Flaschenpostbasteln bei Mikado im NDR (mit Bastelanleitung)


Heute habe ich meine Flaschenpostwerkstatt in das Funkhaus Kiel vom Norddeutschen Rundfunk verlegt. Jeden Sonntag gibt es nämlich im Radio auf NDR-Info die Kindersendung Mikado am Morgen. Und heute geht es um Flaschenpost. Mit Reportagen aus dem BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), mit Interviews – auf der Nordseeinsel Langeness warten Babette und Tarek am Telefon –  und mit Lientje und mir.

Lientje sitzt zusammen mit dem Redakteur Tim Berendonk im Studio in Hamburg, wo die Sendung produziert wird. Ich bin ganz allein in dem Studio in Kiel. Das heißt, nicht ganz allein, denn hinter einer großen Glasscheibe sitzt noch der Tontechniker und ein Praktikant, denn ich kann die vielen Regler auf dem Mischpult vor mir ja nicht selbst bedienen. Von Technik habe ich nämlich keine Ahnung. Dafür aber von Flaschenposten, da bin ich Experte. Zumindest tu ich so.

Wenigstens weiß ich, was hier das Mikrofon ist, in das ich sprechen muss. Ich habe einen Kopfhörer auf. Damit höre ich den Tontechniker, der mir sagt, was ich tun soll. Ich höre auch mich selbst. Meine eigene Stimme, meine Güte, das ist komisch! Und ich höre Lientje und Tim in Hamburg und wir können uns ganz normal unterhalten. Ich kann sie zwar nicht sehen und sie mich auch nicht, aber trotzdem ist das so, als säßen wir zusammen. Das klappt ganz prima!

Natürlich fachsimpeln wir nicht nur über Flaschenposten. Klar, – es werden in der Sendung auch welche gebastelt. Lientje schreibt und malt ihre in Hamburg, ich bastele meine hier im Funkhaus an der Kieler Förde.

Das ist irgendwie witzig, wir sind ja von jeder Menge allermodernster Technik umgeben, reden aus 100 km Entfernung miteinander, als säßen wir uns gegenüber. Viele Tausend Kinder können uns in ganz Norddeutschland hören, – nein: auf der ganzen Welt können sie uns über Lifestream im Internet oder als Podcast hören. Und was manchen Lientje und ich? Etwas total Altmodisches: Flaschenpost, – da weiß man nicht einmal, ob überhaupt jemand die bekommt, und wenn ja, wann und wo. Total verrückt!

Flaschenpostwerkstatt im Studio 2

Flaschenpost basteln im Studio. Nur die Kerze zünde ich hier sicherheitshalber nicht an.

Für alle, die auch eine basteln wollen, gibt es hier auf meiner Webseite eine ganz ausführliche Anleitung. Die ist aber ziemlich lang. Deswegen hier noch mal eine Kurzfassung:

Ihr braucht

  1. eine Glasflasche mit einem passenden wasserdichten Verschluss (Korken oder Schraubverschluss, Schnappverschluss geht auch). Am stabilsten sind Glas-Pfandflaschen oder Flaschen von Speiseöl oder Essig. Nehmt keine Plastikflaschen, weil Plastik rissig wird und zerbröselt, wenn sie Wind und Wetter zu lange ausgesetzt sind. Solche Plastikbrösel sind nämlich superschädlich für die Umwelt.
  2. Papier, auf das ihr euren Flaschenbrief schreibt oder ein Bild malt. Bei einer kleinen Flasche müsst ihr das Papier auf die passende Größe zurechtschneiden.
  3. einen Bleistift, mit dem ihr euren Brief schreibt. Bleistift ist wasserfest und bleicht auch nicht aus. Nehmt keinen Füller! Wenn nämlich doch etwas Wasser in die Flasche kommt, dann verschwimmt die Tinte und es ist nur noch ein blasser Fleck zu sehen.
  4. Bindfaden
  5. zwei Büroklammern
  6. eventuell eine Kerze, wenn ihr die Flasche nachher versiegeln wollt. Oder Knetwachs aus dem Bastelgeschäft, das geht auch. Das ist aber nicht unbedingt nötig.

Nun gehts los: Die Flasche macht ihr gründlich sauber und lasst sie gut trocknen. Dann schreibt ihr euren Brief oder malt ein Bild. Oder beides. Wenn der Finder euch antworten soll, dann vergesst nicht eure Adresse (oder Telefonnummer, E-Mail Anschrift; sprecht das am Besten mit euren Eltern ab).

Den fertigen Brief nun ganz eng zusammenrollen, damit er gut durch den Flaschenhals passt. Aber vor dem hineinstecken müsst ihr ihn mit dem Bindfaden zusammenbinden. Das geht am Einfachsten, wenn dabei jemand die Rolle festhält oder ihr sie mit den Büroklammern zusammensteckt. Das Zusammenbinden ist deshalb wichtig, weil der Finder den Zettel ja gut wieder aus der Flasche herausbekommen soll. Und das geht nicht, wenn das Papier in der Flasche wieder auseinanderrollt.

Die fest zusammengebundene Rolle kommt nun in die Flasche. Wenn ihr wollt, könnt ihr noch irgendetwas Hübsches, eine schöne Feder, ein paar Muscheln vom Strand, eine bunte Perle, ein kleines Steinchen, einen Glückscent oder eine kleine Bastelei mit hineintun. Für die Forschernaturen unter euch habe ich ganz unten noch ein kleines Extra. 😉

Dann wird die Flasche fest verschlossen und kann auf die Reise gehen.

Wer will, kann den Flaschenverschluss noch versiegeln, das muss aber nicht sein. Dazu braucht ihr die Kerze, eine Unterlage, die verkleckern darf (Backblech, Deckel einer alten Keksdose oder ein Brett) und die Hilfe eurer Eltern, damit mit der Kerze und dem heißen Wachs nichts passiert. Die Kerze wird angezündet und dann so schräg über den Flaschenverschluss gehalten, dass das Wachs genau drauftropft. Wenn ihr Knetwachs habt, dann knetet passende Scheiben zurecht und drückt die dann ganz fest um die Flaschenmündung. So wird der Verschluss zusätzlich abgedichtet.

Wenn ihr gleich mehrere Flaschenposten basteln wollt, z. B. wenn ihr mit Freunden zusammen seid, lohnt sich zum Versiegeln auch eine andere Methode. Dazu braucht ihr

  • eine Kerze oder ein Teelicht,
  • Wachsreste, z. B. alte Kerzenstummel,
  • eine leere und saubere Tomatenmarkdose,
  • eine Zange,
  • eine feste Unterlage (z. B. Backblech, Deckel einer Keksdose, großes Holzbrett).

Und wieder die Hilfe von Erwachsenen, wie immer, wenn mit brennenden Kerzen und heißen Sachen hantiert wird. Die Wachsreste kommen in die Dose, die ihr mit der Zange festhaltet und über die Kerzenflamme haltet. Das Wachs soll gerade so heiß werden, dass es schmilzt. Es darf aber nicht zum Kochen kommen, also nicht blubbern. Wenn das Wachs in der Dose geschmolzen ist, könnt ihr die verschlossenen Flaschenposten über Kopf mit der Mündung einfach hineintauchen. Das Wachs bildet dann einen Überzug auf dem Verschluss.

Hier im Studio zünde ich lieber keine Kerze an. Sonst heult der Rauchmelder los und es gibt Feueralarm. Aber es geht ja auch so. Wenn ich den Korken ganz fest in den Flaschenhals drücke, müsste meine Briefbuddel dicht sein.

Seeklar

Reisefertige Flaschenpost!

Wenn ihr eure Flaschenpost auf dem Meer verschicken wollt, dann braucht ihr vielleicht noch eine Portion Geduld. Ihr müsst nämlich auf günstigen Wind achten. Der Wind soll die Flaschenpost ja auf das Meer hinaustreiben, damit sie möglichst weit kommt. Wenn der Wind von der falschen Seite, also vom Wasser her kommt, dann wird die Flasche nämlich gleich wieder zurückgetrieben. Und das ist ja nicht so spannend. Also ganz geduldig auf guten Wind warten! Wie der Wind heute und  in den kommenden Tagen weht, könnt ihr auf => dieser Webseite sehen.

Wenn euer Buddelbrief seine Reise angetreten hat, dann heißt es noch einmal Geduld haben. Warten… warten… und weiter warten… Es kann nämlich lange dauern, bis sie gefunden wird. Sehr lange! Flaschenpost ist nun mal etwas Anderes als eine schnelle Textnachricht auf dem Handy. Aber das wisst ihr ja. Falls euch die Zeit zu lang wird, habe ich noch einen Tipp für euch: einfach noch eine Flaschenpost losschicken!

Man kann eine Flaschenpost aber auch an Land verstecken. In Omas Rumpelkammer (haha, Oma wird sich wundern, wenn sie da mal aufräumt!), auf dem Dachboden, im Garten hinter dem Schuppen oder wo auch immer!

Ich hoffe, ihr habt genau so viel Spaß wie Lientje, Tim und ich hier bei der Sendung!

Auf zu neuen Ufern

Auf zu neuen Ufern! Meine Flaschenpost geht auf der Kieler Förde auf Reisen.

Wer die Sendung verpasst hat oder noch einmal hören möchte, findet sie

=> hier auf der Mikado-Webseite vom NDR. Da sind auch viele Fotos zur Sendung, darunter der Flaschenzettel, der drei Jahre von Kap Horn bis Australien gebraucht hat. Von dem hatte ich ja erzählt. Die tolle Flaschenpost von Lientje müsst ihr euch unbedingt angucken, die ist echt megahübsch!

Wer hier auf diesem Blog noch herumstöbern möchte, der findet

=> hier eine Liste mit ganz alten Flaschenposten,

=> hier die Sache mit der Flaschenpost, die nach fast 132 Jahren in Australien gefunden wurde,

=> hier die Geschichte , wie ich mit Freunden die Flaschenpostsammlung des BSH angesehen habe (die, von der Lientje und Jantje auch erzählt haben) und

=> hier die Geschichte von einem Raketentechniker, der immer nach einem Raketenstart Flaschenposten ins Meer wirft.

Hier nun das versprochene Extra für die naturforschenden Forschernaturen: Wenn ihr auch so einen Flaschenpostfindezettel mitschicken wollt wie damals die Meeresforscher der Deutschen Seewarte und wie er jetzt in Australien gefunden wurde, dann könnt ihr euch dazu das Formular auf dem Bild unten speichern und ausdrucken. Die obere Hälfte des Zettels (bis zum Sternchen) müsst ihr ausfüllen und eure Adresse draufschreiben. Eure Position findet ihr am Besten über Google Earth oder das Navi vom Handy. Die untere Hälfte soll dann der Finder ausfüllen. Ihr solltet aber trotzdem noch einen persönlichen Brief in die Flasche stecken. Wenn der Finder nur so ein nüchternes Formular bekommt, dann ist das ja genau so langweilig als wenn in eurem Briefkasten nur Behördenpost steckt und nicht mal eine Postkarte.

Retro Flaschenfindezettel

Formular mit rechter Maustaste anklicken, „Grafik kopieren“ anklicken, eigenes leeres Worddokument öffnen und einfügen.

 

 

 

 

 

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Kategorien: Persönliche Geschichten, Sammelsorium, Wie und warum? | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Flaschenpostbasteln bei Mikado im NDR (mit Bastelanleitung)

  1. toller tipp, werd ich mal mit meinen enkeln machen….

  2. Pingback: Die Kunst, eine Flaschenpost zu gestalten. | flaschenposten

  3. fokusfreude

    hast du mal wieder klasse gemacht! 🙂

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