Archiv des Autors: Peter S.

Über Peter S.

...alias James Ismael Kuck. Flaschenpostredakteur, Strandwanderer, Medien-Retroversionsberater. Editor of driftline papers, beachwalker.

Start am Cap de Carteret. Meine normannische Flaschenpost

Unser Vermieter hatte nicht mit Ausflugstips gespart. Meine Landkarte war entsprechend mit Kringeln, Kreuzen und Stichworten vollgekritzelt. (Deutsche Urlauber erkennt man angeblich entweder an Pfandflaschen oder an Landkarten.) Zusammen mit ein paar Verwandten waren meine Liebste und ich in der Normandie. Genauer: auf der in den westlichen Ärmelkanal hineinreichenden Halbinsel Cotentin. So mittendrin, unser Quartier war idyllisches Anwesen auf dem Lande, gut versteckt in einem abgelegenen Tal. Aber zum Meer war es nicht weit. Am Cap de Carteret bei der Ortschaft Barneville-Carteret sollte es schön sein. Also nichts wie hin!

Hach, wie entspannt ging es dort zu! Ja klar, Barneville-Carteret ist ein Urlaubsort, es gibt Hotels, Pensionen, Gaststätten, sogar kleine hübsche Strandhäuschen für Badegäste. Aber im Gegensatz zu den Seebädern an Nord- und Ostsee fehlt diese penetrante Touristik-Atmosphäre mit Verkaufsständen, Imbissbuden, Souvenirläden und dem Gestank fritiertem Fisches völlig.

Vom Marktplatz aus dödelten wir gemütlich an einem Priel entlang – es war gerade Niedrigwasser – in Richtung „plage“, – keine Ahnung, warum die Franzosen ihren Strand so nennen. Auf einer kleinen Klippe harrten irgendwelche verwitterten Gemäuer, angeblich ein deutscher Beobachtungsposten aus den Zeiten des Atlantikwalles, der Dinge, die in den nächsten Jahrhunderten noch kommen sollten.

Ich bin ja an der Küste zu Hause, aber das Strandgefühl ist hier ganz anders. Der Sand fühlt sich anders an. In feuchtem Sand sackt man tiefer ein, er ist nachgibiger. Das Wasser sieht anders aus. Die Brandungswellen sind hell smaragdfarben. Dahinter wird das Meer schnell blau: ein klares Aqamarin, – jetzt weiß ich, warum dieser Edelstein so heißt! Auch die Molluskenarten waren mir neu. Napfschnecken kannte ich bislang gar nicht. Unversehens begann ich, wie ein kleines Kind Muscheln zu sammeln.

Aber dann fiel mir doch noch ein, dass ich etwas zu erledigen hatte. Es war Post einzuwerfen. Flaschenpost natürlich.

Angeblich haben Franzosen einen besonderen Sinn für Ästhetik. Deswegen hatte ich eine schmucke kleine Dekoflasche im Koffer mitgeschmuggelt. Sie war inzwischen mit einem Urlaubsgruß und einer (aus Platzgründen kleinen) Ausgabe der Baltic Sea Scrolls gefüllt. Baltic Sea Scrolls im Golf von St. Malo? Warum nicht, – die New York Times liest man ja auch nicht nur in New York.

FP 106 q

Nennt man den Stil nun „Vintage“ oder „Retro“? Flaschenpost Nr. 106.*

Wäre nicht einer der Zettel mit einem Luftpostaufkleber zusammengeklebt, hätte man die Briefbuddel mit ihrer schwarzen Versiegelung auf den ersten Blick für richtig alt halten können. Aber wir wollen den Finder ja nicht zu sehr foppen.

Luftpostaufkleber? Ja klar, jede Driftfahrt einer Flaschenpost beginnt mit Weiterlesen

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Wenige Worte, viel Poesie: Eine FindeSatz-Flaschenpost (Reblog)

Heute suchte jemand nach einem „Kurztext“ für eine Flaschenpost. Hier ist ein ganz zauberhaftes Beispiel von der „Satzverschenkerin“ Maribey.

Wenige Worte, aber so viel Poesie!

Diesmal habe ich den Findesatz am Düsseldorfer Rheinufer per Flaschenpost in die Welt geschickt.

Den ganzen Originaltext weiterlesen bei => Findesatz 047 — FindeSatz

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Three Ladies and five Messages in Bottles at the River Trent (reblog)

What a wonderful setting for dispatching messages in bottles: the Wilford Suspension Footbridge with its triumphal arch style pylons, a river flowing solemnly, the quaint Victorian Trent Bridge in sight downstream…

Thank you very much indeed, dear Hilke, for launching my bottle No 103 just there in company with yours and your friend’s!

My bottle looks old fashioned but it’s fresh from the store. But the paper I wrote on is really old, from the early thirties I presume. Well, perhaps the river adds some algae for a stylish make up. 😉

I hope you ladies had a nice time!

Here is Hilke’s report:

Das Flaschenpost Projekt

Looking downstream onto the Trent Bridge from the footbridge that we used to drop our bottles into the river Trent

Jet Propelled, a friend and fellow artist from Beeston, near Nottingham recently brought me into (online) contact with another woman, a German who lives in West Bridgeford and misses the German language. We ended up discussing about meeting up, and she invited me and Jet for cake and tea. Since it turned out she lives in walking distance to the Trent a plan to dispatch some bottles formed…

We were lucky with the weather: After days of snowy April weather, the skies were clear on Friday 5th here in Nottingham. The wind blew in breezy bursts and made it feel rather chilly, but the sun came out and played beautifully with the gentle waves, turning the river into a street of silver and gold. At least from where we…

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Maribey, die Satzverschenkerin (Reblog Findesatz 26)

Tolle Idee:
Eine Mikroflaschenpost!

Nicht nur eine! Gestern war ich zufällig über den Blog FindeSatz gestolpert. Und sogleich fasziniert. Die ganz offensichlich lebensfrohe, reiselustige und bücherverliebte Satzfinderin und -verschenkerin Marion – alias maribey – schreibt über einzelne Worte und Sätze, die ihr irgendwie und irgendwo begegnen. Die schreibt sie auf und verschenkt sie weiter. An irgendeinen zufälligen Finder. Entweder in einem Umschlag, den sie irgendwo deponiert oder in einer Mikroflaschenpost*, einem winzigen wohlverkorkten Gläschen, mit einem hübschen Bändchen irgendwohin gehängt.

Und letzens flog ein Findesatz in Form einer Papierschwalbe zu Herbert Grönemeyer auf die Bühne. Und wieder ins Publikum zurück.

Zauberhaft!

Unten Marions Beitrag zu „Findesatz 26“, der bei der Leipziger Buchmesse auf einen Besucher wartete, der nicht hektisch von einem Stand zum anderen jagte, sondern den Blick fürs Unscheinbare hatte.

______________
*Mikroflaschenpost: Wortschöpfung von Bild- und Textfischer Bernd Standhardt.

FindeSatz

Auch den heutigen Findesatz habe ich auf der Leipziger Buchmesse versteckt. Kurz vor Ende der Buchmesse habe ich nochmal nachgeschaut, ob der Satz noch dort hing. Ja, auch drei Stunden nach dem Verstecken war er noch da. Ob er von Leuten gefunden wird, die dort aufräumen?

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Von Leuchtturm zu Leuchtturm: Fundmeldung für Flaschenpost Nr. 105

Ein Tag, an dem man den Kragen hoch schlägt und die Hände in den Anoraktaschen vergräbt, wenn man denn raus muss. Oder – wie ich – raus darf. Der 16. Januar 2019, trüber Himmel, es ist diesig, Nieselregen, Wind. Richtiger Wind. Richtig heißt: aus der richtigen Richtung. West-Süd-West in diesem Fall, also ablandig. Die Stärke schätzte ich auf 4 bis 5 Bft, der Leuchtturm Kiel in der Kieler Bucht meldet sogar 7 Bft. Aber im Windschatten der Bäume am Leuchtturm Bülk ist es immer etwas weniger als draußen auf der Förde.

Richtiger Wind lockt mich raus, mag das Wetter auch so pieselig sein wie es will. Zumal dann, wenn eine Flaschenpost fertig auf der Fensterbank steht und ungduldig auf den Tag des Abwurfes wartet. Dieses mal Weiterlesen

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„Geldschein aus Flasche herausbekommen“ oder: Ein Brief als Geschenk

Mit einer Mischung aus Schmunzeln und Stirnrunzeln betrachte ich diese Tage die Statistik meines Blogs. Mein Artikel Wie man einen Flaschenbrief aus der Flasche bekommt hat mal wieder Konjunktur. Allerdings nicht, weil es etwa nach den ersten Winterstürmen Scharen von Strandjuttern an die Küsten treibt, die dort haufenweise Flaschenposten einsacken würden. Nein, keineswegs!

Gelegentlich angezeigte Suchbegriffe zeigen, um was es geht. „Wie bekommt man einen Geldschein aus Flasche?“ steht da. Oder nur kurz in Kleinbuchstaben „geld aus flasche“. Es werden zu Weihnachten und auch schon vorher wieder Geldgeschenke und Gutscheine als Flaschenpost verpackt, um die Nüchternheit (oder Gedankenlosigkeit?) der pekuniären Gabe durch ein bisschen Seefahrtsromantik zu tarnen.

Okay, bei manchen Menschen weiß man ja wirklich nicht, was man denen schenken könnte. Solchen, die schon alles haben (aber wozu brauchen die dann noch Geld?). Oder, nachvollziehbarer, denen, die auf was Größeres sparen. Oder Leuten, die man nicht näher kennt (aber muss mann denen unbedingt was schenken?). Oder wenn einfach der Abstand, beispielsweise zwischen Großeltern und Enkeln so groß ist, dass sich die Einen nicht mehr in die Anderen hineinversetzen können.

Klar, da wirkt einfach nur schmuckloser ein Schein in einem Umschlag doch etwas lieblos. Aber wenn es denn in Form einer Flaschenpost sein soll, dann doch bitte Weiterlesen

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Q & A: Flaschenpost-Fachsimpeln mit Anja

Manche prominente Youtube-Vlogger machen gelegentlich Question & Answer Videos, kurz Q & A, wo sie Fragen aus den Zuschriften ihrer Zuschauerschaft beantworten. Nun bin ich weder prominent noch Youtuber, aber in den Kommentaren meines letzten Beitrages „Post aus Skummeslövsstrand“ stellte Bloggerkollegin Anja ein paar anregende Fragen, die m. E. einen eigenen Artikel wert sind. Deshalb hier mein erstes Blog-Q & A.

Anja fragt:

104 Flaschen ist schon eine Ansage. Meine Statistik lautet 11 verschickt, 2 gefunden und mit 1 noch in Kontakt. Wie machst du das, in einer Tabelle oder mit einer Landkarte?

Lohnende Erinnerungen. Hier ging es um ein von Schülern vorbereitetes Interview und eine Mitmachaktion für Kinder.

Ein handschriftliches Logbuch hat irgenwie was. Sogar Platz für Schiffsstempel.

Na ja, die 104 Buddeln verteilen sich auf knapp 20 Jahre, da relativiert sich die Zahl ein wenig. Wobei noch ein paar nicht mitgezählte Spontanflaschenposten hinzukommen. Seit etwa fünf Jahren führe ich eine Liste, sowohl eine Computerdatei, wie auch ein handschriftliches Buch, das aber gerade nicht auf dem laufenden Stand ist. Da trage ich die Daten ein. Für die Nr. 104 beispielsweise: Weiterlesen

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