Beiträge mit dem Schlagwort: Brieffreundschaft

Ein ganz und gar ungewöhnlicher Flaschenposttag.

Screenshot, NDR-Fernsehen, Sendung DAS! 16.05.2014

Screenshot, NDR-Fernsehen, Sendung DAS! 16.05.2014

 

Die Geschichte begann vor etwa drei Wochen. In meinem E-Mail-Postfach fand ich eine Nachricht, abgesandt über das Kontaktformular dieses Blogs:

Hallo,

wir bereiten für unsere Sendung DAS! verschiedene Beiträge zum 10. Mai/Hafengeburtstag vor. Ich bin Autorin und kümmere mich um Flaschenpost-Geschichten für die Sondersendung. Ich würde gerne mit Ihnen zum Thema telefonieren, wenn es geht. Gerne können Sie mich anrufen unter […]. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. Herzliche Grüße aus Hamburg: Gabriella Balassa NDR Fernsehen, Redaktion DAS!,

Etwas später, nach meiner Rückmeldung, eine erste Konkretisierung:

Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie mit uns kurz drehen und ein kurzes Interview geben zum Thema Flaschenpost?

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Wie ich zur Flaschenpost kam

„Was hast du da?“ Auf dem Sonnendeck der Uthlande trotzten ein paar Jungs dem grauen Nieselwetter. Nun drängten sie sich an der Reling um mich herum. Ich hatte eine kleine robuste Sektflasche aus dem Rucksack gekramt. „Eine Flaschenpost,“ erklärte ich und ließ sie einen Blick auf das kleine Röllchen Papier werfen, das in der Buddel eingesperrt war. „Boah, ey! Cool!”

Ich staunte nicht schlecht. Dachte ich doch, für ein „Boah ey“ aus dem Munde der Kids müsste man ihnen schon mit einem Motorrad-Sprung über brennende Strohballen kommen. Oder wenigstens mit dem allerneuesten Computerspiel. Aber die Jungs waren fasziniert von diesem Stück Wohlstandsmüll, dass ich durch ein hineingestecktes Blatt Papier in ein anachronistisches Kommunikationsmittel verwandelt hatte.

Am liebsten hätten sie die Buddel aufgemacht und den Text gleich gelesen. Pech gehabt: Der Korken war mit Siegellack gesichert und darauf prangte der Abdruck eines Uniformknopfes, der mir als Petschaft herhalten musste. So bewahrte der vor dem Altglascontainer gerettete Piccolo sein Flaschenbriefgeheimnis. Nur zu lüften durch irgendeinen Empfänger, der auch für den Absender ein Geheimnis sein sollte. Irgendein Strandwanderer, ein Badegast, Küstenschutzarbeiter oder wer auch immer.

Außerdem: Nur eine Flaschenpost, die dem nassen Element zu Transportzwecken übergeben wird (oder gut versteckt an Land auf einen ungewissen Finder wartet), ist eine richtige Flaschenpost. Alles Andere, diese per Post verschickten Plastikflaschen oder in Glas verpackten und persönlich übergebenen Glückwünsche sind nur ein lächerlicher Abklatsch jener geheimnisvollen Botschaften, die man zwischen Treibgut und Tang am Spülsaum findet.

Also ließ ich mein Fläschchen in die auflaufende Flut wirbeln.

An fast der gleichen Stelle, in der Norderpiep zwischen Föhr und Langeneß, war vor vierzig Jahren meine erste Flaschenpost nach Außenbord gegangen. Dazu kam es so: Weiterlesen

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