Beiträge mit dem Schlagwort: The Baltic Sea Scrolls

Lück, Locke und die Philosophie der Flaschenpost.

Sauwetter da draußen! Mit stillem Vergnügen reibe ich mir die Hände. Billie, die temperamentvolle Tochter von Alexandra, leistet ganze Arbeit. Billie ist ein kleines Sturmtief, das gerade am Rande der machtvollen Nordmeer-Zyklone Alexandra (die hatte zeitweilig einen Kerndruck von 940 hPa) über Jütland hinweg in Richtung Ostsee gelenkt wird.

Handfester Südwestwind: genau richtig, um ein kleines Geschwader von sieben Flaschenposten aus der Kieler Bucht in den Fehmarnbelt zu treiben. Sieben Flaschenposten? So viele hatte ich noch nie auf einmal losgeschickt. Wie es dazu kam, will ich nun erzählen. Eine etwas längere Geschichte.

E-Mails

Es begann Anfang November mit einer E-Mail des Journalisten Oliver Lück. Er schrieb mir, dass er an einem Buch über Flaschenposten in der Ostsee arbeite, die von einer Frau in Lettland gefunden worden seien. Genauer gesagt, es ginge über die Menschen, die sie losgeschickt hätten und die er an Hand ihrer Flaschenpostgeschichten porträtieren wolle.

„Für weitere, etwas kürzere Geschichten in diesem Buch möchte ich auch Menschen besuchen, die ebenso schöne Flaschenpostgeschichten erzählen können. So wie Sie es sicherlich können… Hätten Sie Zeit, mir im November oder Dezember mehr über Ihr ungewöhnliches Hobby zu erzählen?“

Ich wurde neugierig. Weiterlesen

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Ein ganz normaler Flaschenposttag.

Es ist Sonntag. Und ausgerechnet für diesen Sonntag hat sich Friedrich angesagt. Genauer: Der Deutsche Wetterdienst hat ihn angesagt, denn Friedrich ist das zweite Sturmtief diesen Herbstes. Am Montag, also vor nicht einmal einer Woche, hatte Orkan Christian bei uns an der Waterkant für fallende Kaminholzpreise und volle Auftragsbücher bei den Dachdeckern gesorgt. Und es hatte sogar Tote durch umstürzende Bäume gegeben! Klar, dass ich nun genauer wissen will, was es mit diesem Friedrich auf sich hat. Hübsch bunt, die Vorhersagekarten! Dramatisch rot bei uns, das könnte heftig werden! Im Radio ist zudem von Hagelschauern die Rede. Der Blick aus dem Fenster zeigt zügig ziehende Wolken. Aber Sturm ist das nicht. Nur die Sorte von Wetter, die man bei uns als „frische Luft“ bezeichnet. Jedenfalls kein Grund, sich in die eigenen vier Wände verbannen zu lassen.

Im Gegenteil, ich fühle mich von Friedrich dazu eingeladen, an den Kirchgang einen ausführlichen Strandspaziergang anzuschließen. Also mache ich mir beim Frühstück gleich noch Kaffee und ein paar Brote für unterwegs fertig. Und dann fällt mir ein, dass der steife Südwestwind geradezu optimal dafür geeignet ist, bei dieser Gelegenheit ein paar Flaschenposten von der Küste wegzubringen. Am Sonntag darf man nutzloses Zeug machen, wenn es einfach nur Spaß bringt, und ich lege los. Weiterlesen

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Kontaktformular

Did You find one of my messages in bottles (perhaps an issue of „The Baltic Sea Scrolls“ or another one, some are written under my pseudonyme James Ismael Kuck) ? Or do You have another story to tell? 🙂 You are welcome to write here:

Wer eine Flaschenpost von mir (vielleicht eine der Ausgabe der „Baltic sea Scrolls“ oder sonst irgendeine, vielleicht unter meinem Pseudonym James Ismael Kuck) gefunden hat oder mir sonst schreiben möchte, kann hier gerne eine Nachricht hinterlassen. Ich würde mich riesig freuen! 🙂

(Falls es sich um eine Anfrage mit journalistischem Hintergrund handeln solle, bitte erst einmal hier lesen.)

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The Baltic Sea Scrolls: Die Geschichte einer Flaschenpostedition.

Es wirkte schon etwas spinnert, was unser Physiklehrer da erzählte. Er meinte, es würde einmal Computer geben, die kaum größer sein würden als eine Schreibmaschine, aber die gleiche Rechenleistung hätten wie eine jener Anlagen, die damals, Mitte der siebziger Jahre, einen ganzen Raum von der Größe unseres Klassenzimmers füllten. Wir Schüler guckten nur ungläubig. Und ein Onkel, gerade von einer USA-Reise zurückgekehrt, berichtete von Arbeiten an Bildschirmen, die so flach sein sollten, dass man sie wie ein Bild an die Wand hängen könnte. Meine Güte, wir waren zu Hause schon stolz auf einen Schwarzweißfernseher, so einen mit einer gewaltigen Bildröhre!

Computer, – das war für uns so etwas Spezielles aus der Raumfahrt, der Meteorologie oder vom Militär. Die Rechenanlagen mit riesigen Schaltpulten, endlosen Lochstreifen und dicken Magnetbandspulen hatten den Ruf der Unfehlbarkeit: „Das wurde mit dem Computer berechtet“ hieß so viel wie „absolut sicher“! Als die elektronische Datenverarbeitung im darauffolgenden Jahrzehnt mehr und mehr Einzug in den Alltag hielt, wurde aber auch die andere Seite der Medaille sichtbar. Computer konnten abstürzen! Und der Horror eines Examenskandidaten war die Demenz seines Rechners. Weiterlesen

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