Beiträge mit dem Schlagwort: Flaschenbrief

Hilsen fra Danmark: Es hagelt Fundmeldungen

Auf der Eckernförder Bucht blitzte ein Feuerschein auf und das Kriegsschiff hüllte sich in weißen Rauch. Einige Momente später hallte der Kanonendonner zu uns an den Strand herüber. Ich hob mit einer schlappen Bewegung die Hand an die Mütze.  – „Danke, Jungs! Aber wegen dieser schofeligen Flaschenpost braucht ihr doch nicht Salut zu schießen.“

Besagte Flaschenpost stand für ein Abschiedsfoto vor mir auf den kleinen Strandwall bei Surendorf. Schofelig war sie deshalb, weil ich die olivgrüne Buddel gegen meine Gewohnheit nicht sorgfältig ausgespült und getrocknet hatte. Es waren ein paar Tropfen Rotwein dringeblieben, die sich auf den Papierröllchen zu malerischen Flecken verwandelt hatten und dem Entstehungsprozess eine besondere Note – Bordeaux, wenn ich mich richtig erinnere – gaben.

Startklar: die unscheinbare Flaschenpost 119.

Dann schleuderte ich die Meerespost in die Förde. Wegen des flachen Strandes gab es wohl eine kurze Grundberührung, die auf dem sandigen Grund aber ohne Schaden für die Buddel blieb. Die trieb gemächlich, – sehr gemächlich! -, Richtung Norden ab.

Wieder krachte eine Salve über das Wasser. Das militärische Zeremoniell hätte nun wohl meinerseits das Dippen der Flagge vorgesehen. Als hoffnungsloser Zivilist stand mir Behufs dessen allerdings nur ein benutztes Schnupftuch zur Verfügung, weswegen ich diesen Teil des Protokolls lieber ausließ. Unsere Strandwanderung setzten wir dann ohne weitere Förmlichkeiten fort. Den Kormoranen, die mit erhabenem Blick auf Findlingen und Kriegstrümmern hockten, war das ohnehin egal.

Die Wanderstrecke, die meine Liebste und ich vor uns hatten, war die selbe wir bei unserem letzten Besuch, den ich in meinem vorletzten Beitrag beschrieben hatte. Nur dass dieses Mal keine Scharen von Badegästen den Strand bevölkerten, die die damals überraschend hochsommerlichen Temperaturen ausnutzen wollten. Statt dessen trafen wir neben besagten Seeraben nur einen Schwarm Graugänse an, die auf der Durchreise in den Süden Rast machten. Allerdings wirkten sei etwas ratlos, denn alle Strandcafés und Imbissbuden hatten geschlossen. Als wir uns näherten, machten sie respektvoll Platz, obwohl wir glaubwürdig versicherten, dass wir für Weihnachten Rinderrollbraten vorgesehen hatten.

Aber dann ging es hinauf auf das Kliff. Die Oststürme der letzten Wochen hatten wieder einiges von der Küste weggerissen. An einigen Stellen hing die Kliffkante über, was uns mächtig Respekt vor den Naturgewalten einflößte. Auf dem schmalen Pfad war deshalb Vorsicht angesagt.

Die Stürme fordern Tribut.

Als wir nach etwa drei Stunden am Leuchtturm Bülk ankamen, wurde es schon dunkel. Zu dunkel, um noch ein Abschiedsfoto von den zwei Briefbuddeln zu machen, die ich noch im Rucksack hatte. Schade eigentlich, denn die Nr. 120 war eine richtige Bilderbuch-Flaschenpost. Ich hatte mal am Straßenrand eine leere Whisky-Flasche gefunden. Und die hatte eine richtig altmodisch stilvolle Form, auf dem Glassiegel das Gründungsdatum der Brennerei, – viel zu schade für den Altglascontainer. Also nahm ich sie mit, reinigte sie gründlich und verwandelte sie in eine malerische, kaminsimstaugliche Driftbuddel. Nun flog sie von der Buhne, um ihre Seereise zu beginnen.

Die dritte Flaschenpost des heutigen Tages, Nr. 121, war etwas nüchterner: eine zylindrische Essigflasche. Wegen ihres Gewichtes tauchte sie tiefer ins Wasser ein als ihre Vorgängerin. Es war also eine langsame Flaschenpost, mehr von der Strömung als vom Wind getrieben. Deswegen ging ich davon aus, dass sie auch einen anderen Weg nehmen würde.

Dabei waren die ersten hundert Meter durchaus heikel. Der Wind aus Südsüdost trieb die Flaschenposten nämlich auf das Ende einer 80 Meter weiter nördlich gelegenen Buhne zu. Würden sie daran vorbeikommen? Obwohl die aus der Kieler Förde herauslaufenden Wellen, gebeugt durch die Buhne, auf der ich stand, dort direkt ans Ufer schlugen, war ich zuversichtlich. Wellen zeigen nicht immer die tatsächliche Strömung an. Die kann ja durch die nächste Buhne wieder nach außen gelenkt werden, so hatte ich es dort schon einmal beobachtet.

Leider hatte ich hier keine Gelegenheit mehr, das Manöver der schwimmenden Glaskolben weiter zu verfolgen. In den folgenden Tagen schielte ich aber immer wieder auf die Wetterkarten. Ein stabiles Hoch über Osteuropa. Über Westeuropa ein paar kleine Tiefs, die da Ringelpiez mit Anfassen spielten, aber nicht richtig voran kamen. Wind aus südlichen Richtungen. Mal mehr südwestlich, mal aus Süd, meistens aus Südost. Ich rechnete mit Fundmeldungen aus Schwansen, mehr oder weniger von gegenüber.

„Hej Peter,
Fandt din post på stranden ”Horne sommerland” i dag.
Hilsen Lena fra Fyn“

So lautete eine E-Mail vom 7. Dezember. Das konnte ich auch ohne Übersetzungprogramm lesen. Lena hatte, wie meine Nachfrage ergab, Nr. 119 gefunden, die Rotweinflasche. Von Surendorf bis zum Fundort auf der dänischen Insel Fünen sind es 67 Kilometer Luftlinie, von der Buddel zurückgelegt in 13 Tagen. Macht gut fünf Kilometer pro Tag, und da sind Zickzack-Kurs und Kringel in den fast stündlich wechselnden Strömungen noch gar nicht mitgerechnet. Ein solides Tempo! Was Lena über meine flaschenpostologischen Fachsimpeleien im Buddelbrief gedacht hat, hat sie mir nicht geschrieben. Ist wohl auch besser so. 😉

Weite Sicht über den Aabenraa Fjord. Foto mit freundlicher Erlaubnis Anders N.

Gut 30 Kilometer weiter westlich, auf der anderen Seite des Kleinen Belts, waren am gleichen Tag die Schwiegereltern von Anders am Strand unterwegs. Die Familie hat dort in Flovt Strand ein Sommerhaus. Auf ihrem Spaziergang fanden sie Flaschenpost 120, – die Whisky-Buddel. Zusammen mit ihren beiden Enkeln ( sechs und acht Jahre alt) wurde die Sendung geöffnet. Alles trocken und in gutem Zustand, wie mir Anders N., der Vater der Jungs, in einer netten E-Mail schrieb. Nun, total trocken sind die Zettel wohl nicht geblieben, zumindest haben die Büroklammern einige Rostflecken hinterlassen.

Flaschenpost 120 Inhalt b

Etwas rostfleckig, schauderhaftes Englisch, aber sonst in gutem Zustand. Foto mit freundlicher Erlaubnis Anders N.

Ich schätze mal, meine in der Flasche mitgereisten Beiträge zum Thema Walfang mit den abenteuerlichen Bildern könnten die Phantasie der Jungs ordentlich beschäftigt haben. Jedenfalls waren die Erwachsenen von meinem Gedanken, bei den Reisebeschränkungen der Corona-Pandemie ein paar nette Zeilen und Grüße per Flaschenpost nach irgendwohin zu schicken, sehr angetan. Jetzt will die Familie selbst eine Briefbuddel auf große Fahrt gehen lassen. Vielleicht finde ich sie ja einmal.

Für die nautisch interessierten Leser: die Flaschenpost Nr. 120 ist 95 Kilometer (50 sm) weit gekommen, also (mindestens) 7,3 Kilometer pro Tag.

Nr. 121 war, wie ich beim Abwurf schon sehen konnte, eine langsame Flaschenpost. Sie brauchte 18 Tage bis sie am 12. Dezember am Strand von Ærø gefunden wurde (42 km Luflinie vom Abwurfort). Weich auf Tang gebettet fand sie dort Tarik, der einen Besuch auf der Insel genutzt hatte, früh morgens an den Strand zu gehen und das Mittagessen zu angeln. Auch an ihn ganz herzlichen Dank für die Fundmeldung und die beigefügten Fotos.

FP 121

Auf Tang gebettet: Flaschenpost Nr. 121. Foto mit Freundlicher Erlaubnis Tarik K.

Drei Flaschenposten, drei Fundmeldungen. Das kann sich sehen lassen!

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Zeitkapsel 2020/21: eine Einladung

2003 wurde bei Bauarbeiten im KZ Auschwitz eine Flaschenpost endeckt. Sie enthielt einen auf den 9. September 1944 datierten Zettel mit den Namen von sieben Insassen, ihre Häftlingsnummern und ihre Heimatorte in Polen und Frankreich. Sie wollten offensichtlich Zeichen ihrer Existenz hinterlassen, bevor sie im Nichts der Vernichtungsmaschinerie verschwanden.

Noch späktakulärer war ein Glasgefäß mit mehreren hineingeknüllten Papieren, das 1975 in einem Wald bei Neubrandenburg ausgegraben wurde. Es handelt sich um Briefe, Gedichte, eine Zeichnung, Erschießungslisten, Notizen zu medizinischen Experimenten und eine kleine Schnitzerei, geschrieben und angefertigt 1943 von polnischen Frauen, die im KZ Ravensbrück inhaftiert waren. Die Dokumente wurden aus dem KZ zu in der Nähe internierten Kriegsgefangenen geschmuggelt und, da sie nicht an Angehörige und Freunde weitergeleitet werden konnten, in der Nähe eines Grenzsteines vergraben. Einer der beteiligten Kriegsgefangenen erinnerte sich später an die Stelle. Sein Hinweis führte zur Wiederentdeckung dieses einzigartigen Dokumentes.

Zeitkapseln werden öfters mal gefunden: hinter Täfelungen, unter Dielenbrettern, irgendwo eingemauert. Selten ist ihr Inhalt so dramatisch wie bei den oben genannten. Oft haben sich einfach nur Arbeiter und Handwerker mit ihren Namen verewigt. Manchmal enthalten sie auch zusätzliche Informationen, z. B. über den aktuellen Preis des Brotes oder den Wunsch nach friedlichen Zeiten. Gelegentlich gibt es auch umfangreiche Nachrichten zum Bau eines Gebäudes. Bekanntermaßen gehört das Einmauern einer Zeitkapsel traditionsgemäß zur feierlichen Grundsteinlegung eines Gebäudes dazu.

Diesen Brief deponierte mein Urgroßvater 1928 im Sockel einer Tischlampe.

Kürzlich gab es in den USA wieder einen Fund. Das bringt mich jetzt auf eine Idee. Wie wäre es, der Nachwelt Botschaften aus dem Jahr 2020 zu hinterlassen? Klar, 2020 ist bei weitem nicht so bitter wie die Zeit der Weltkriege und der Nazi-Tyrannei. Aber es ist wegen der Corona-Pandemie ein denkwürdiges Jahr, für viele eines mit bedrückenden und auch tragischen Erfahrungen. Aber auch ein Jahr mit vielen kreativen Ideen, mit der Misere unzugehen. Ein Jahr, das zum Nachdenken darüber einlädt, was uns im Leben wirklich wichtig ist. Weiterlesen

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Flaschenpost trieb 90 Jahre im Frischen Haff. Angehörige des Verfassers könnten in Deutschland leben.

Im Frischen Haff frische Fische fischender Fischer findet famose Flaschenpost!

Über das Kontaktformular dieses Blogs sandte mir eine mir nicht weiter bekannte Frau A. einen knappen Hinweis auf einen Artikel in der Online-Ausgabe der Dziennik Bałtycki. – „Maybe it will be useful for you :)“

Ha, und ob dieser Artikel nützlich für mich ist, liebe A. Er ist superspannend!

Aber zunächst mal hakte das Übersetzungsprogramm, und ohne Polnischkenntnisse war ich aufgeschmissen. Nach gutem Zureden zu dem PC und der Online-Hilfe von Freunden bekam ich dann Folgendes heraus:

Flaschenpost aus den Frischen Haff. Foto mit freundlicher Erlaubnis Tomasz Chudzyński

Ein in Krynica Morska auf der Frischen Nehrung ansässiger Fischer hatte im letzten Jahr als „Beifang“ eine Flaschenpost aus dem Netz gezogen. Eine offensichtlich alte Limonadenflasche¹ mit Schnappverschluss und der profilierten Aufschrift „Gebr. Herkenrath Elbing“. Elbing, heute Elbląg, war der Sitz des Getränkeherstellers. Durch das klare Glas war zu erkennen, dass sich ein Röllchen Papier darin befand. Die Buddel blieb aber erst einmal ungeöffnet. Offensichtlich scheute sich der Finder, dem arg korrodierten Bügelverschluss Gewalt anzutun. So ein nostalgisches Stück macht sich ja auch so ganz schön im Regal.

Aber die ungelesene Nachricht in der Brausebuddel lies Edyta Rożek, der Schwester des Finders, keine Ruhe. Sie war einfach zu neugierig Weiterlesen

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Etikettenschwindel: Nicht jede Nachricht ist eine Flaschenpost!

In früheren Jahrhunderten waren Flaschenposten oft adressiert. Finder wurden gebeten, die Flaschenbriefe an eine bestimmte Anschrift weiterzuleiten. Vielleicht an die Admiralität, die eine Expedition ausgesandt hatte, an ein hydrographisches Institut, das Daten zu Meeresströmungen sammelt, an die Reederei des Schiffes oder einfach an die Seemannsbraut daheim. Notfalls waren Konsulate dabei behilflich. Trotzdem war ungewiss, wann, wo und ob überhaupt so eine Botschaft gefunden wurde.

Bitte an die Admiralität weiterleiten. Letzte Nachrichten von Franklins tragisch gescheiterter Expedition.

Man kann eine Flaschenpost mit einer konkreten Absicht absenden, z. B. um über den Verlauf oder auch das Scheitern einer Seereise zu informieren oder um damit Meeresströmungen zu erforschen. Aber man kann sie, – anders, als wenn man den Briefkasten an der Haustür öffnet -, nicht mit einer konkreten Absicht finden. Ob eine Kommunikation zwischen Sender und Empfänger zustande kommt, ist offen.

Das gilt freilich auch für andere Kommunikationsprozesse. Theodor W. Adorno empfand es so angesichts der neuen Musik. Selbst Musiker und Komponist, faszinierte ihn die  atonale Musik Arnold Schönbergs. Allerdings war er mit seinem Interesse ziemlich allein. Die Zwölftontechnik wurde von der Öffentlichkeit seinerzeit nicht wahrgenommen oder nicht verstanden. „Keiner will mit ihr etwas zu tun haben, sie verhallt ungehört, ohne Echo“ Es blieb ungewiss, ob sich Weiterlesen

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Post aus Skummeslövsstrand

Eine Fundmeldung

Beim Ausnehmen des Briefkastens…

…ja, „Ausnehmen“, das ist das richtige Wort. Ich kann mich dabei ja nicht selbst sehen, aber bestimmt mache ich dabei so ein verkniffenes Igitt-Gesicht wie beim Säubern von Fisch. Nur dass mir dabei kein glibberiges Gedärm entgegenkommt, sondern haufenweise Weihnachtswerbung, Gutscheine hiesiger Kaufhäuser (einzulösen vorgestern bei gleichzeitigem Einkauf in Höhe von drei Monatsgehältern) und Therapieangebote der Bank für mein anorektisches Sparschwein. Bäh, nee…

Aber gestern purzelte mir doch eine Postkarte entgegen! – Aber aus der Verwandtschaft ist doch gar keiner in Urlaub?

Skummeslövstrand steht unter den Strandfotos auf der Bildseite. Auf schwedischen Briefmarken lustige Piepmätze. Skummes… was?

„Hello Peter! I found your bottle post in Skummeslövsstrand, Prov Halland in Sweden…“ begann ich zu lesen. Weiterlesen

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Urbexing in Sheffield: Neue Flaschenpost-Drop-Offs.

„Bin gespannt, wie es weitergeht“, schrieb Ina unter meinen letzten Beitrag. Ich natürlich auch! Darüber, wie es weiter ging, hielt mich Hilke Kurzke auf dem Laufenden. Was ich nun berichte, stammt also alles von ihr, einschließlich der Fotos. Aber sie wird bestimmt auch selbst – und damit authentisch – in ihrem Blog von den Ereignissen berichten, sobald sie dafür etwas Muße hat.

Stand der Dinge: Hilke hatte am 9. Oktober meine Flaschenpost Nr. 100 von der Lady’s Bridge in Sheffield in den Fluss Don geworfen. Und ihre eigene Nr. 100 von einer wenig flussaaufwärts gelegenen Fußgängerbrücke. Meiner Wanderflaschenpost war allerdings nicht nach wandern zumute und sie blieb erst einmal an anderem Treibgut hängen.

FP 100 im Don

Sieht mich wer?

Als Hilke am darauffolgenden Tag nachschaute, war sie immerhin einen Steinwurf weit gekommen. Aber besonders eilig schien sie es nicht zu haben. Die Ufermauer reflektierte die Herbstsonne, da war es eben schön!

Auch am übernächsten Tag (11.9.) stattete Hilke der Buddel einen Besuch ab. Wegen der auffälligen Bemalung war sie leicht zu entdecken. Ja, sie war etwas weitergekommen. Mit Betonung auf „etwas“. Sehr gemächlich bewegte sie sich weiter, seeehr gemächlich. Mit jedem Strauch und jedem Stein im Flussbett wurde erst einmal ein kleiner Plausch gehalten, bevor sich die Flasche bequemte, sich mit einer langsamen Drehung wieder etwas in die Strömung zu begeben.

Diese Diva! Vielleicht hoffte sie, mit ihrem poppigen Make-Up von Spaziergängern oberhalb der Ufermauer bewundert zu werden. So nach dem Motto: „Staunt mal schön und wundert euch, aber an mich ran lasse ich niemanden!“ Aber warte, für das Wochenende ist Regen angesagt, und dann wird das Stück „River of No Return“ gegeben!

Mit ihrer Gemütlichkeit verpasste Nr. 100 den Message in a Bottle Drop-Off vom 10. Oktober, der sich ein Stück flussabwärts abspielen sollte. Ein Doppel von Nr. 101 von Hilke und Nr. 101 von mir. Aber der Reihe nach. Weiterlesen

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Flaschenpostbasteln bei Mikado im NDR (mit Bastelanleitung)

Heute habe ich meine Flaschenpostwerkstatt in das Funkhaus Kiel vom Norddeutschen Rundfunk verlegt. Jeden Sonntag gibt es nämlich im Radio auf NDR-Info die Kindersendung Mikado am Morgen. Und heute geht es um Flaschenpost. Mit Reportagen aus dem BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), mit Interviews – auf der Nordseeinsel Langeness warten Babette und Tarek am Telefon –  und mit Lientje und mir.

Lientje sitzt zusammen mit dem Redakteur Tim Berendonk im Studio in Hamburg, wo die Sendung produziert wird. Ich bin ganz allein in dem Studio in Kiel. Das heißt, nicht ganz allein, denn hinter einer großen Glasscheibe sitzt noch der Tontechniker und ein Praktikant, denn ich kann die vielen Regler auf dem Mischpult vor mir ja nicht selbst bedienen. Von Technik habe ich nämlich keine Ahnung. Dafür aber von Flaschenposten, da bin ich Experte. Zumindest tu ich so.

Wenigstens weiß ich, was hier das Mikrofon ist, in das ich sprechen muss. Ich habe einen Kopfhörer auf. Damit höre ich den Tontechniker, der mir sagt, was ich tun soll. Ich höre auch mich selbst. Meine eigene Stimme, meine Güte, das ist komisch! Und ich höre Lientje und Tim in Hamburg und wir können uns ganz normal unterhalten. Ich kann sie zwar nicht sehen und sie mich auch nicht, aber trotzdem ist das so, als säßen wir zusammen. Das klappt ganz prima!

Natürlich fachsimpeln wir nicht nur über Flaschenposten. Klar, – es werden in der Sendung auch welche gebastelt. Lientje schreibt und malt ihre in Hamburg, ich bastele meine hier im Funkhaus an der Kieler Förde.

Das ist irgendwie witzig, wir sind ja von jeder Menge allermodernster Technik umgeben, reden aus 100 km Entfernung miteinander, als säßen wir uns gegenüber. Viele Tausend Kinder können uns in ganz Norddeutschland hören, – nein: auf der ganzen Welt können sie uns über Lifestream im Internet oder als Podcast hören. Und was manchen Lientje und ich? Etwas total Altmodisches: Flaschenpost, – da weiß man nicht einmal, ob überhaupt jemand die bekommt, und wenn ja, wann und wo. Total verrückt!

Flaschenpostwerkstatt im Studio 2

Flaschenpost basteln im Studio. Nur die Kerze zünde ich hier sicherheitshalber nicht an.

Für alle, die auch eine basteln wollen, gibt es hier auf meiner Webseite eine ganz ausführliche Anleitung. Die ist aber ziemlich lang. Deswegen hier noch mal eine Kurzfassung:

Ihr braucht Weiterlesen

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