Abgekupfert. Die Echos eines Blogposts


Dafür, dass es sich um ein ziemlich abseitiges Orchideenthema handelt, erfeut sich mein Blog einer regen Aufmerksamkeit. Meine Bastelanleitung, die ich auf die Startseite gepinnt habe, wird offensichtlich gern gelesen. Regelrechte Wellen von Aufrufen gibt es in den Sommermonaten, in der Ferienzeit.

Ja, natürlich schaue ich hin und wieder mal auf die Statistik. Aber Zahlen sagen eigentlich wenig über den Wert eines Beitrages, sondern eher etwas über die Verschlagwortung oder die Algoritmen von Suchmaschinen. Viel mehr freuen mich interessierte Nachfragen und Kommentare, besonders aber die netten Kontakte, die ich so knüpfen konnte. Manch eine(n) konnte ich ja zu einer eigenen Flaschenpost oder gar zu einem neuen Hobby inspirieren.

Beim Surfen im Internet entdecke ich immer häufiger Bilder von richtig liebevoll gemachten Flaschenposten. In meiner grenzenlosen Eitelkeit bilde ich mir dann ein, mit meinen Posts tatsächlich etwas zur „Förderung des Flaschenpostwesens“ beigetragen zu haben. 😀

Meine Ideen sprechen sich tatsächlich herum. Ich stoße im Web – und inzwischen auch in Büchern – immer wieder auf Anleitungen, die vom Inhalt und auch von der Formulierung meine Handschrift tragen. Ein wirklich positives Echo, – das freut mich!

Screenshot Strandgut

Kurz und knackig zusammengefasst: meine Bastelanleitung in dem Buch „Strandgut – mein Buch vom Meer“ von Mara Andeck. Aber ohne Quellenangabe. Screenshot der Online-Leseprobe bei https://books.google.de/

 

Aber bei einem Echo ist es immer gut, wenn man herausfinden kann, wo der ursprüngliche Klang her kommt. Das ist leider nicht immer möglich. Und da gibt es bei mir manchmal Stirnrunzeln.

 

Abgekupfert1

Einfach abgekupfert. Screenshot eines Ratgebersites (Beitrag Nicole Hery-Moßmann vom 04.11.2016)

Denn auch Internetbeiträge unterliegen dem Urheberrecht. Sie sind geistiges Eigentum des Verfassers. Als Flaschenpostler, der seine Texte an wildfremde Strandbesucher „verschenkt“ und dabei das Procedere dem Zufall überlässt, stelle ich mich bestimmt nicht kleinkariert an, wenn meine Ideen weitergereicht werden. Dazu stelle ich sie schließlich ins Netz: um sie zu verbreiten, um andere an der Freude teilhaben zu lassen.

Aber es gehört einfach zum guten Stil und zur journalistischen Sorgfalt, seine Quellen anzugeben. Auch, wenn es sich um eine Zusammenfassung und um „banale“ Basteltipps handelt. Das mache ich ja schließlich auch so.

 

Abgekupfert2

Next step: copy + paste? Screenshot wie oben.

 

Ganz dreist ist Christian. Er klaut sogar den Titel. Auch sonst alles Stück für Stück abgeschrieben.

Meine Güte, Christian! Ich bin selbst Papa und bestimmt der letzte, der deinem Tochterpiratenherz den Flaschenpostspaß nicht gönnen würde. Dir als Blogger auch nicht die Freude, darüber zu schreiben!  Und deine Fotos sind ja auch wirklich gut! Aber tu doch bitte nicht so, als hättest du das alles selbst erdacht. Okay?

Abgekupfert3

Schönes Webdesign, inhaltlich ein Plagiat. Screenshot www.piratenprinzessinblog.de 06.10.2017.

 

Noch was: Wenn ich sogar mit vollständigen Namen in Büchern oder Internetveröffentlichungen genannt werde, wäre es schön, wenn der Autor vorher bei mir anfragen würde, ob das okay ist. Schließlich bin ich keine „Person des öffentlichen Lebens“, sondern nur ein friedfertiger stiller Strandwanderer.

Nachtrag 6.10.2017, 11:56 Uhr: Christian hat sich nach meinem Hinweis sofort entschuldigt, die Quellenangabe in die Einleitung hineingeschrieben und Links gesetzt. Das ging fix. Danke! 🙂

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Kategorien: Persönliche Geschichten, Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 8 Kommentare

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8 Gedanken zu „Abgekupfert. Die Echos eines Blogposts

  1. Ich kann dich gut verstehen. Bekannt werden ist das Eine. Dass aber auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist, das Andere. Blogger wollen inspirieren und nicht einfach nur kopiert werden.
    Ein wenig Anstand ist imho nicht zu viel verlangt.
    Danke jedenfalls für deine Beiträge.
    Ich habe ja vor einiger Zeit beschlossen, jedes Mal, wenn ich am Meer bin, eine Flaschenpost abzuschießen. Über eine hatte ich ja schon berichtet. Eine weitere ist unterwegs 🙂

  2. das hätte ich von der CHIP jetzt nicht gedacht.

    • Ich gehe auch davon aus, dass es nicht die CHIP-Redaktion zu verantworten hat, sondern die Teilnehmerin der Community, die dort an einer DIY-Ratgeberseite mitschreibt. Keine Ahnung, wie dort die Strukturen sind. Soll mich auch nicht weiter kümmern. 🙂

      • im Grunde hast du recht, aber schade ist es schon etwas.

      • Klar. Vor allem, weil ich dachte, dass ich bei einer entspannten Freizeitsache auf amtlich kleinkarierten Kram wie Hinweisen auf mein Urheberrecht, Disclaimer und sonstiges Kleingedrucktes verzichten könnte. Den eigentlich ist es doch selbstverständlich, dass man nichts klaut. Aus Kameradschaft gegenüber Bloggerkollegen und überhaupt. Und wenn nicht aus Fairness, so sollte man spätestens Respekt vor dem geistigen Eigentum anderer haben, seit dem geldgierige Anwälte Abmahnungen zu einer Geschäftsidee entwickelt haben. Aber ich habe den Eindruck, manche Leute stellen was ins Internet(!) mit der Haltung „merkt bestimmt keiner.“

      • Traurig, aber wahr. Aber sich davon unterkriegen lassen? never…

  3. Pingback: Die Kunst, eine Flaschenpost zu gestalten. | flaschenposten

  4. das schlimmste daran ist, dass das stehlen des guts anderer menschen schaffenskraft (egal ob bild oder text) immer weiter verharmlost wird. eine der dreistesten aussagen, die mir bisher begegnet ist: sonst würde das internet nicht funktionieren … es gibt mittlerweile rechtsanwälte, die ihrem geschäftlichen klientel raten, einen posten im firmenbudget für abmahnungen einzuplanen … nicht nur die selbstbedienung bei fremden werken spielgelt gerade im zeitalter der digitalisierung einen rasanten werteverfall besonders hinsichtlich achtung und respekt wider.

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