Die Erste Hanseatische Flaschenpostgesellschaft…


…ist noch nicht aus der Taufe gehoben. Aber der Name klingt doch echt bombastisch, oder? Richtig schade, dass es nirgendwo ein Pergament und Siegel mit den Insignien einer solchen Gilde gibt. Aber wer weiß, was noch kommt! 😉

Gischt beiseite. Vor einigen Monaten saß ich mit einem Mitarbeiter des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg bei einem Cappuccino zusammen und schwadronierte voll Begeisterung über all die Leute, von denen ich wusste, dass sie Flaschenposten basteln, welche sammeln oder die im Rahmen von Kunstprojekten Leute zum Buddelbriefschreiben animieren.

Ob es des denn  auch Treffen, Tagungen oder dergleichen gäbe, wollte der junge Mann wissen. Ich musste verneinen. Es sind doch zu wenige, die so etwas machen, und die sind auch ziemlich weit in der Weltgeschichte verstreut. Eine „Szene“, wenn man es überhaupt so nennen darf, gibt es nur im Internet. Im Web kann man einander zumindest leicht ausfindig machen. Da gibt es inzwischen ein paar, die auf Blogs von ihren Basteleien, von Funden und sonstigen Ereignissen am Spülsaum berichten. (Einige habe ich in dieser Rubrik schon vorgestellt.)

Dabei gibt es sicher noch viel mehr als dieses halbe Dutzend, die immer mal wieder eine Briefbuddel zu Wasser lassen. Nur hat nicht jeder, der ein so vorsintflutliches Medium bedient, auch einen Bezug zur Kommunikation per Bits und Bytes. Oder empfindet es gar als Stilbruch. Aber innerhalb der elektronisch vernetzten Flaschenpostlergemeinde gibt es einen regen Austausch. Austausch von Erfahrungen und Ideen, aber auch von Flaschenposten. Immer mal wieder wird angefragt, „ich fahre da und dort hin, soll ich eine Buddel von dir mitnehmen und aussetzen?“ oder „ich habe einen Termin mit dem und dem Journalisten und würde ihm gerne deinen Stil von Flaschenposten zeigen.“

Die Flaschenpost auf dem Titelbild ist gewissermaßen eine Bibliothek von Buddelbriefen. Sieben Autoren sind meiner Bitte um Beiträge nachgekommen. Jeder Zettel ist in seiner Weise originell und charakteristisch für den Verfasser, und doch stecken sie alle zusammen in einem Glaskolben. Am 23.11.2015 ist er am Leuchtturm Bülk auf die Reise gegangen (Bericht hier). Ich hoffe, der Finder weiß die Kollektion zu schätzen!

Flaschenpost 75

Eine Flaschenpost-Bibliothek vor der Abreise.

Und dann gibts da noch was Neues: gemeinsame Abwürfe! Letzten Sonntag war es so weit. Hilke Kurzke hatte angekündigt, bei ihrem Hamburgbesuch einige ihrer zauberhaften Miniaturen der Elbe zu übergeben. Und sie hatte zum Mitkommen und Mitmachen eingeladen. Leider konnte ich nicht mit dabei sein, aber Kollegin Ina war mit von der Partie. Natürlich mit ihren eigenen charakteristischen Briefflaschen! Der Spashmob auf der Fähre muss den Damen viel Spaß gemacht haben. Und es sind wohl noch mehr auf den Geschmack gekommen, wie man munkelt*.

Für mich ist das nächste Event die Finissage der Ausstellung Mit dem Strom gegen die Zeit: TREIB_GUT FLASCHENPOST am 4. September. Wenn ich einen Blick auf den Flyer werfe, wird es ein Familientreffen, jedenfalls auf dem Podium. Wer dazu Zeit und Lust hat, möge gerne dazu kommen! Vielleicht lässt sich der Eine oder Andere ja bei der Gelegenheit vom Flaschenpostvirus anstecken. 😉

Der Cappuccino-Klönschnack mit dem Medien-Referenten des Maritimen Museums braucht jetzt wohl ein update.

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*Wer Interesse am Austausch über das Thema Flaschenpost hat, kann mir gerne über das Kontaktformular schreiben oder auch bei Facebook vorbeischauen.

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Kategorien: Sammelsorium, Sender und Sammler | Schlagwörter: , , , , , , , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Die Erste Hanseatische Flaschenpostgesellschaft…

  1. hihi, das mit der gilde gefällt mir einerseits, ist aber völlig konträr zu einem spontanen splashmob … wobei so ein splashmob auch nicht wirklich spontan ist, da ja immer „freie“ tage und tidezeiten zueinander passen müssen. hmm, ich glaube nicht, dass sich eine „szene“ entwickeln wird. aber es ist was in bewegung mit lockerer vernetzung. und das wiederum gefällt mir sehr gut. dieses lockere und treibenlassen hat eben einen engen bezug zu einer flaschenpost.

    • Klar, es wird ein lockeres Netzwerk bleiben. Eines mit gelegentlichen Highlights wir Kunstaktionen, Museumsveranstaltungen oder eben spontan verabredeten Splashmobs.

      Andernorts kam zwar der Gedanke eines e. V. auf, aber das kam mir dann doch – wie soll ich sagen? – typisch „deutsch“ vor. So mit Vereinssatzung – „Der Verein für fluvialtile Philatelie e. V. dient der der Förderung des Flaschenpostwesens sowie der Interessenvertretung seiner Mitglieder gegenüber den Wasser- und Schifffartsämtern…“ – und Sitzungsprotokollen – „Der stellvertretende Jugendwart und der Stöpselbeauftragte beantragen die Anschaffung eines Korkenziehers zu Ausbildungszwecken“ usw. –
      …nee, nicht so mein Ding. 😀

      Wobei die Idee von Flaschenbriefmarken, die dabei aufkam, ganz witzig ist. Damit bekämen unsere Machwerke endlich mal Sammlerwert. Ich frankiere meine Buddelbriefe ja mit den Randstreifen vom Briefmarkenblöcken. Damit müssten Philatelisten doch eigentlich schon was anfangen können, oder? 😉

  2. Pingback: Erste Reisegefährten für den Main. | flaschenposten

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