Neuengland: Meeresforschung mit Sprudelflaschen.


„BREAK THIS BOTTLE“ war von außen auf dem rosafarbenen Zettel zu lesen. Keith Moreis folgte dieser Aufforderung nicht. Und er tat gut daran, sich mit dem Öffnen der Flaschenpost Zeit zu lassen. Die Mineralwasserflasche, die er am 22. Dezember 2013 am Strand von Martha’s Vineyard fand, war nämlich eine Rariät!

Zum einen war die Flaschenpost mit 54 Jahren schon recht betagt. Die Datumsangabe auf der darin befindlichen Postkarte gibt an, dass sie am 19. September 1959 über Bord ging. Allein das gibt ihr Sammlerwert.

marthas-vineyard

Foto: National Oceanic and Atmospheric Association (gemeinfrei).

Zum anderen ist sie wohl eines der letzten Zeugnisse jener Phase der Ozeanographie, in der über ein Jahrhundert lang Meeresströmungen mit Flaschenposten erforscht wurden. Absender war der Coast and Geodetic Survey des U. S Department of Commerce, an dessen Direktor die Karte mit Funddaten zurückgeschickt werden sollte. Sie ist eine von sechs Flaschenposten der Serie mit der Nummer 279B, die damals mit Hunderten weiterer drift bottles vor der Küste Neuenglands vom Forschungsschiff U.S.C.&G.S. Hydrographe als Teil eines sich von 1958 bis 1966 erstreckenden Projektes ausgesetzt wurden. Vier von ihnen wurden innerhalb von zwei Monaten, meist nach wenigen Tagen aufgefunden, alle an nahegelegenen Stränden. Also kein so besonders ergibiges Resultat für die Meeresforscher. Und dierser Fund kommt für die Auswertung wohl ohnehin recht spät.  Warum dieser erst jetzt gefunden wurde? Ich nehme an, dass sie von einer Wanderdüne begraben und erst jetzt wieder freigeweht oder freigespült wurde.

Das gibt Hoffnung auf weitere Überraschungen, die der Dünensand vielleicht irgendwo frei gibt!

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Nachtrag 3. 3. 2015

Aber hallo! Der Dünensand gibt natürlich noch was frei! Und zwar an der selben Ecke, vom selben Schiff und aus der selben Serie!

Nachzulesen hier.

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3 Gedanken zu „Neuengland: Meeresforschung mit Sprudelflaschen.

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