Beiträge mit dem Schlagwort: Sütterlin

Fernsehen, Flaschenpost und Phantasie von Jungs: Noch einmal die seltsamen Unglücksbotschaften der Lusitania.

Vielleicht ein Interview…?

Wieder begann es mit einer E-Mail. Maja Weber schrieb mir, sie recherchiere für das ZDF über Flaschenposten, insbesondere über die aus dem Schwielowsee. Und dazu würde sie mich gerne sprechen, evtl. auch interviewen.

Die Schwielowsee-Flaschenpost gehörte zu jenen ominösen Botschaften, die mit der Versenkung der RMS Lusitania im Ersten Weltkrieg in Verbindung stehen. Darüber hatte ich einmal etwas in diesem Blogpost geschrieben. Aber mehr wusste ich dazu auch nicht. Ich hatte auch keine weiteren Quellen als die dort verknüpften Internetartikel. Das war es auch, was ich der Journalistin dann am Telefon mitzuteilen hatte: Nein, ich bin kein Seefahrts- oder Weltkriegshistoriker, ich wüsste dazu gar nicht viel zusagen.

RMS Lusitania

Beim Untergang dieses Schiffes sollen vier Flaschenposten geschrieben worden sein. (Bild gemeinfrei.)

Aber Weber ließ nicht locker. Weiterlesen

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Schon mal eine Botellanovela gelesen?

„Was hängst du bei dem schönen Wetter die ganze Zeit vor der Flimmerkiste rum?! Statt diese Seifenoper zu gucken solltest du lieber an die frische Luft gehen und die neue Botellanovela suchen!“

So oder so ähnlich könnte demnächst die Aufforderung zu einem Spaziergang in der Natur klingen. Aber vielleicht streifen bald einige Leute mehr von sich aus das Flussufer entlang, auch ohne dass der Hund sie vorher eindringlich anstupsen muss.

Aber was soll das denn sein, eine Botellanovela?

Literatur im Treibgut. Foto mit freundlicher Erlaubnis von Feodora Federkiel.

Literarisches Treibgut. Foto mit freundlicher Erlaubnis von Feodora Federkiel.

Okay, das kann keiner wissen, das Wort habe ich mir gerade ausgedacht. Aber die Sache, um die es geht, ist eine Erfindung von Feodora Federkiel. Eine eigene Literaturgattung nämlich: Fortsetzungsgeschichten als Flaschenpost. Seit dieser Woche sind sie auf dem Markt – äh – in der Strömung, wollte ich sagen. Feodoras Flaschenbriefe sind kleine in sich geschlossene Episoden, die aber jeweils die Kapitel einer längeren Erzählung bilden. Nach und nach treiben sie in Flaschen den Fluss, an dem die Autorin in einem Bauernhof lebt, hinunter. Je nach dem, wie sich die Gelegenheit zum Anfertigen und Auswerfen der liebevoll gemachten Flaschenposten ergibt, kommt eine neue Folge in den Strom.

Für die Finder gibt es allerdings eine besondere Herausforderung. Die Geschichten sind nämlich in „Sütterlin“ geschrieben, einer alten Handschrift, die in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts üblich war. Da muss dann wohl erst einmal die Uroma konsultiert werden. Oder sonst irgendjemand, der das noch bzw. wieder kann. Im Zweifelsfall hilft sicher auch Feodora, denn so altmodisch, dass sie nicht über das Internet erreichbar wäre, ist die Dame ja nicht. 😉

Vielleicht ist es ja auch ein Ansporn, selbst diese Schrift zu lernen! Oder die Finder tauschen sich bald untereinander auf Webforen aus:

„Ich hab das Ostufer von Flusskilometer soundso bis soundso abgesucht und Folge 8 und 11 gefunden. Hat jemand 9 und 10? Biete im Gegenzug Transskription an!“ 😉 😀

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Neu in der Zunft: Feodora Federkiel.

Die kleine Gemeinde der Flaschenpostler hat Zuwachs bekommen. Der Neuling in der Zunft der Flaschenpostler trägt den Namen Feodora Federkiel und hat gestern auch ein Website online gestellt.

Feodora wohnt offensichtlich an einem (schiffbaren?) Fluss und schreibt ihre Botschaften in einer altertümlichen Handschrift: in Sütterlin. Diese Schrift ist vor 100 Jahren in deutschen Schulen eingeführt und 1941 wieder abgeschafft worden. Sie dürfte also kaum irgendjemandem geläufig sein. Für die Finder gibt es damit ein Rätselraten, Recherchieren und alte Leute Fragen. Welch eine reizvolle Idee!

Feodora fotografiert scheinbar gerne. Und ihre Flaschenposten sind, wie man auf den Fotos sieht, professionell gemacht. Sie verwendet robuste klare Glasflaschen, die Briefe sind ordentlich zusammengebunden, sogar die Schnappverschlüsse hat sie noch mit Wachs abgedichtet. Aber mehr wissen wir von der Dame mit dem klangvollen Namen und nostalgischem Federzug nicht.

Warten wir mal ab, wann und wo die Zeilen mit der urgroßmütterlichen Formgebung auftauchen. 🙂

Der Debütantin in der Zunft viel Freude beim Schreiben weiterer Flaschenbriefe, den Findern viel Spaß beim wohl nicht so ganz einfachen Lesen! 🙂

Ein kleines bischen mehr gibt es über Frau Federkiel hier zu lesen.

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