zum Schreiben und Basteln von Flaschenposten.

Weiterlesen

Kategorien: Wie und warum? | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Am Main.

(Fortsetzung dieser Geschichte.)

Frankfurt/Main, 4. September 2016.  Ich habe ein paar Flaschenposten und meine Kamera in den Rucksack gepackt und bin auf dem Weg ins Museum für Kommunikation. Es liegt nicht weit weg am Museumsufer auf der anderen Seite des Mains. Vom Hotel am Hauptbahnhof bis zum Fluss sind es nur ein paar Minuten. Ich kann ihn also schon mal für die Abwurfaktion, die ich für heute Abend geplant habe, in Augenschein nehmen.

Rund 130 Meter ist er hier breit, ein ganz ansehnlicher Strom. Auf beiden Seiten flankiert von Grünanlagen, in denen es sich nett flanieren lässt. Schön haben es sich die Frankfurter gemacht. Eingefasst ist das Gewässer von senkrechten Ufermauern, zumindest hier in der Innenstadt.  Jedenfalls soweit ich sehen kann. Der Wasserstand liegt etwa 1,5 Meter unterhalb der Mauerkante. Einer hier treibenden Flaschenpost kann erst einmal nichts passieren. Weder durch Flaschenbuch auf Felsblöcken, mit denen die Böschungen vieler regulierter Flüsse befestigt sind, noch durch Leute, die sie all zu bald aus den Fluten fischen könnten.

Im Tiefflug zieht ein Kormoran vorbei und entschwindet zwischen den Pfeilern einer flussabwärts den Main überquerenden Brücke meinen Blicken. Offensichtlich gibt es doch irgendwo in der Nähe natürliche Uferabschnitte. Zumindest hohe Bäume, auf denen Kormorane horsten können.

An Hand eines auf dem Wasser treibenden Zweiges und der Geländerpfosten an der Promenade schätzte ich die Strömungsgeschwindigkeit. So etwa zehn Meter pro Minute. Macht rund 600 Meter pro Stunde oder knapp 15 km pro Tag. Sehr gemächlich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Holbeinsteg.

Mein Weg führt über den Holbeinsteg, eine moderne, elegante Hängebrücke, nur für Fußgänger. Es muss eine Vorgängerin gegeben haben, denn die Brückenköpfe mit den Treppenaufgängen bestehen aus bossiertem Sandstein im Stil der Neorenaissance. Der ideale Ort für die Abwurfaktion heute Abend, denke ich mir. Also spare ich es mir, auch noch den Eisernen Steg, eine wegen der historischen Eisenkonstruktion sicherlich eindrucksvolle Fußgängerbücke zehn Minuten flussaufwärts auszukundschaften.

Da es nachher wohl keine Gelegenheit mehr gibt, krame ich für ein „Gruppenfoto“ die mitgebrachten Flaschenposten aus dem Rucksack. Ein Musiker, der auf dem Akkordeon rumänische Volkslieder spielt, schaut mir wohlwollend lächelnd zu.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Noch vereint.

Es hat etwas Bizarres: die Skyline dieser Finanzmetropole mit ihren glänzenden Hochhausfassaden. Geld regiert die Welt, sagt man. Und hier regiert man das Geld. Hier werden Börsenkurse analysiert, Gewinnprognosen aufgestellt, Profite kalkuliert, in Windeseile gewaltige Kapitalmengen hin und her geschoben. Inbegriff der kybernetischen Welt, wie Philosoph Thomas Seibert es sagen würde.

Und wir werden heute Abend Post in den Fluss werfen, ausgerechnet hier. Flaschen mit liebevoll gestalteten Briefen und zauberhaften kleinen Basteleien darin. Einfach so. Ohne den Gedanken an Profit. Ohne die Wahrscheinlichkeit berechnen zu können, dass sie gefunden werden, ohne zu wissen, ob wir jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können oder ob irgendwer sogar antwortet. Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren: Das hat irgendwas Subversives.😉

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Flaschenpost im kybernetischen Zeitalter.

(Wird fortgesetzt.)

Kategorien: Kunst - Projekte, Persönliche Geschichten, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , | 2 Kommentare

Mit 216 km/h gegen die Zeit. Gedanken im Zug.

ICE 1173, 4. September 2016. Durch die Glaswand am Ende des Großraumwagens kann ich einen Flachbildschirm sehen. Abwechselnd mit dem nächsten Haltebahnhof des Zuges wird immer wieder die Geschwindigkeit angezeigt. 160 km/h sind es gerade. Der Zug ist zu schnell, um die Stationsschilder der kleineren Bahnhöfe entlang der Strecke zu lesen. Einen Blick auf den von Hundertwasser umgestalteten Bahnhof in Uelzen erhaschen zu wollen, ist aussichtslos. Ich versuche es gar nicht erst.

Wie im vorletzten Beitrag geschildert, hat man mich zur Ausstellung mit dem Titel „Mit dem Strom gegen die Zeit: TREIB_GUT FLASCHENPOST“ im Museum für Kommunikation nach Frankfurt eingeladen. Joachim Römer, Künstler, Flaschenpostsammler und Gestalter der Ausstellung, hatte mir dazu ein Manuskript seines Freundes, des Philosophen Thomas Seibert zugeschickt. Es sind „Sieben Annäherungen an das Sammeln von Flaschenposten“. Und da ackere ich mich, der ich von Philosophie und Kunst kaum Ahnung habe, gerade durch. Weiterlesen

Kategorien: Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Presse, Funk und Fernsehen.

Ein offener Brief an Journalisten und Redakteure.

Es freut mich riesig, wenn mein Blog und das Thema, über das ich schreibe, auf Interesse stößt. Manchmal gibt es sogar Anfragen nach Interviews oder die Bitte um Mitwirkung an Fernsehbeiträgen. Das ist natürlich etwas ganz Besonderes!

Etwas Besonderes in mehrfacher Hinsicht. Einerseits ist es eine besondere Form der Aufmerksamkeit, die mir da zuteil wird. Und wer freut sich nicht über ein so positives Echo!

Andererseits gibt es auch ein Zuviel von Aufmerksamkeit, und das könnte ungesund sein. Gerade für so einen Zeitgenossen wie mich, der mit seiner Person doch lieber in Deckung bleibt. So kommt es, dass ich in letzter Zeit mehrmals Interviewwünsche von Fernsehredaktionen abgelehnt habe. Warum das?

Reportage

Im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg

Zunächst mal: Weiterlesen

Kategorien: Persönliche Geschichten, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Erste Reisegefährten für den Main.

Als heute der Paketpostbote klingelte, wusste ich schon: Da kommt etwas ganz Schönes! Ein Päckchen von Ina, Flaschenpostgestalterin und Autorin des Blogs Bottled Fortune. Sie und zwei weitere Flaschenpostlerinnen hatten mir zugesagt, Kostproben ihrer Kreativität zu schicken. Die will ich demnächst nach Frankfurt mitnehmen und dort dem Main zum Weitertransport übergeben.

Paket

Postflaschenpäckchen, mit süßen Sachen ausgestopft.

Ins Rollen, nein, ins Strömen kam die Sache so: Irgendwann hatte ich hier in der Rubrik Sender und Sammler den Künstler Joachim Römer und seine Installation 1000 und eine Flaschenpost vorgestellt. Das Kunstprojekt war bisher in Bingen und in Duisburg zu sehen. Inzwischen läuft eine Ausstellung mit dem Titel „Mit dem Strom gegen die Zeit: TREIB_GUT FLASCHENPOST“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt. Dort wird noch bis zum 16. Oktober 2016 eine Auswahl von 440 der von Römer gefundenen Flaschenposten gezeigt. Museumspädagogische Angebote und Führungen begleiten die Ausstellung. Eine Veranstaltung am 4. September steht unter dem Motto „Der Geist aus der Flasche“. Es wird dabei in einem musikalischen Rahmenprogramm eine Lesung von Oliver Lück aus seinen „Flaschenpostgeschichten“, Vorträge, eine Podiumsdiskussion und eine Führung von Joachim Römer geben. Zu der Talkrunde hat das Museum auf Vorschlag des Künstlers auch Ada Birk und meine Wenigkeit eingeladen. Ich als Blogger könnte etwas zu dem Thema „Flaschenpostgemeinde“ und Networking beitragen.

Klar, dass ich mir das nicht entgehen lasse! Nicht, weil ich mich selbst präsentieren will – eigentlich bleibe ich lieber in Deckung -, sondern weil Weiterlesen

Kategorien: Kunst - Projekte, Persönliche Geschichten, Sender und Sammler | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Stumme Fundmeldungen

Über mit Sicherheit gefundene, aber nicht beantwortete Flaschenposten hatte ich mir auch schon mal Gedanken gemacht: => hier.

Bottled Fortune

Ja, die gibt es tatsächlich. Es werden mehr Flaschen gefunden, als es Fundmeldungen gibt. Und ich spreche jetzt nicht nur von meinen Buddeln, sondern von Flaschenposten allgemein und damit vielleicht auch so manchem Sender einer Flaschenpost aus dem Herzen.

Es gibt Finder, die freuen sich vielleicht, können/wollen ihre Freude darüber aber nicht mit dem Schreiber des Flaschenbriefes teilen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, vielleicht ist der Sender ja gar nicht auszumachen. Der Flascheninhalt könnte nach einer langen Reise tatsächlich gelitten haben, so dass ein Name oder eine Kontaktadresse nicht mehr zu entziffern sind. Vielleicht ist dem Finder die Sprache des verfassten Briefes nicht geläufig. Vielleicht denkt derjenige: „Kinderkram!“ und findet seinen Fund in keinster Weise ansprechend, als dass es ihm in den Sinn käme, darauf zu antworten. Vielleicht ist der Finder neugierig, recherchiert ein bisschen im Netz, wird fündig über den Absender und ist damit glücklich und zufrieden – was…

Ursprünglichen Post anzeigen 378 weitere Wörter

Kategorien: Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Großartiges Werkzeug

Auch wenn die Oberflächenströmung nicht nur vom Wind, sondern auch von der Tide, von globalen Strömungssystemen und lokalen Gegebenheiten, Gegen- und Ringströmen usw. abhängig ist, so lohnt sich doch immer ein Blick auf die Prognosen.

Für deutsche Küstengewässer gibt es hier detailierte Strömungs-Prognosekarten.

 

Bottled Fortune

Da hüpft das Flaschenpostler-Herz vor Freude! Von einem Kollegen habe ich den Tipp für die Website windyty.com bekommen. Nach seinen Erfahrungen sind die Prognosen ziemlich genau. Mit diesem Tool hat man alle erforderlichen Daten für einen geplanten Abwurf auf einen Blick: Windrichtung und -stärke, Seegang mit Wellenhöhe und -periode. Das Beste: für fast alle Orte weltweit!

So kann ich auch schauen, was sich in Yantai so tut🙂

190616 Screenshot windyty.com

Ursprünglichen Post anzeigen

Kategorien: Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eine verschollene Bombe und ein geschlossenes Postamt.

9. Januar 2005. Punkt 12 Uhr wurden die Leinen losgeworfen und die Platessa von Esbjerg tuckerte in die Eckernförder Bucht hinaus. Es hatte kurz zuvor noch ordentlich gepustet und geregnet. Aber nicht nur deswegen blieben die beiden Gaffelsegel des Haikutters an den Bäumen festgebändselt. Mannschaft und Gäste des Traditionsseglers hatten nämlich unter Deck Wichtiges zu beschicken.

Zunächst mal stärkte man sich mit heißen Getränken und Suppe für die bevorstehenden Taten. Dann, als die Tafel abgeräumt war, wurde es feierlich. Zwei gleichlautende Urkunden wurden auf dem Kajütentisch ausgebreitet und alle der Anwesenden setzten ihre Unterschrift unter die Dokumente. Susanne Jeske-Paasch, die Bürgermeisterin von Eckernförde, die „Künstler und Kaoten“, die sich immer Donnerstags in der Wikingerkneipe Utgard trafen und die diese Aktion ausgeheckt hatten. Und natürlich ihr Kopf, Postadmiral Ewald Huß, – mit Rauschebart und breiter Statur ein Kapitän wie aus dem Bilderbuch!

Postadmiral? Ja, darum ging es. Um Post, genauer: Weiterlesen

Kategorien: Sammelsorium, Sender und Sammler | Schlagwörter: , , , , , , , | Ein Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.