Keine Geschäftsidee?


Ich hatte ja schon mal angedeutet, dass es gar nicht so einfach ist, an gute Flaschen für Flaschenposten heranzukommen. An solche, die einigermaßen robust sind und vielleicht auch ein bischen Stil haben.

Zwar trinken meine Liebste und ich gelegentlich mal ein Schlückchen Rotwein, aber das ist doch eher selten. Außerdem sind normale Weinflaschen meistens recht dünnwandig, also für eine Reise auf dem Wasser nur zweite Wahl. Sektflaschen sind dagegen prima, da fällt vielleicht mal eine zu Sylvester an. Hochprozentiges haben wir gar nicht im Haus. Gelegentlich findet mal eine Bitter-Lemon-Flasche den Weg nicht zurück zur Pfandstation. Wieder mit Betonung auf „gelegentlich“. Was bleibt, sind Essig- und Ölflaschen, und das Dilemma damit hatte ich hier ja schon beschrieben.

Ja, Essig- und Öl, dafür gibt es sogar Fachgeschäfte. So mit exquisiten Sorten, die man sich nach Wunsch von Hand abfüllen lässt. Gestern kam ich an einem vorbei. Mein Blick blieb sofort an dem unteren Regal hängen. Ein formenreiches Sortiment an Buddeln war dort aufgereiht! Manche etwas kitschig in Form von Leuchttürmen oder Segelbooten. Aber viele auch sehr stilvoll, robust, und fast alle mit Korkstopfen. Preislich durchaus akzeptabel. Also nahm ich ein paar in Augenschein, die sicher besonders malerische Flaschenposten ergeben müssten.

Essig und Öl

Essig, Öl und jede Menge inhaltsleere Flaschen.

Der Inhaberin war aufgefallen, dass ich ihr Vinegar-Angebot keines Blickes gewürdigt hatte. Die Glasbehälter des Regals interessierten mich tatsächlich nur, weil sie leer waren.

„Die gibt es nur mit Inhalt, also mit Essig oder Öl, nicht als Leergut.“

Ich zog eine Fluntsch. Natürlich kannte ich die Internetadressen der Glasfabriken, die genau diese Buddeln herstellten. Aber ich wollte ja keine hundert Stück ordern, sondern brauchte nur hin und wieder ein oder zwei Exemplare. Dafür lohnt sich keine Internet-Bestellung, zumal wenn ich sie doch hier gleich mitnehmen konnte.

„Wenn sie schon so schöne Flaschen haben, warum machen sie da keine Geschäftsidee daraus?“ entgegenete ich. Schließlich wollte ich die Buddeln ja bezahlen und nicht umsonst.

„Das ist bestimmt keine Geschäftsidee,“ quäste sie zurück.

Also trollte ich mich und schlenderte weiter durch das Einkaufszentrum. Wenige Schritte weiter fand ich mich dann in einem Laden wieder der – ja, wie soll man das beschreiben? – allen möglichen Krimskrams führte: Geschenkartikel, Dekossachen, Kunstblumen, bunte Pappschachteln, Schnickschnack.

Flaschenregal

Die Buddel oben auf dem Titelbild ist eine von links.

Und, ganz hinten, – siehe da! – klare, robuste Glasflaschen. Mit Korkstopfen. Wohlfeil zu haben, ohne jedweden Inhalt. Ohne Gemoser.

Da erzähl‘ mit noch einer was von „keine Geschäftsidee!“

 

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Kategorien: Sammelsorium | Schlagwörter: , , , , , , , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Keine Geschäftsidee?

  1. ich hab für mein „dilemma“ einen ausweg gefunden 🙂 dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich vorwiegend diese dickwandigen geeisten piccolo flaschen benutze. erstens, weil ich die so schön finde und zweitens, weil ich den inhalt auch gerne konsumiere – alkoholfreien sekt. ist diese märchenmarke mit dem roten käppi … und zufällig stieß ich heute in einem nonfood-discounter ebenso auf wunderhübsche, preisgünstige buddeln mit bügelverschluss. wenn bestimmte geschäfte meinen, dass das keine geschäftsidee sei, werden sie irgendwann auf den zug aufspringen wollen, wenn der schon längst abgefahren ist …
    auf jeden fall hast du es wieder klasse beschrieben, wie ein flaschenpostler stets auf suche nach schönen flaschenobjekten ist 😉

    • Der Witz bei deiner Art der Flaschenbeschaffung ist ja, dass die Piccolos auch nicht teurer sind als die leeren Buddeln aus den von mir besuchten Geschäften.

      Das letztere hatte übrigens auch welche mit Bügelverschluss im Sortiment. Aber die Verschüsse waren aus Plastik. Leicht zu erkennen an der feinen Gussnaht, die sich über den Deckel zieht und an dem Geräusch, wenn man das Teil gegen die Flasche klimpern lässt. Da bin ich ganz eigen, Plastik kommt mir nicht in den „Postausgang“! Aber es gibt auch immer noch welche aus Keramik. Ich hoffe, die Hersteller bleiben dem treu!

      • also eine bierbrauerei bestimmt 😉 und von dieser konsumiere ich ab und an auch eine bestimmte blaue sorte … neben meinen piccolos bekomme ich nun auch flaschen und gläser von kollegen. das ist natürlich auch eine feine sache. und jedes glas, jede flasche, die mir im haushalt in die finger kommt, wird auf verwendungsqualität geprüft 🙂

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