Beiträge mit dem Schlagwort: Drifter

Die High-Tech-Version der Flaschenpost

DrifterAls frühe Hydrographen mit der guten alten Flaschenpost Meeresströmungen erforschen wollten, ging es um zweierlei: Wohin führt die Oberflächenströmung? Und wie schnell ist sie?

Heute, angesichts entscheidender ökologischer Fragestellungen, sind die Drifter wesentlich komplizierter geworden. Aber darüber sollen die Ozeanographen besser selbst erzählen. Eine anschauliche Schilderung aus dem Forschungsalltag findet sich hier unter den Oceanblogs. Eine herzliche Leseempfehlung meinerseits!

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„BREAK THIS BOTTLE“: Rekord-Flaschenpost vollendet nach 108 Jahren planmäßig ihre Reise.

„Älteste Flaschenpost der Welt gefunden!“

Meldungen wie diese überschlagen sich in letzter Zeit. Okay, sie sind nicht so häufig wie Rekorde in Sportnachrichten, aber gemessen an der eher gemächlichen Fortbewegungsweise von Driftflaschen sind es recht viele Berichte in einer relativ kurzem Spanne. Wobei „älteste Flaschenpost“ nicht das absolute Alter des Dokumentes in der Buddel meint, sondern den größten zeitlichen Abstand zwischen Aussetzen und Finden. Aber schauen wir uns mal die Liste an: Weiterlesen

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Ein Freitagsfoto. Und ein wenig Flaschenposthistorie.

Das Helmholz-Zentrum Geesthacht betreibt neben dem offiziellen Website noch ein Weblog, in dem mit Beiträgen für „ganz normale“ Leser die Arbeit des Institutes zur Küstenforschung allgemeinverständlich vorgestellt wird. Die Texte sind also nicht in einem Fachchinesisch geschrieben, sondern bietet sehr anschaulich und kurzweilig einen Einblick in den Alltag der Küstenforscher. Der Charme zeigt sich auch darin, dass Frau Frings, die das Blog betreut, die Leserschaft immer mit einem „Freitagsfoto“, verbunden mit einer kleinen Rätselfrage, ins Wochenende schickt. 🙂

Und heute hat sie dabei mit lieben Worten auf meinen Blog Flaschenposten hingewiesen!
Oh, da fühle ich mich jetzt richtig gebartpinselt! 😀

„… thematisch hängen Küstenforschung und Flaschenpost eng zusammen. Küste und Flaschenpost erzählen von Lebensgeschichten und Flaschenpost ohne Forschung (woher kommt sie, welchen Weg nahm sie, wie lange war sie unterwegs, wer ist der Absender?) ist undenkbar“, schreibt Frau Frings.

Flaschenpost 5148

Historische Flaschenpost im Friesenmusem in Wyk auf Föhr.

Ja, dass kann ich auch als Flaschenpostliebhaber nur bestätigen. Schließlich begann mein Faible für dieses altertümliche und doch immer noch faszinierende Kommunikationsmittel damit, dass ich in einem Museum eine von Meeresforschern ausgesetzte Flaschenpost entdeckte und zu gern gewusst hätte, wo sie ins Wasser geworfen wurde und welchen Weg sie bis zu ihre „Landung“ im Nordfriesischen Wattenmeer genommen hatte. Davon hatte ich ja mal ganz zu Anfang in meinem allerersten Blogpost erzählt.

Neben der Auswertung von Wetter-, Eis- und Seegangaufzeichnungen aus den Logbüchern der Seefahrer waren diese Flaschenposten eines der ersten Mittel, denen sich die frühe Ozeanographie im 19. Jahrhundert bediente. Weiterlesen

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Strömungs-Simulation!

Wo könnte eine Flaschenpost ankommen? Oder wie verteilen sich Plastikpartikel im Meer?

Auf diesem Website kann man es berechnen lassen!

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Grönland – Norwegen: Arved Fuchs‘ Flaschenpost gefunden!

Grönland – Norwegen: Arved Fuchs‘ Flaschenpost gefunden!

Genauer gesagt: Es war eine der zehn Flaschenposten von jugendlichen Teilnehmern des Jugendcamps „Ice Climate Education 2011“ im isländischen Húsavik. Diese Camps werden auf Initiative des Polarreisenden und Seefahrers Arved Fuchs regelmäßig in verschiedenen Länder durchgeführt und sollen die Jugendlichen für die Auswirkungen des globalen Klimawandels sensibilisieren.

Die jungen Leute wollten nun selbst andere Menschen zum Handeln gegen die Erderwärmung auffordern und verfassten dazu die zehn Flaschenbriefe, die sie Arved Fuchs auf seine Reise nach Nordostgrönland mitgegeben.

Für Flaschenpostfreunde interessant: Fuchs über gab auf seiner Fahrt mit dem Haikutter Dagmar Aaen nicht nur die Flaschenposten dem Meer, sondern setzte auch einen Drifter auf einer Eisscholle aus. Dessen Positionen wurden regelmäßig per Satelit übertragen. So ließ sich die Driftfahrt per Internet verfolgen. Sie begann am 18. August 2011 am Ausgang des Kaiser Franz Josephs Fjordes, führte südwärts nah an der Küste Grönlands entlang und ab Kap Farvel mit dem Nordatlantischen Strom in das Europäische Nordmeer, wobei der Drifter ganz brav einen großen Bogen um die Faröer machte. Nach ein paar Törns nörlich der Insel Vega funkte das Gerät seine Position nach 7818 km auf See ein letztes mal am 24. Mai 2012 am Ausgang des Saltfjordes.

Die Flaschenposten dürften eine ähnliche Reise gemacht haben. Eine davon ist nun an der Küste der Insel Blekkøya gefunden worden. Und die übrigen? Wenn sie heil irgendwo am Strand liegen, dann ist es schon ein Glücksfall. Die Küste Norwegens ist nun mal felsig, Stürme und die Tiden dort in den Fjorden sind sicher nicht besonders flaschenpostfreundlich. Aber wer weiß… 😉

Übrigens: Gerade hat Arved Fuchs wieder einen Drifter ausgesetzt. Dieses mal nördlich von Spitzbergen. Hier zu verfolgen.

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Riskante Rekordsucht: Norweger bauen Mega-Flaschenpost

Heute ist der 7. März, nicht der 1. April. Trotzdem wünschte ich, die Meldung wäre ein Fake und keine Realität.

Als Werbegag des Getränkeherstellers „Solo“ soll am 13. März eine fast acht Meter lange Megaflaschenpost mit einer Wasserverdrängung von 2,5 t bei Teneriffa ausgebracht werden. Das Ungetüm hat damit das Format eines Seezeichens, dient aber nicht der Sicherheit, sondern der Gefährdung der Seefahrt.

Eigentlich nicht vorstellbar, dass die Seefahrtsbehörden es zulassen, dass dieses Monstrum tatsächlich ungesteuert über den Ozean treibt, nach einer Runde mit dem Kanaren- und Äquatorialstrom via Golfstrom die transatlantischen Wasserstraßen kreuzt, um dann womöglich bei Orkan gegen das Fördergeschirr einer Ölplattform oder bei Sturmflut gegen einen Deich geschleudert zu werden. In so einem Falle würden die Initiatoren tatsächlich berühmt werden.

Selbst wenn der Landfall glimpflich ablaufen sollte und auch nicht irgendwelche Muschelbänke durch das Ungetüm plattgewalzt werden, so ist des doch eine Zumutung für die betroffene Küstengemeinde, das Ding vom Strand, womöglich aus dem Watt oder einem Vogelschutzgebiet bergen zu müssen.

Ich kann  nur hoffen, dass die Megabuddel nach der Show des Zuwasserlassens alsbald an den Haken eines Schleppers kommt und in Sicherheit gebracht wird. Nur sieht es nach dem technischen Aufwand nicht danach aus. Das unbemannte und ungesteuerte Wasserfahrzeug ist ohnehin keine wirkliche Flaschenpost und deshalb auch nicht würdig, als Rekord in die Annalen der Flaschenposten einzugehen. Denn eine echte Flaschenpost ist nach dem Aussetzen tatsächlich herrenlos und der Reiseweg ein Geheimnis. Dieses mit Positionslichtern, GPS-Sendern, Kameras und sonstiger Technik  ausgestattete Ding gehört nicht dazu. Es ist viel mehr ein unbemanntes, permanent manövrierunfähiges Wasserfahrzeug, ein modernes Geisterschiff. Die Erfinder setzten mit einem unverständlichen Aufwand von Geld und Technik auf Masse, um gewaltsam einen medien-, vor allem aber werbewirksamen Rekord aufzustellen. Der Sinn für Seefahrtsromantik oder Poesie, der wirklichen Flaschenpostautoren eigen ist, geht ihnen dabei ab.

Den Urhebern dieses Reklamespektakels wünsche ich ein Strafverfahren vor dem Internationalen Seegerichtshof  in Hamburg wegen Gefährdung der Schifffahrt und eine fette Rechnung für den Einsatz der Mellum oder der Nordic, die diesen Schwimmkörper hoffentlich rechtzeitig aus dem Wasser ziehen, bevor er bei uns an der Küste irgenwas kaputtschlägt.

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