Die Kunst, eine Flaschenpost zu gestalten.

Die Allermeisten, die von Suchmaschinen aus auf diesem Blog landen, suchen nach Basteltips für ihre Flaschenpost. Für die klebe ich diesen Artikel auf die Startseite, damit es ohne viel Sucherei gleich losgehen kann. Und zwar nicht mit einem Hochzeitsglückwunsch oder einer Einladung zu einem Kindergeburtstag, sondern mit einer echten seetüchtigen Flaschenpost! :-) 

Ich lade aber auch herzlich dazu ein, mal in den „aktuellen Beiträgen“ oder in den „Artikeln nach Themen“ in der rechten Spalte zu stöbern! (Dazu evtl. ein bischen nach unten scrollen.) Oder auch mal einen Suchbegriff in das Textfeld darüber einzugeben und zu gucken, was dann kommt. Alle unterstrichenen Begriffe, auch in den Texten, sind Verknüpfungen („links“) zum weitersurfen. Viel Freude dabei!

Aber nun gehts los:

Flasche her, Zettel rein, Deckel drauf, – und tschüß!

Maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Flaschenpost: maritime Romantik, in Glas gefüllt.

Das ist simpel, dafür braucht man keine Anleitung! Die allermeisten Flaschenposten entstehen so. Manch einer  stopft einfach eine Visitenkarte in die Buddel*. Okay, so kann’s gehen. Gegen solche Spontanflaschenposten ist auch gar nichts einzuwenden, oft sind gerade sie für besondere Überraschungen gut. Aber wenn man etwas Zeit hat, darf eine Flaschenpost schon etwas mehr Mühe wert sein, finde ich. Immerhin geht es darum, ein Stück maritme Romantik in das technische Zeitalter zu retten, einem Menschen eine Freude zu machen oder auch zum Nachdenken anzuregen. Deswegen hier ein paar Impulse zum Schreiben und Basteln von Flaschenposten.

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Iceland 1 und Iceland 2: treue Gefährten.

Am 10. Januar diesen Jahres startete das isländische Fernsehen ein spannendes Experiment. Es wurden südlich von Reykjanes per Hubschrauber gleichzeitig zwei mit GPS-Sendern ausgestattete Flaschenposten ausgesetzt. Der Startpunkt lag ca 40 km vor der Küste.

Den Reiseweg der Drifter kann man im Internet auf dieser Karte verfolgen (evtl. etwas nach unten scrollen). Sie namen zunächst westwärts Kurs auf Grönland, um dann mit dem Ostgrönlandstrom Richtung Süden abzubiegen. Gemeinsam drehten sie eine große Ehrenrunde zwischen den Beiden Inseln, schipperten dann an Kap Farwell vorbei und in einem Kringelkurs durch die Labradorsee. Der Labradorstrom brachte sie dann zum Nordatlantischen Strom, mit dem sie nun den Ozean in Richtung Europa überqueren.

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Screenshot. Credit http://www.krakkarúv.is

Iceland 1 (auf der Karte rot markiert) hat bis heute 12802.7 km zurückgelegt, Bei Iceland 2 (grün) sind es 12399.8 km. Für mich faszinierend: Auf der ganzen Strecke sind sie einander treu geblieben. Auch nach nun fast einem Jahr sind sie vielleicht gerade mal 400 km voneinander getrennt.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht!

Wer mal vergleichen möchte: Hier ein ähnliches Experiment, das Arved Fuchs von Ostgrönland aus durchführte. Und hier ein weiteres, das nördlich von Spitzbergen begann und an der südgrönlandischen Küste endete, – übrigens streckenweise mit einem ganz ähnlichen Kursverlauf wie bei unseren beiden Isländern!

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Freyas Flaschenpost

Wieder auf See. Hoffentlich.😉

Aber ich bin ganz zuversichtlich, dass es Freyas Wanderflaschenpost ein Stück in die Nordsee hinaus schafft.

Bottled Fortune

Eine der beiden Buddeln aus dem Päckchen habe ich mitgenommen nach Dänemark, um sie dort auszusetzen. Gezeitenplan hatte ich schon studiert, dazu die Windvorhersage und war zum Schluss gekommen, dass es heute Morgen wohl die beste Möglichkeit zum Abwurf ist. Weil der Wind die nächsten Tage noch einen östlichen Einschlag hat, auch wenn er öfter zwischen Nord und Süd dreht.

Also gestern zunächst den Eintrag in die Dashlist gemacht. Öhm, nicht mit beiliegendem Bleistift, sondern mit Füller und Eisen-Gallus-Tinte. Und ordnungsgemäß gestempelt😉 Zusätzlich habe ich noch zwei der gefundenen 3 Meerglas Scherben beigefügt als weitere Glücksbringer.

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Heute Morgen also ab an den Strand, es war ungefähr eine Stunde nach dem Scheitelpunkt der Flut. Erstmal die Fotosession …

Danach bin ich an der Wasserkante entlang spaziert, um einen günstigen Abwurfpunkt zu finden. Was gar nicht so einfach war, denn es war tatsächlich noch zu früh, die Ebbe ließ sich Zeit…

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Ein Päckchen

Hier die vorläufige Fortsetzung meiner letzten Geschichte. Ich hatte Freyas Flaschenposten an Ina geschickt, und dort in Inas Blog Bottled Fortune geht es nun weiter🙂

Bottled Fortune

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Die beigelegte Karte lässt schon vermuten, worum es bei dem Inhalt geht🙂 Natürlich um Flaschenpost! In diesem Fall sogar um zwei Buddeln, wofür ich dieses Mal die Aufgabe des Kuriers übernehme. Gefreut habe ich mich über die beigelegten „Rachenputzer“, die kann ich zur Zeit gut gebrauchen.

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Bei diesen beiden Buddeln handelt es sich um Freyas Wanderflaschenposten, die eine sehr weite Reise vor sich haben, denn das Ziel ist Amerika. Gefunden wurde eine in der Kieler Förde von Peter, der den Ursprung der Geschichte sehr anschaulich erzählt hat. Damit entstand natürlich sofort die Idee, Freya mit ihrer Wanderflaschenpost zu unterstützen. Peter machte sich auf den Weg und war zum Kaffee bei Freya, um die Details zu klären.

Da haben die Beiden richtig was ausgeheckt und fleißig gebastelt. Selbst die angespitzten(!) Bleistifte sind deutlich in den Flaschen zu erkennen, damit die Finder sich auch in die beigelegte Liste eintragen…

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Zum Kaffee bei Freya.

Ich gebe zu, ich war doch etwas aufgeregt, als ich mein Rad an die fremde Garage lehnte und das Schloss durch die Speichen zog. Was mochten die Leute denken, wenn ich einfach so, ohne jede Voranmeldung, bei ihnen klingelte? Würde ich beim Mittagessen stören? Oder die Oma aus der Siesta wecken? Würde man micht für einen Hausierer halten? Oder für einen Spinner? Letzteres vielleicht nicht ganz zu unrecht.

Ich selbst kam mir jedenfalls vor wie ein Stalker. Es schickt sich nicht, Damen nachzuspionieren. Erst recht nicht, wenn man Mitte Fünfzig ist und die Dame gerade mal zwölf Lenze zählt. Aber immerhin hatte sie „mir“ ja einen Brief geschickt. Eine Flaschenpost. Davon hatte ich in meinem letzten Blogpost berichtet. Und natürlich hatte ich zurückgeschrieben.

Damit hätte ich es normalerweise auch bewenden lassen, wenn da nicht ein kleines Problem aufgetaucht wäre. Weiterlesen

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Freyas Wanderflaschenpost.

Ich musste eben noch was zur Post bringen. Schnell aufs Rad und losgeflitzt, bevor der Briefkasten dort geleert wird.

Okay, das war also erledigt. Aber könnte ich bei der Gelegenheit nicht auch noch in mein Postfach gucken? Ich meine jetzt DAS Postfach.

Ja, genau, DAS!

Also düste ich weiter bis zum Anfang der Kiellienie. Letztens, als wir so starken Ostwind hatten, war da Hochwasser. Heute das Gegenteil. Diese seltsame Badewannenschwappbewegeung in unserem kleinen Randmeer, auch hatte der stetige Ostwind der letzten Wochen wohl eine Menge Wasser über das Kattegatt ganz aus der Ostsee herausgedrückt und das war noch nicht wieder nachgeflossen.

Also lag ein breiter Flachwassersaum trocken. Dick bedeckt mit Tang und allem Schiet und Dreck, der so im Wasser landet. Und…

…täterätää…

das hier:

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Nachgucken lohnt sich.

Eine Flasche mit Schnappverschluss, wie man sie im Haushaltswarengeschäft kaufen kann. Mit Brief drin. Der Bügel schon etwas angerostet, sie könnte also schon eine Weile unterwegs gewesen sein.

Dummerweise hatte ich weder Rucksack noch Packtasche dabei. Also musste ich die Buddel auf den Gepäckträger klemmen und mit einem Gummizug ordentlich vertörnen, den auf dem Rückweg ging es über Kopfsteinpflaster.

Aber ich bekam die Flasche heil und sicher nach Hause. Und ohne Probleme geöffnet. Der Brief ließ sich mit einer langen Pinzette auch gut herausziehen. Der musste irgendwann etwas feucht geworden sein, denn er hat richtig malerische Wasserflecken.

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Freyas Wanderfalschenpost soll auf ganz große Fahrt!

Geschrieben hat Freya aus Kiel. Ihre Flaschenpost soll auf große Fahrt: bis Amerika, aber mindestens!

Daraus ergibt sich für mich ein kleines Dilemma. Nicht, weil die im Text erwähnte „Dash List“ (Liste der Abwürfe) in der Buddel fehlt, die füge ich gerne selbst hinzu. (Es scheint sie also schon vor mir jemand gefunden zu haben.) Aber wenn ich die Flasche beispielsweise am Leuchtturm Bülk wieder aussetze, dann wird sie voraussichtlich östlichen Kurs nehmen und, wenn es gut geht, irgendwann einmal im Baltikum ankommen.

Aber Richtung Amerika? Selbst wenn ich sie bei Gelegenheit an der Westküste abwerfe, dann hätte sie doch die bei uns vorherrschenden Westwinde zu meistern. Und der Nordatlantische Strom geht dafür auch in die falsche Richtung.

Was also tun? Hat jemand eine Idee? Vielleicht sogar einen Platz im Koffer für eine Reise nach Übersee, mit Chance auf weniger widrige Strömungen und eine richtig weite Reise?

Fortsetzung dieser Geschichte => hier.

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Flaschenpostfindetage.

Eigentlich ist es überfällig, diese Geschichte weiter zu schreiben. Aber es gab in den letzten Tagen viel zu tun. Unter anderem war einiges an Post zu erledigen. Flaschenpost. Flaschenpost von jungen Damen. Und das duldet natürlich keinen Aufschub.😉

Am 19. September fand ich drei Flaschen mit ganz tollen Bildern, die Mädchen im Alter von viereinhalb, fünf und sieben Jahren während einer Hochzeitsfeier gemalt hatten. Und am 4. Oktober gab es wieder Flaschenpost. Wieder von drei Mädels, dieses mal etwas älter (den Handschriften nach vielleicht zwischen 12 und 14). Die drei hatten zusammen eine Buddel auf die Reise geschickt.

Natürlich bekamen alle einen ausführlichen Fundbericht als Antwort. Den ersten drei, die ja noch sehr jung sind, schrieb ich ein bischen im Ohrenbär-Stil¹: Weiterlesen

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Am Main.

(Fortsetzung dieser Geschichte.)

Frankfurt/Main, 4. September 2016.  Ich habe ein paar Flaschenposten und meine Kamera in den Rucksack gepackt und bin auf dem Weg ins Museum für Kommunikation. Es liegt nicht weit weg am Museumsufer auf der anderen Seite des Mains. Vom Hotel am Hauptbahnhof bis zum Fluss sind es nur ein paar Minuten. Ich kann ihn also schon mal für die Abwurfaktion, die ich für heute Abend geplant habe, in Augenschein nehmen.

Rund 130 Meter ist er hier breit, ein ganz ansehnlicher Strom. Auf beiden Seiten flankiert von Grünanlagen, in denen es sich nett flanieren lässt. Schön haben es sich die Frankfurter gemacht. Eingefasst ist das Gewässer von senkrechten Ufermauern, zumindest hier in der Innenstadt.  Jedenfalls soweit ich sehen kann. Der Wasserstand liegt etwa 1,5 Meter unterhalb der Mauerkante. Einer hier treibenden Flaschenpost kann erst einmal nichts passieren. Weder durch Flaschenbuch auf Felsblöcken, mit denen die Böschungen vieler regulierter Flüsse befestigt sind, noch durch Leute, die sie all zu bald aus den Fluten fischen könnten.

Im Tiefflug zieht ein Kormoran vorbei und entschwindet zwischen den Pfeilern einer flussabwärts den Main überquerenden Brücke meinen Blicken. Offensichtlich gibt es doch irgendwo in der Nähe natürliche Uferabschnitte. Zumindest hohe Bäume, auf denen Kormorane horsten können.

An Hand eines auf dem Wasser treibenden Zweiges und der Geländerpfosten an der Promenade schätzte ich die Strömungsgeschwindigkeit. So etwa zehn Meter pro Minute. Macht rund 600 Meter pro Stunde oder knapp 15 km pro Tag. Sehr gemächlich.

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Holbeinsteg.

Mein Weg führt über den Holbeinsteg, eine moderne, elegante Hängebrücke, nur für Fußgänger. Es muss eine Vorgängerin gegeben haben, denn die Brückenköpfe mit den Treppenaufgängen bestehen aus bossiertem Sandstein im Stil der Neorenaissance. Der ideale Ort für die Abwurfaktion heute Abend, denke ich mir. Also spare ich es mir, auch noch den Eisernen Steg, eine wegen der historischen Eisenkonstruktion sicherlich eindrucksvolle Fußgängerbücke zehn Minuten flussaufwärts auszukundschaften.

Da es nachher wohl keine Gelegenheit mehr gibt, krame ich für ein „Gruppenfoto“ die mitgebrachten Flaschenposten aus dem Rucksack. Ein Musiker, der auf dem Akkordeon rumänische Volkslieder spielt, schaut mir wohlwollend lächelnd zu.

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Noch vereint.

Es hat etwas Bizarres: die Skyline dieser Finanzmetropole mit ihren glänzenden Hochhausfassaden. Geld regiert die Welt, sagt man. Und hier regiert man das Geld. Hier werden Börsenkurse analysiert, Gewinnprognosen aufgestellt, Profite kalkuliert, in Windeseile gewaltige Kapitalmengen hin und her geschoben. Inbegriff der kybernetischen Welt, wie Philosoph Thomas Seibert es sagen würde.

Und wir werden heute Abend Post in den Fluss werfen, ausgerechnet hier. Flaschen mit liebevoll gestalteten Briefen und zauberhaften kleinen Basteleien darin. Einfach so. Ohne den Gedanken an Profit. Ohne die Wahrscheinlichkeit berechnen zu können, dass sie gefunden werden, ohne zu wissen, ob wir jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können oder ob irgendwer sogar antwortet. Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren: Das hat irgendwas Subversives.😉

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Flaschenpost im kybernetischen Zeitalter.

(Wird fortgesetzt.)

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