Der Flaschenpostjäger.


Klare Sache: Weite saubere Strände laden wohl jeden zu ausgedehnten Spaziergängen, zum Baden oder auch einfach nur zum auf’s Meer schauen ein. Und kaum jemand, der das genießen kann, wird sich freiwillig dorthin begeben, wo angetriebener Müll in Massen herumliegt. Aber ein paar Hartgesottene zieht es trotzdem zu jenen Buchten hin, wo das Treibgut der Zivilisationsgesellschaft ein so übles Zeugnis ausstellt.

Clint Buffington ist einer von ihnen. Ein „beachcomber“ (Strandgutsucher) wie er im Buche steht! Immer, wenn der junge Dozent für kreatives Schreiben aus Kentucky, der jetzt in Salt Lake City lebt, Urlaub in der Karibik oder sonstwo am Meer macht, stattet er solchen Plätzen einen Besuch ab. Besonders ergibig sind dabei die Turks and Caicos Inseln nördlich von Haiti.

Flaschenpostjäger Clint Buffington.

Flaschenpostjäger Clint Buffington.

Dabei hat Clint keineswegs einen Faible für über Bord gegangene Fischkisten, abgerissene Netzbojen oder sonstiges Plastikgerümpel. Im Gegenteil: was er dort findet, lässt ihn wach für den Zustand unserer Umwelt werden und auch über das eigene Konsumverhalten nachdenken. Aber worauf er bei seinem Spülsaumcheck aus ist, sind Flaschenposten. Seit seinem ersten Fund im Jahr 2007 hat ihn eine regelrechte Leidenschaft für die Buddeln mit Zettel gepackt. Kein Wunder, denn die Entdeckung, die er damals machte, war ein ausgesprochenes Schmuckstück!

Über drei Dutzend Seeflaschen sind seit dem hinzugekommen. Und manche von ihnen haben wirklich  eine schräge Geschichte.

Aber nicht jede Botschaft offenbart so einfach ihren Verfasser, manche Flaschenposten wollen ihr Geheimnis partout nicht preisgeben. Aber Clint lässt nicht locker. Mit der Akribie eines Archäologen werden dann Flaschentypen datiert und die mitunter arg zerfledderten Inhalte getrocknet, zusammengesetzt und, so weit möglich, entziffert, um nur die geringsten Anhaltspunkte auf dessen Herkunft herauszufinden.

Und dann beginnt mit gleicher Leidenschaft die Jagd nach dem Absender, egal ob tot oder lebendig! Dafür schaltet Clint auch schon mal die Lokalpresse ein oder fahndet per Internet. Immer interessieren ihn die Menschen, die hinter so einer Botschaft stecken. Und wenn es, wie hier, zu einer persönlichen Begegnung mit ihnen selbst oder, wie hier, mit den Angehörigen kommt, ist er glücklich.

Am liebsten würde er einen Film darüber drehen, aber dazu fehlt noch das Geld.

Seine Geschichten postet er in seinem Blog http://messageinabottlehunter.wordpress.com/, wobei er seine Artikel nicht nur mit Fotos und Videos, sondern auch mit drolligen Strichmännchencartoons anreichert. Der Mann hat Humor!

Und er hat Talent für die Westerngitarre! Echt hörenswert!

Falls das mit dem Video nicht hinhauen sollte, probiert es hier.

Hier ein Zeitungsartikel.

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Kategorien: Sender und Sammler | Schlagwörter: , , , , , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Der Flaschenpostjäger.

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  2. Pingback: Clint und Andrea, – Blogger im Feststoffmodus. | flaschenposten

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