Beiträge mit dem Schlagwort: die letzte Flaschenpost

Die Flaschenposten des Otto Maaßen. Gedanken zu Briefbuddeln eines Romans

Warten, dass der Wind sich dreht.

Komische Wetterlage. „High over low“ nennen es die Meteorologen: Hochdruck über Nordskandinavien, Tiefs über Mitteleuropa, jetzt gerade eines über der Biskaya. Bei uns stetiger Ostwind, die ganze Woche schon. Also muss meine neueste Flaschenpost weiter auf dem Bücherregal warten, bis der Wind mal wieder auf die offene See hinaus weht. Da ich in letzter Zeit auch keinen Buddelbrief gefunden habe, über den ich erzählen könnte, wollen wir uns zwischendrin mal literarische Flaschenposten anschauen. Aus rein flaschenpostalischer Sicht natürlich, ausschließlich nach Gesichtspunkten der Materialität.

In ihrem jüngst erscheinenen Debütroman „Die letzte Flaschenpost“¹ schildert Annika Kemmeter die Erlebnisse des Kunstgeschichtsstudenten Janis Schütz und seiner Freundin Angelina. Janis hat bei Studien für seine Masterarbeit den Dichter Otto Maaßen kennengelernt und sich mit ihm über Fragen der Kunst ausgetauscht. Maaßen bewundert die Haltung des britischen Streetartkünstlers Banksy zur Vergänglichkeit der Kunst. Das Thema wird für Janis brisant, als Angelina, Enkelin Maaßens, ihm erzählt, dass der Dichter todkrank ist und seinen letzten Gedichtzyklus eben jener Vergänglichkeit preisgeben will. Er plant, die originalen Manuskripte in Flaschenposten dem Rhein zu übergeben, bevor Janis oder sonst irgendjemand sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Der entsetzte Student greift zu unkonventionellen Recherchemethoden: Weiterlesen

Kategorien: Kunst - Projekte, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , | Ein Kommentar

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