Archiv des Autors: Peter S.

Über Peter S.

...alias James Ismael Kuck, Flaschenpostredakteur, Strandwanderer, Medien-Retroversionsberater. Editor of driftline papers, beachwalker.

Abgekupfert. Die Echos eines Blogposts

Dafür, dass es sich um ein ziemlich abseitiges Orchideenthema handelt, erfeut sich mein Blog einer regen Aufmerksamkeit. Meine Bastelanleitung, die ich auf die Startseite gepinnt habe, wird offensichtlich gern gelesen. Regelrechte Wellen von Aufrufen gibt es in den Sommermonaten, in der Ferienzeit.

Ja, natürlich schaue ich hin und wieder mal auf die Statistik. Aber Zahlen sagen eigentlich wenig über den Wert eines Beitrages, sondern eher etwas über die Verschlagwortung oder die Algoritmen von Suchmaschinen. Viel mehr freuen mich interessierte Nachfragen und Kommentare, besonders aber die netten Kontakte, die ich so knüpfen konnte. Manch eine(n) konnte ich ja zu einer eigenen Flaschenpost oder gar zu einem neuen Hobby inspirieren.

Beim Surfen im Internet entdecke ich immer häufiger Bilder von richtig liebevoll gemachten Flaschenposten. In meiner grenzenlosen Eitelkeit bilde ich mir dann ein, mit meinen Posts tatsächlich etwas zur „Förderung des Flaschenpostwesens“ beigetragen zu haben. 😀

Meine Ideen sprechen sich tatsächlich herum. Ich stoße im Web – und inzwischen auch in Büchern – immer wieder auf Anleitungen, die vom Inhalt und auch von der Formulierung meine Handschrift tragen. Ein wirklich positives Echo, – das freut mich!

Screenshot Strandgut

Kurz und knackig zusammengefasst: meine Bastelanleitung in dem Buch „Strandgut – mein Buch vom Meer“ von Mara Andeck. Aber ohne Quellenangabe. Screenshot der Online-Leseprobe bei https://books.google.de/

 

Aber bei einem Echo ist es immer gut, wenn man herausfinden kann, wo der ursprüngliche Klang her kommt. Das ist leider nicht immer möglich. Und da gibt es bei mir manchmal Stirnrunzeln.

 

Abgekupfert1

Einfach abgekupfert. Screenshot eines Ratgebersites (Beitrag Nicole Hery-Moßmann vom 04.11.2016)

Denn auch Internetbeiträge unterliegen dem Urheberrecht. Sie sind geistiges Eigentum des Verfassers. Als Flaschenpostler, der seine Texte an wildfremde Strandbesucher „verschenkt“ und dabei das Procedere dem Zufall überlässt, stelle ich mich bestimmt nicht kleinkariert an, wenn meine Ideen weitergereicht werden. Dazu stelle ich sie schließlich ins Netz: um sie zu verbreiten, um andere an der Freude teilhaben zu lassen.

Aber es gehört einfach zum guten Stil und zur journalistischen Sorgfalt, seine Quellen anzugeben. Auch, wenn es sich um eine Zusammenfassung und um „banale“ Basteltipps handelt. Das mache ich ja schließlich auch so.

 

Abgekupfert2

Next step: copy + paste? Screenshot wie oben.

 

Ganz dreist ist Christian. Er klaut sogar den Titel. Auch sonst alles Stück für Stück abgeschrieben.

Meine Güte, Christian! Ich bin selbst Papa und bestimmt der letzte, der deinem Tochterpiratenherz den Flaschenpostspaß nicht gönnen würde. Dir als Blogger auch nicht die Freude, darüber zu schreiben!  Und deine Fotos sind ja auch wirklich gut! Aber tu doch bitte nicht so, als hättest du das alles selbst erdacht. Okay?

Abgekupfert3

Schönes Webdesign, inhaltlich ein Plagiat. Screenshot www.piratenprinzessinblog.de 06.10.2017.

 

Noch was: Wenn ich sogar mit vollständigen Namen in Büchern oder Internetveröffentlichungen genannt werde, wäre es schön, wenn der Autor vorher bei mir anfragen würde, ob das okay ist. Schließlich bin ich keine „Person des öffentlichen Lebens“, sondern nur ein friedfertiger stiller Strandwanderer.

Nachtrag 6.10.2017, 11:56 Uhr: Christian hat sich nach meinem Hinweis sofort entschuldigt, die Quellenangabe in die Einleitung hineingeschrieben und Links gesetzt. Das ging fix. Danke! 🙂

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Adorno lässt grüßen: Schriftsteller verschicken Flaschenpost.

Ein aktuell laufendes Flaschenpost-Projekt ist schriftstellerischer bzw. publizistischer und auch politischer Natur. Mehrere Zeitungen, der Kölner Stadt-Anzeiger, die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung bitten verschiedene Autoren, eine handgeschriebene Flaschenpost zu verfassen und irgendwo auszusetzen.

Den Anfang machte am 31 August der türkischstämmige Schriftsteller Dogan Akhanli. allerdings warf er seine Botschaft nicht in seiner Heimatstadt Köln in den Rhein, sondern in das seichte Wasser des Manzanares in Madrid. Dort hält er sich unfreiwillig auf, nachdem die Erdogan-Regierung über Interpol einen internationalen Haftbefehl gegen den Regimekritiker erlassen hat, der derzeit von den spanischen Behörden überprüft wird.

Zitat der Flaschenpost:

„Die sich selbst überschätzenden Despoten verbreiten immer mehr Angst und führen die Menschheit zum Abgrund. Wir müssen an die Magie des Widerstands glauben, um diese Bedrohung noch rechtzeitig abzwenden. Sind wir so dumm, dass wir aus der Erfahrung nicht lernen können?“ – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/28263054 ©2017

Irgendwie erinnert mich das an Theodor Adorno. Er glaubte nicht, dass seine Arbeiten zu seiner Zeit – er hatte unter den Nazis Lehrverbot erhalten und war in die USA emigriert –  eine aufmerksame Leserschaft finden würde. Deshalb bezeichnete er sie metaphorisch als Flaschenpost, – geschieben für aufmerksame, aber fremde Menschen in einer anderen Zeit.

Hoffen wir, dass es Akhanlis Appellen nicht ebenso ergeht, sondern dass sie jetzt wahrgenommen und beherzigt werden!

Ein ausführlicher, m. E. sehr lesenwerter Artikel der Berliner Zeitung hier.

Weitere Autoren, die sich an dem Projekt der drei Zeitungen beteiligen werden, sind u. A. Can Dündar, Guy Helminger, Elisabeth Herrmann, Kristof Magnusson, Tilman Röhrig, Frank Schätzing und Ilja Trojanow.

Wir dürfen gespannt sein.

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Tauchflaschenpost: Wie man Geheimdienste austrickst. ;-)

Eigentlich wissen wir es ja alle. Un-eigentlich verdrängen wir es gern. Wer ins Internet geht, Suchmaschinen benutzt oder in sozialen Netzwerken aktiv ist, wird ausgespäht. Tante Google speichert Suchbegriffe und aufgerufene Websites. Facebook analysiert jedes „like“, greift Daten aus dem Smartphone ab, erstellt Bewegungsprofile. Man braucht nicht einmal viele Angaben über sich selbst zu machen, – allein die App auf dem Handy lässt Big Brother aus Orwells Roman 1984 alt aussehen. Auch wer nach jeder Internetsitzung brav alle Cookies aus dem Browser löscht, behält ein mulmiges Gefühl. Youtube merkt sich auch so, was wir da zuletzt angeguckt haben. Und spätestens seit der Enthüllungen eines Edward Snowden wissen wir, dass die Geheimdienste sowieso alles scannen, was an Bits und Bytes über die großen Server läuft. Sogar Adressen von analoger Post wird für die NSA abfotografiert.

Und doch gibt es eine Nachrichtenform, die den Schlapphüten durch die elektronischen Lappen geht. Weil sie nicht elektronisch ist. Klar, ich meine die Flaschenpost!

Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. So treibt eine kleine Buddel mit einem netten Brief von China womöglich direkt nach Nordkorea und schert sich nicht um Grenzpolizei, Staatsicherheitsdienst, Sperrzonen und was es dort sonst noch so gibt. Einfachheit schlägt Überwachungstechnik!

Ob die Grenzschützer auf ihren Patroullienbooten wohl auf so was achten?

Hm, – vielleicht könnte eine kleine zusätzliche Tarnung nicht schaden?

Bei einer Plauderei mit dem Journalisten Oliver Lück hatte ich eine kleine technische Finesse entworfen: Weiterlesen

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Shoreline spotting: How your photo helps scientists.

Once again. Pant English version.

weltbeschauerei

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Feel free to share.  (Driftline Papers CC BY-SA 3.0)

Hello Coastsiders, Beachwalkers, Fishermen, Environmentalists and Holydaymakers all over the world! 🙂

Do you like to take part in a worldwide scientific survey on coastlines? The aim is to get images from coasts all over the globe. From als many sites as possible. Geographers from the Coastal Risks and Sea-Level Rise (CRSLR) research group at Kiel University (Germany) need them to estimate the impact of sea level rise on the shoreline. Impossible without the help of wayfarers and locals out there on the banks.

Blick von oben Flooded beach: the surf takes it’s prey. View down from the top of the cliff.

So please join the project. The only thing to do is to upload your own image of the coast you are, to place it on the right site on the map (if your smartphone doesn’t transfer the position automaticly) and chose…

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„Shoreline spotting“ für www.coastwards.org – Ein Forschungsprojekt zum Mitmachen.

Das Off-Topic in einem neuen Blog, wie versprochen mit Text.

weltbeschauerei

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Ich mach mal Werbung. Foto von mir, darf aber gerne weiterverbreitet werden.

Now when I was a little chap I had a passion for maps. I would look for hours atSouth America, or Africa, or Australia, and lose myself in all the glories of exploration. At that time there were many blank spaces on the earth, and when I saw one that looked particularly inviting on a map (but they all look that) I would put my finger on it and say, ‚When I grow up I will go there.‘ The North Pole was one of these places, I remember. Well, I haven’t been there yet, and shall not try now. The glamour’s off. […]

„True, by this time it was not a blank space any more. It had got filled since my boyhood with rivers and lakes and names. It had ceased to be a blank space of…

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The Coastal Postal Service of Scotland’s St. Kilda

Flaschenpostjäger Clint Buffington entwickelt sich zu einem eifrigen Historiker!

Hier ein weiterer faszinierender Artikel von ihm:

Message In A Bottle Hunter

What if I told you that an entire community once used messages in bottles as their actual postal system?

Meet the Islands of St. Kilda.

Screen Shot 2017-03-27 at 8.39.40 PM

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Sie haben Post

Ein kleiner Lobgesang auf Handgeschriebenes, Flaschenpost und den Zauber des Unerwarteten. Gefunden in Ellys Ecke.

Ellys Ecke

Bei meinen ersten Schritten im Internet Ende der 90er Jahre waren es diese drei Worte, die eine wohlige Aufregung in mir aufkommen ließen. Ob mir wohl jemand geschrieben hat? Eine Email zu bekommen war damals noch etwas ganz Besonderes. Generell Post zu bekommen war schon immer ein spezieller Moment für mich und ist es bis heute. Damit meine ich nicht die vielen Spam-Mails oder Werbeflyer, die man ständig in seinem virtuellen oder auch physischen Briefkasten hat. Ich meine richtige Post. Wann habt Ihr das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief bekommen? Oder auch selbst geschrieben?

Mit einem Artikel in einer Zeitschrift über den handgeschriebenen Brief fing bei mir alles an. Aus diesem Artikel ist die Idee zu diesem Blog hier entstanden (Zurück zum Ich).

Aber auch eine elektronische Post kann diesen Moment der Freude und Vorfreude auslösen, wenn es sich um einen richtigen Brief handelt. Wie schnell sind heutzutage…

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